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Das Praxisbuch

PV und Wärmepumpe: erst verstehen, dann entscheiden

Ein herstellerneutrales Online-Buch für Hausbesitzer in Deutschland. Es beginnt bei den Grundbegriffen und führt dich Stufe für Stufe bis zum unterschriebenen Angebot.

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  • 38 Kapitel
  • ≈ 2 Std. Lesezeit
  • Ohne Werbung, herstellerneutral
  • Stand 2026-10-15

Teil 1

Los geht's

Was dich erwartet und die Grundbegriffe, die du für alles Weitere brauchst.

Kapitel 1 / 38 · 3 Min. Lesezeit

So nutzt du dieses Buch

Für wen es ist, wie es aufgebaut ist und die eine Regel, die dir am meisten Geld spart.

In diesem Kapitel

  • Für wen das Buch ist
  • Wie die sieben Teile zusammenpassen
  • Was das Buch nicht leistet

Für wen das Buch ist

Du hast ein Haus in Deutschland. Du möchtest Solarmodule (PV), vielleicht einen Batteriespeicher und eine Wärmepumpe, die eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzt. Vielleicht willst du auch ein Elektroauto laden.

Installateure rufen an, schicken Angebote und erklären die Dinge auf ihre Art. Jedes Angebot sieht anders aus. Preise lassen sich schwer vergleichen. Dieses Buch hilft dir, die Bauteile zu verstehen, die richtigen Fragen zu stellen und Angebote fair zu vergleichen.

Es ist für Menschen geschrieben, die keine Fachleute sind. Manche Leser sprechen Deutsch oder Englisch nicht als Muttersprache. Deshalb sind die Sätze kurz, und jeder Fachbegriff wird erklärt, wenn er zum ersten Mal vorkommt. Wenn du trotzdem hängenbleibst, hilft dir das Glossar in Teil 7.

Wie das Buch aufgebaut ist

Das Buch folgt dem Ablauf eines echten Projekts. Jeder Teil baut auf dem vorherigen auf.

Teil Was du tust
1. Los geht's Du lernst das große Bild und drei Grundbegriffe
2. Solarstrom Du lernst jedes PV-Bauteil kennen und planst die Größe
3. Die Wärmepumpe Du lernst, wie sie funktioniert, worauf du achtest und wie du sie betreibst
4. Ein System, das zusammenspielt Du lernst Notstrom, Netzregeln und die Steuerung
5. Angebote einholen und vergleichen Du sammelst Angebote und vergleichst sie fair
6. Förderung und Umsetzung Du holst die Förderung und begleitest den Bau
7. Nachschlagen Glossar und Checklisten

Du kannst von oben nach unten lesen. Du kannst auch über die Liste links (auf dem Handy über die Schaltfläche „Inhalt“) direkt zu einem Kapitel springen. Wenn das Thema neu für dich ist, lies Teil 1 bis 3 der Reihe nach. Sie geben dir die Begriffe für alles Weitere.

Treppe der sieben Teile des Buchs, ansteigend von den Grundlagen bis zum Nachschlagen.1Los geht's2Solarstrom3Wärmepumpe4Ein System5Angebote6Förderung7NachschlagenJeder Teil baut auf dem vorherigen auf.
Abbildung: so ist das Buch aufgebaut.

So ist jedes Kapitel aufgebaut

  • Ein kurzer Kasten oben sagt dir, was du lernst.
  • Viele Kapitel haben eine Tabelle mit drei Spalten: gut, akzeptabel und Warnsignal. Du kannst ein Angebot daneben legen und Zeile für Zeile prüfen.
  • Kästen mit Frag nach geben dir Fragen für den Installateur.
  • Ein Kasten Das Wichtigste fasst das Kapitel am Ende zusammen.

Die eine Regel

Vergleiche Angebote immer im gleichen Leistungsumfang. Ein Installateur rechnet neuen Zählerschrank, Gerüst und Überspannungsschutz ein. Ein anderer lässt sie weg und wirkt günstiger. Der günstigere ist oft gar nicht günstiger. Der größte Teil von Teil 5 handelt von genau diesem Problem.

Ehrliche Grenzen

  • Das ist keine Beratung für dein Haus. Das Buch hilft dir, bessere Fragen zu stellen. Eine Begehung durch einen Fachbetrieb oder Energieberater brauchst du trotzdem.
  • Förderung und Preise ändern sich. Wo wir Zahlen nennen, nennen wir auch ein Datum. Prüfe die aktuellen Regeln, bevor du handelst.
  • Das Buch ist herstellerneutral. Keine Firma zahlt dafür, hier vorzukommen. Wenn wir Marken nennen, dann um zu zeigen, wie sich die Technik unterscheidet, nicht um etwas zu verkaufen.
  • Lokale Steuerung ist hier ein Schwerpunkt. Viele Kapitel erklären, wie du dein System ohne Hersteller-Cloud selbst im Griff behältst. Wenn dir das nicht wichtig ist, kannst du diese Abschnitte überspringen. Der Rest funktioniert trotzdem.

Woher der Inhalt stammt

Das Buch entstand aus einem echten Sanierungsprojekt: ein Haus aus den 1970er-Jahren, eine Ölheizung und mehr als zwanzig Angebote für Solar und Wärmepumpe. Der Autor hat eine große Vergleichstabelle gebaut, um den Überblick zu behalten. Dieses Buch bringt dir alles aus dieser Tabelle in einer logischen Reihenfolge bei. Namen und Preise der echten Angebote bleiben weg.

Das Wichtigste

  • Lies der Reihe nach, wenn du neu bist. Spring, wenn du schon Vorwissen hast.
  • Vergleiche Angebote immer im gleichen Leistungsumfang.
  • Zahlen haben ein Datum. Prüfe sie, bevor du dich entscheidest.

Kapitel 2 / 38 · 3 Min. Lesezeit

Das große Bild

Solar, Speicher, Wärmepumpe und Auto sind ein System. So greifen die Teile ineinander und so läuft ein Projekt von Anfang bis Ende.

In diesem Kapitel

  • Die vier Hauptteile eines modernen Haus-Energiesystems
  • Der eine Gedanke, der sie verbindet
  • Die fünf Schritte eines Projekts

Vier Teile, ein Gedanke

Ein modernes Haus hat bis zu vier große Teile.

  1. Solarmodule (PV). Sie machen aus Sonnenlicht Strom. Das meiste kommt im Sommer und um die Mittagszeit.
  2. Ein Batteriespeicher. Er speichert Solarstrom für Abend und Nacht.
  3. Eine Wärmepumpe. Sie heizt das Haus und macht warmes Wasser. Dafür braucht sie Strom.
  4. Ein Elektroauto (optional). Es ist eine große Batterie auf Rädern und ein großer Stromverbraucher.

Jeder Teil ist für sich nützlich. Zusammen arbeiten sie viel besser. Der Gedanke dahinter ist einfach: Erzeuge deinen Strom selbst und nutze ihn selbst, zur richtigen Zeit.

Strom vom eigenen Dach kostet dich über die Lebensdauer der Anlage nur wenige Cent pro kWh. Strom aus dem Netz kostet viel mehr. Strom, den du ins Netz einspeist, bringt nur eine kleine Vergütung. Der beste Einsatz einer Solar-kWh ist also der im eigenen Haus.

Schema: Solarmodule, Speicher, Wärmepumpe, Auto, Haus und Netz, verbunden über einen Wechselrichter mit Energiemanager.Wechselrichter +EnergiemanagerSolarmoduleerzeugen StromSpeicherspeichert ihnWärmepumpeWärme + WarmwasserElektroautolädtNetzBezug, EinspeisungHaushaltverbraucht ihn
Abbildung: die Teile und das Netz rund um einen Energiemanager. Ziel: eigenen Strom erzeugen und zur richtigen Zeit nutzen.

Wie sich die Teile helfen

  • Die Sonne scheint mittags. Das Haus braucht mittags wenig Strom. Der Speicher schiebt diesen Strom in den Abend.
  • Eine Wärmepumpe braucht den ganzen Tag Strom. Im Sommer kann sie aus deinem Solarüberschuss warmes Wasser machen. Ein Warmwasserspeicher ist eine günstige „Batterie“ für Wärme.
  • Ein Auto kann an einem sonnigen Wochenende vom Dach laden.
  • Nachts und im Winter kaufst du Strom aus dem Netz. Ein dynamischer Tarif kann ihn günstiger machen, wenn das System dann kauft, wenn die Preise niedrig sind.

Damit das klappt, müssen die Teile miteinander sprechen können. Darum geht es in Teil 4 um Steuerung und offene Schnittstellen. Du kannst auch mit Teilen, die nicht miteinander sprechen, ein gutes System bauen. Es ist dann nur weniger schlau.

Was schiefgehen kann

Die meisten Probleme in diesen Projekten kommen nicht von schlechter Technik. Sie kommen von:

  • einer zu großen Wärmepumpe oder Heizkörpern, die heißes Wasser brauchen, das die Pumpe nicht effizient erzeugen kann
  • Angeboten, in denen wichtige Positionen fehlen, sodass der Gesamtpreis niedrig aussieht
  • einem System, das du ohne die Cloud des Installateurs nicht steuern oder reparieren kannst
  • Förderanträgen in der falschen Reihenfolge, sodass der Zuschuss verloren geht

Jedes davon lässt sich vermeiden. Zu jedem gibt es in diesem Buch ein Kapitel.

Die fünf Schritte eines Projekts

Der Weg

  1. Lernen. Teile und Begriffe verstehen (Teil 1 bis 4).
  2. Dimensionieren. Grob festlegen, welche Größe PV, Speicher und Wärmepumpe du brauchst (Kapitel 9 und 13).
  3. Einholen. Mehrere Angebote auf gleicher Basis bekommen (Kapitel 25).
  4. Vergleichen. Fair vergleichen und wählen (Teil 5).
  5. Fördern und bauen. Förderung in der richtigen Reihenfolge beantragen, dann den Bau begleiten (Teil 6).

Du siehst: „Kaufen“ kommt spät. Gute Projekte verbringen mehr Zeit mit Schritt 1 bis 4 als mit dem Kauf.

Ein Beispielhaus

Im ganzen Buch kommen wir auf ein Beispiel zurück, damit Zahlen greifbar werden. Es ist ein Haus von 1972 mit etwa 200 m² Heizfläche, vier Personen, Heizkörpern (keine Fußbodenheizung) und einer rund 25 Jahre alten Ölheizung. Es verbraucht etwa 4.000 kWh Strom im Jahr und etwa 4.000 Liter Öl. Der Eigentümer will PV, Speicher, Wärmepumpe und später ein Elektroauto.

Dein Haus ist anders. Die Überlegungen sind dieselben.

Das Wichtigste

  • PV, Speicher, Wärmepumpe und Auto funktionieren am besten als ein System.
  • Das Ziel: eigenen Strom erzeugen und zur richtigen Zeit nutzen.
  • Die meisten Probleme entstehen durch falsche Größe, fehlenden Leistungsumfang, Abhängigkeit vom Hersteller und falsche Reihenfolge.
  • Ein gutes Projekt verbringt die meiste Zeit mit Lernen, Planen und Vergleichen, nicht mit dem Kauf.

Kapitel 3 / 38 · 3 Min. Lesezeit

Strom-Grundbegriffe: kW, kWh und kWp

Die drei Einheiten, die in Angeboten am meisten verwirren, erklärt mit einem Auto und einem Wasserhahn.

In diesem Kapitel

  • Der Unterschied zwischen Leistung (kW) und Energie (kWh)
  • Was kWp bedeutet
  • Ein paar Zahlen für ein typisches deutsches Haus

Leistung ist Tempo, Energie ist Strecke

Denk an ein Auto. Leistung ist wie die Geschwindigkeit: wie schnell etwas gerade passiert. Energie ist wie die Strecke: wie viel insgesamt passiert ist.

  • kW (Kilowatt) ist Leistung. Eine Wärmepumpe, die 2 kW braucht, nimmt gerade mit 2 kW Energie auf.
  • kWh (Kilowattstunde) ist Energie. Läuft diese Wärmepumpe 3 Stunden mit 2 kW, hat sie 6 kWh verbraucht.

Deine Stromrechnung steht in kWh. Dein Speicher wird in kWh gemessen. Die Größe einer Wärmepumpe wird in kW angegeben.

Ein zweites Bild: ein Wasserhahn. kW ist, wie weit der Hahn offen ist. kWh ist, wie viel Wasser im Eimer ist.

Illustration: Leistung als offener Wasserhahn, Energie als Wasser im Eimer, mit dem Beispiel 2 kW mal 3 Stunden gleich 6 kWh.kWLeistung: wie weit derHahn gerade offen istkWhEnergie: wie viel Wasserim Eimer ist6 kWh2 kW× 3 h= 6 kWh
Abbildung: Leistung (kW) ist eine Rate, Energie (kWh) ist eine Menge.

Was kWp bedeutet

kWp heißt „Kilowatt Peak“. Das ist die Leistung einer Solaranlage unter perfekten Laborbedingungen. Diese heißen STC (Standard-Testbedingungen): ein festes, starkes Licht und eine Zelle mit 25 °C.

Auf einem echten Dach hast du diese Bedingungen fast nie. Die Sonne steht tiefer, es gibt Wolken und die Zellen werden heiß. Eine Anlage mit 10 kWp liefert deshalb meist weniger als 10 kW. Es ist ein Größenschild, kein Versprechen.

Über ein ganzes Jahr erzeugt ein gutes Dach in Süddeutschland etwa 1.000 bis 1.100 kWh pro kWp. Ein Beispiel aus der Nähe von München: 1.060 kWh pro kWp und Jahr sind ein guter Planungswert. Eine Anlage mit 15 kWp macht dann etwa 15.900 kWh im Jahr.

Die häufigste Verwechslung

Eine Solaranlage mit „10 kWp“ und ein Speicher mit „10 kWh“ sind nicht dasselbe. Das eine ist eine Leistungsangabe. Das andere ist eine Energiemenge, die gespeichert werden kann. Beide Zahlen stehen in Angeboten nebeneinander. Prüfe immer die Einheit.

STC und NOCT

Auf Datenblättern findest du noch zwei kurze Begriffe.

  • STC ist die oben beschriebene Laborbedingung.
  • NOCT (Nominal Operating Cell Temperature) liegt näher am echten Leben: wärmere Zelle, weniger Licht. NOCT-Werte sagen mehr darüber, was das Modul auf deinem Dach leistet.

Die Details brauchst du jetzt nicht. Merke dir nur: Die große Zahl auf dem Schild ist eine Laborzahl.

Euro pro kWp

Der nützlichste Weg, PV-Angebote zu vergleichen, ist der Preis pro kWp. Du teilst den Gesamtpreis durch die Größe der Anlage in kWp.

Beispiel: Eine Anlage mit 15 kWp für 24.000 € kostet 1.600 € pro kWp.

Für Süddeutschland liegt 2026 eine komplette Anlage mit Speicher und Wallbox oft zwischen 1.500 und 1.800 € pro kWp. Deutlich darunter oder darüber lohnt sich ein genauer Blick darauf, was im Angebot steckt. Kapitel 26 zeigt, wie du richtig vergleichst, denn ein niedriger Preis pro kWp kann fehlende Positionen verstecken.

Ein paar Zahlen für dein Haus

Das sind grobe Zahlen für Deutschland. Dein Haus weicht ab.

Posten Typischer Jahresverbrauch bzw. Ertrag
Haushaltsstrom (ohne Wärmepumpe, ohne E-Auto) 3.500 bis 4.500 kWh
Wärmepumpe im älteren Haus 3.000 bis 4.000 kWh
Elektroauto (durchschnittliche Fahrleistung) 2.000 bis 3.000 kWh
PV-Anlage mit 15 kWp in Süddeutschland etwa 14.000 bis 16.000 kWh

Zählst du die ersten drei zusammen, kommst du auf etwa 8.500 bis 11.500 kWh. Das erklärt, warum eine größere Anlage sinnvoll ist, sobald Wärmepumpe und Auto kommen.

Frag nach

Wenn ein Angebot oder ein Verkäufer „eine 10“ sagt, frag: 10 was? kW, kWh oder kWp? Ein gutes Angebot hält die drei sauber auseinander.

Das Wichtigste

  • kW ist Leistung (wie schnell). kWh ist Energie (wie viel).
  • kWp ist das Größenschild einer Solaranlage unter Laborbedingungen.
  • Süddeutschland: etwa 1.000 bis 1.100 kWh pro kWp und Jahr.
  • Der Preis pro kWp ist die erste Zahl, die du bei PV-Angeboten vergleichst.

Teil 2

Solarstrom (PV)

Module, Wechselrichter, Speicher und alles drumherum. Was die Zahlen bedeuten und wie groß die Anlage sein soll.

Kapitel 4 / 38 · 3 Min. Lesezeit

So funktioniert eine PV-Anlage

Vom Sonnenlicht zur Steckdose in vier Schritten, und was wirklich entscheidet, wie viel Strom du bekommst.

In diesem Kapitel

  • Die Kette vom Modul bis ins Haus
  • Was den Jahresertrag bestimmt
  • Warum Dachrichtung und Schatten oft wichtiger sind als viele Datenblattwerte

Die Kette in vier Schritten

  1. Module machen aus Sonnenlicht Gleichstrom (DC). Es gibt keine beweglichen Teile. Viele Module werden hintereinander geschaltet. Diese Reihe heißt String.
  2. Strings laufen zum Wechselrichter. Ein Dach hat oft zwei oder mehr Strings, zum Beispiel einen pro Dachseite.
  3. Der Wechselrichter wandelt Gleichstrom in Wechselstrom (AC) um, so wie ihn Haus und Netz nutzen. Er macht auch MPPT: Er sucht ständig den besten Arbeitspunkt der Module. Licht und Temperatur ändern sich den ganzen Tag, darum wandert dieser Punkt. Ein Hybrid-Wechselrichter steuert zusätzlich den Speicher.
  4. Haus und Netz. Das Haus nutzt den Strom zuerst. Überschuss geht in den Speicher, danach ins Netz.

Zwischen diesen Teilen gibt es noch Kabel, Trenner, Überspannungsschutz und einen Zähler. Kapitel 8 behandelt sie.

Schema: Module speisen einen Wechselrichter, der Haus, Netz und Speicher versorgt.ModuleLicht → DCWechselrichterDC → AC, MPPTHaushaltNetzSpeicherDCACACViele Module in Reihe= ein String
Abbildung: die Kette vom Sonnenlicht zur Steckdose. Das Haus nutzt den Strom zuerst, dann der Speicher, dann das Netz.

Was den Jahresertrag bestimmt

Viele studieren stundenlang Modultypen. In der Praxis zählt das Dach mehr.

Richtung. Ein Süddach bringt über das Jahr die meiste Energie. Ein Ost-West-Dach hat mittags eine niedrigere Spitze, aber mehr Strom morgens und abends. Das kann nützlich sein, wenn du dann Strom brauchst. Ein Südostdach liefert am späten Nachmittag weniger. Plane das ein.

Neigung. In Deutschland sind etwa 30 bis 35 Grad ideal für den Jahresertrag. Ein steileres Dach bringt im Winter mehr.

Schatten. Schatten kostet mehr, als seine Größe vermuten lässt. Liegt eine Zelle im Schatten, kann der ganze String Leistung verlieren. Ein Schornstein, ein Baum oder eine Gaube können eine Rolle spielen. Zwei Dinge helfen: ein Wechselrichter mit mehreren MPP-Trackern und Leistungsoptimierer am Modul. Optimierer lohnen sich nur bei echtem Schatten. Moderne Module vertragen leichten Schatten recht gut.

Temperatur. Heiße Zellen liefern weniger Leistung. Auf einem Sommerdach erreichen Zellen 60 bis 70 °C. Kapitel 5 zeigt, wie du das im Datenblatt liest.

Schmutz und Schnee. Regen reinigt die meisten Module in Deutschland gut genug. Ein steiles Dach wirft Schnee schneller ab.

Bevor du Modulmarken studierst

Kläre zuerst die Dachfakten: Richtung, Neigung, Schatten und freie Fläche. Sie verändern den Jahresertrag oft stärker als die Wahl zwischen zwei guten Modulen.

Balkendiagramm: relativer Jahresertrag nach Dachrichtung, von 100 Prozent für Süd bis etwa 55 Prozent für Nord.0 %100 %Süd100 %Südost / Südwest95 %Ost / West85 %Nordost / Nordwest70 %Nord55 %
Abbildung: ungefährer Jahresertrag nach Dachrichtung bei etwa 30° Neigung in Deutschland (gerundet, nur zur Orientierung).
Liniendiagramm über einen Tag: Ein Süddach hat mittags eine Spitze, ein Ost-West-Dach eine Morgen- und eine Abendspitze, die besser zum Verbrauch passen.5 Uhr7 Uhr9 Uhr11 Uhr13 Uhr15 Uhr17 Uhr19 Uhr21 UhrLeistungSüddach: eine große SpitzeOst-West-Dach: zwei kleinere Spitzentypischer Haushaltsverbrauch
Abbildung: beispielhafte Tageskurven an einem klaren Tag (keine Messdaten).

Wo Speicher und Wärmepumpe andocken

Bei einem Hybrid-Wechselrichter hängt der Speicher auf der DC-Seite am selben Gerät. Das ist effizient und aufgeräumt. Bei einem AC-gekoppelten Speicher übernimmt ein zweiter Wechselrichter die Arbeit. Kapitel 6 erklärt den Unterschied.

Die Wärmepumpe hängt wie jedes große Gerät am Hausnetz. Schlau wird sie, wenn etwas ihr sagt, dass sie laufen soll, während die Sonne scheint. Teil 4 zeigt, wie.

Was du zu Ertragszahlen fragst

Angebote enthalten oft eine Ertragsschätzung in kWh pro Jahr. Frag:

Frag nach

  • Welche Dachrichtung, Neigung und Verschattung habt ihr angenommen?
  • Habt ihr jede Dachseite als eigenen String gerechnet?
  • Welcher Ertrag pro kWp kommt dabei heraus? (Süddeutschland: 1.000 bis 1.100 kWh pro kWp sind normal.)
  • Welchen Eigenverbrauchsanteil erwartet ihr? Mit welcher Annahme?

Eine Zahl weit über 1.100 kWh pro kWp braucht in Süddeutschland eine gute Begründung.

Das Wichtigste

  • Module erzeugen DC. Der Wechselrichter macht AC und sucht den besten Arbeitspunkt (MPPT).
  • Dachrichtung, Neigung und Schatten sind oft wichtiger als die Modulmarke.
  • Mehrere Dachseiten brauchen mehrere MPP-Tracker.
  • Prüfe die Annahmen hinter jeder Ertragszahl.

Kapitel 5 / 38 · 5 Min. Lesezeit

Module: was die Zahlen bedeuten

Welche Datenblattwerte für 25 Jahre Betrieb wichtig sind, welche meist Werbung sind und wie „gut“ aussieht.

In diesem Kapitel

  • Die Modulwerte, die wirklich zählen
  • Wie du die beiden Garantien liest
  • Eine Tabelle mit guten, akzeptablen und Warnwerten

Warum Module einen genauen Blick verdienen

Das Modul ist das Teil einer PV-Anlage, das am seltensten ausfällt. Es setzt aber die Obergrenze für deinen Ertrag und bestimmt die Lebensdauer der Anlage. Die Zahl auf der Vorderseite, der Wp-Wert, ist die am wenigsten nützliche Zahl für den Vergleich. Temperaturverhalten, Alterung und Garantie sagen über 25 Jahre viel mehr.

Die Werte, einzeln

Nennleistung (Wp). Das ist die Leistung bei STC (der Laborbedingung aus Kapitel 3). Zwei Module mit gleichem Wp können auf einem echten Dach unterschiedlich viel Energie liefern. Nutze Wp, um deine Anlage zu dimensionieren, nicht um Qualität zu beurteilen. Heute üblich sind 430 bis 480 Wp.

Wirkungsgrad (%). Er sagt, wie viel des Lichts pro Quadratmeter zu Strom wird. Er zählt, wenn deine Dachfläche die Grenze ist. Auf einem großen Dach kann ein günstigeres Modul mit geringerem Wirkungsgrad das bessere Geschäft sein.

Zelltechnik. PERC ist der ältere Standard. TOPCon (n-Typ) und HJT (Heterojunction) sind die aktuelle Generation. Sie verlieren bei Hitze weniger Leistung, altern im ersten Jahr weniger und arbeiten bei schwachem Licht besser. HJT hat das beste Temperaturverhalten, kostet aber mehr. Meide polykristalline Module und Angebote, die die Technik nicht nennen.

Temperaturkoeffizient (%/°C). Das ist die am meisten unterschätzte Zahl. Sie sagt, wie viel Leistung das Modul pro Grad über 25 °C verliert. Auf einem Sommerdach erreichen Zellen 60 bis 70 °C. Bei 65 °C verliert ein Modul mit -0,34 %/°C etwa 13,6 %. Ein Modul mit -0,29 %/°C verliert etwa 11,6 %. Ein Modul mit niedrigerem Wp, aber besserem Koeffizienten kann an einem heißen Tag also mehr liefern.

Bifazial. Ein bifaziales Modul sammelt auch Licht auf der Rückseite. Das lohnt sich nur auf einem Flachdach, bei Freiaufstellung oder auf einem aufgeständerten Gestell mit heller Fläche darunter. Auf einem normalen Ziegel-Schrägdach ist der Gewinn klein. Zahle dort keinen Aufpreis dafür.

Glas-Glas oder Glas-Folie. Glas-Glas-Module sind stabiler, vertragen Hagel besser und haben oft längere Garantien. Sie sind etwas schwerer.

Liniendiagramm: Modulleistung über der Zelltemperatur für drei Temperaturkoeffizienten. Bei 65 Grad behält ein Modul mit minus 0,34 Prozent pro Grad 86,4 Prozent, eines mit minus 0,24 behält 90,4 Prozent.80 %85 %90 %95 %100 %25 °C35 °C45 °C55 °C65 °C75 °CModul-(Zell-)Temperatur · rechts: Restleistung bei 65 °Cheißes Dach-0,24 %/°C → 90,4 %-0,29 %/°C → 88,4 %-0,34 %/°C → 86,4 %
Abbildung: Der Temperaturkoeffizient bestimmt, wie viel Leistung ein heißes Modul verliert. Die Werte sind aus den gezeigten Koeffizienten berechnet.

Die zwei Garantien

Viele werfen sie durcheinander. Eine „25-Jahre-Garantie“ kann zwei sehr verschiedene Dinge meinen.

  • Produktgarantie deckt körperliche Mängel: Rahmen, Anschlussdose, Glas, Delamination. Gute Hersteller geben 15 bis 25 Jahre.
  • Leistungsgarantie deckt die Leistung über die Zeit. Aktuelle n-Typ-Module versprechen etwa 1 % Verlust im ersten Jahr und etwa 0,4 % pro Jahr danach. Nach 25 bis 30 Jahren sind das etwa 87 bis 90 % der Anfangsleistung.

Eine 25-jährige Leistungsgarantie mit 10 Jahren Produktgarantie passt nicht zusammen. Lass dir beide Zahlen in Jahren geben.

Liniendiagramm: Die garantierte Leistung eines modernen Moduls sinkt von 100 Prozent auf etwa 87,4 Prozent nach 30 Jahren.75 %80 %85 %90 %95 %100 %051015202530Betriebsjahreunter 80 % = Warnsignal87,4 %−1 % im ersten Jahrdanach etwa −0,4 % pro Jahr
Abbildung: eine typische Leistungsgarantie eines aktuellen n-Typ-Moduls (1 % im ersten Jahr, danach 0,4 % pro Jahr).

Tier-1 heißt nicht „am besten“

„Tier-1“ ist eine Liste von Bloomberg mit Herstellern, denen Banken vertrauen. Sie bewertet die Bankfähigkeit, nicht die Qualität. Ein bisschen zählt sie trotzdem: Eine Garantie ist nur etwas wert, wenn die Firma in Jahr 20 noch existiert. Prüfe, ob die Garantie von einer deutschen oder EU-Firma abgewickelt wird und nicht nur von einer Zentrale weit weg.

Festigkeit und Sicherheit

  • Mechanische Last. Standard sind 5.400 Pa (Schnee, Druck) und 2.400 Pa (Wind, Sog). Bayern hat echte Schneelasten. Prüfe, ob das Modul deine Zone abdeckt.
  • Hagel. Achte auf einen Hageltest oder eine Hagelklasse.
  • Zertifikate. IEC 61215 (Bauart) und IEC 61730 (Sicherheit) sind das Minimum. In Deutschland prüfe auch die Brandklasse des Moduls für dein Dach.

Prüftabelle

Wert Gut Akzeptabel Warnsignal
Leistung (Wp) 430 bis 480, genauer Wert genannt 400 bis 430 „ca.“ oder nicht genannt
Wirkungsgrad über 21,5 % 20 bis 21,5 % unter 19 %
Zelltechnik TOPCon oder HJT PERC polykristallin oder nicht genannt
Temperaturkoeffizient besser als -0,30 %/°C -0,30 bis -0,35 schlechter als -0,37
Bifazial nur sinnvoll bei Flachdach oder Freiaufstellung auf Schrägdach nicht nötig Aufpreis ohne Platz darunter
Leistungsgarantie 87 % oder mehr in Jahr 30, max. 0,4 %/Jahr etwa 84 bis 86 % in Jahr 25 unter 80 % in Jahr 25 oder vage
Produktgarantie 15 bis 25 Jahre 12 Jahre 10 Jahre oder weniger
Hersteller bekannt, mit EU-Garantiegeber bekannt, Garantie aus dem Ausland keine Marke oder kein Modell
Lastklasse 5.400 Pa oder mehr vorne 5.400 / 2.400 Pa unter deiner Schneezone
Glas Glas-Glas, hagelgeprüft Glas-Folie, 3,2 mm gehärtet keine Hagelangabe
Zertifikate IEC 61215 und 61730 zertifiziert, allgemein nicht genannt

Frag nach

  • Bitte nennt mir den genauen Modellnamen und das Datenblatt.
  • Wie hoch ist der Temperaturkoeffizient von Pmax?
  • Wie lang sind Produkt- und Leistungsgarantie, jeweils in Jahren? Wer steht dafür ein?

Das Wichtigste

  • Wp ist ein Größenschild. Temperaturkoeffizient und Garantien sagen mehr.
  • TOPCon- oder HJT-Module sind heute die gute Wahl.
  • Produktgarantie und Leistungsgarantie sind zwei verschiedene Dinge.
  • Tier-1 heißt bankfähig, nicht beste Qualität. Bifazial lohnt sich auf dem Ziegel-Schrägdach selten.

Kapitel 6 / 38 · 5 Min. Lesezeit

Wechselrichter

Das Gehirn der Anlage und das Teil, das am ehesten ersetzt werden muss. Typen, Größe, MPP-Tracker, Hitze und Garantie.

In diesem Kapitel

  • Die vier Wechselrichter-Typen
  • AC- oder DC-gekoppelter Speicher
  • Wie du Größe, Wirkungsgrad und Anzahl der Tracker prüfst

Was der Wechselrichter tut

Der Wechselrichter macht aus dem Gleichstrom deiner Module Wechselstrom für das Haus. Er sucht den besten Arbeitspunkt (MPPT). In einem Hybridsystem lädt und entlädt er auch den Speicher und kann das Haus bei Stromausfall versorgen.

Er ist auch das Teil, das am ehesten ausfällt. Rechne damit, ihn einmal in der Lebensdauer der Anlage zu ersetzen, meist nach 10 bis 15 Jahren. Deshalb zählen Garantiedauer und Service.

Vier Typen

Typ Was es ist Gut für Achtung
String-Wechselrichter Ein Gerät für die ganze Anlage Nur PV, einfache Dächer, niedrigster Preis Nicht für Speicher gedacht, außer „speicherfähig“ mit echtem DC-Weg
Hybrid-Wechselrichter String-Wechselrichter mit eingebauter Speichersteuerung und Notstrom Neue PV mit Speicher Eines mit genug MPP-Trackern wählen
Mikro-Wechselrichter Ein kleiner Wechselrichter pro Modul Starker Schatten, komplexe Dächer Höhere Kosten, viele kleine Teile
Leistungsoptimierer Ein kleines Gerät pro Modul plus ein zentraler Wechselrichter Teilschatten Mehr Teile, die ausfallen können

Für eine neue Anlage mit Speicher (jetzt oder später) ist ein Hybrid-Wechselrichter die übliche Wahl.

AC- oder DC-gekoppelter Speicher

  • DC-gekoppelt (Hybrid): Der Speicher lädt direkt von den Modulen. Es gibt nur einen Umwandlungsschritt. Das ist etwa 2 bis 3 % effizienter. Er kann auch Strom speichern, den der Wechselrichter sonst abregeln müsste.
  • AC-gekoppelt: Der Speicher hat einen eigenen Wechselrichter und hängt auf der AC-Seite. Das ist flexibel, wenn du einer alten Anlage einen Speicher nachrüstest, bringt aber einen zusätzlichen Umwandlungsverlust.

Für einen Neubau ist DC-gekoppelt besser. Sei vorsichtig, wenn das Angebot nicht sagt, welche Art es ist.

Wirkungsgrad

Es gibt zwei Zahlen: den Spitzenwirkungsgrad und den europäischen Wirkungsgrad. Der Spitzenwert ist eine Werbezahl. Der europäische (oder CEC-)Wirkungsgrad ist ein gewichteter Mittelwert über realistische Lichtstärken. Er ist der ehrliche. Nennt ein Angebot nur den Spitzenwert, frag nach dem europäischen. Gut sind 97,5 % oder mehr.

Größenverhältnis und Clipping

Die meisten Anlagen sind etwas größer als der Wechselrichter. Die Module erreichen ihre Nennleistung selten, deshalb verliert ein etwas kleinerer Wechselrichter fast nichts und läuft mit besserem Durchschnittswirkungsgrad.

Das Verhältnis ist DC-Leistung (kWp) geteilt durch Wechselrichter-AC-Leistung (kW).

  • 1,1 bis 1,25 ist der gute Bereich.
  • Über etwa 1,3 schneidet der Wechselrichter an sonnigen Tagen die Spitze ab. Das heißt Clipping. Du verlierst etwas Ertrag.
  • 1,0 oder weniger heißt: Du bezahlst einen Wechselrichter, den du nie voll ausnutzt.

Beispiel: Eine Anlage mit 14,4 kWp und ein 15-kW-Wechselrichter ergeben 0,96. Nicht schädlich, aber vielleicht zahlst du für mehr Wechselrichter als nötig. Ein Hybrid mit 10 bis 12 kW würde fast nichts abschneiden.

Auch die andere Richtung ist eine Falle. Ein 8-kW-Wechselrichter an einer 15,6-kWp-Anlage hat ein Verhältnis von fast 2. Er schneidet viel ab. Manche Wechselrichter haben außerdem eine maximal erlaubte Generatorgröße. Ein echtes Angebot hatte einen 10-kW-Wechselrichter, den das Datenblatt auf 15 kWp begrenzte, bei einer geplanten Anlage von 17,9 kWp. Dafür brauchte das Angebot einen zweiten Wechselrichter gegen Aufpreis. Prüfe immer die Grenze im Datenblatt.

Liniendiagramm: An einem sonnigen Tag übersteigt die Modulleistung mittags die Grenze des Wechselrichters, die Spitze wird abgeschnitten.5 Uhr7 Uhr9 Uhr11 Uhr13 Uhr15 Uhr17 Uhr19 Uhr21 UhrkWAC-Grenze des Wechselrichtersabgeschnitten (Clipping)Leistung der Module
Abbildung: Clipping. Nur eine dünne Scheibe an der Spitze geht verloren, darum kostet ein etwas kleinerer Wechselrichter wenig Ertrag.

MPP-Tracker

Jeder MPP-Tracker kümmert sich unabhängig um einen String. Hat dein Dach eine Ost- und eine Westseite, brauchst du mindestens zwei Tracker. Ein Tracker für zwei Richtungen zieht die bessere Seite auf das Niveau der schwächeren herunter. Bei Schatten helfen mehr Tracker noch mehr.

Frag, wie viele MPP-Tracker der Wechselrichter hat und wie die Strings auf die Dachseiten verteilt werden.

Hitze und Aufstellort

Alle Wechselrichter reduzieren ihre Leistung, wenn es zu heiß wird, oft ab 40 bis 45 °C Umgebung. Das heißt Derating. Ein heißer Keller ohne Luft oder eine Wand in voller Sonne kann dich im Sommer mittags Ertrag kosten.

  • Stelle den Wechselrichter an einen kühlen, schattigen, belüfteten Ort mit Platz drumherum.
  • Prüfe die Schutzart. IP65 oder höher ist für draußen oder die Garage in Ordnung.
  • Geräte mit Lüfter oder großem Kühlkörper vertragen Hitze gut. Billige Geräte regeln früher ab.

Notstrom, Überwachung und Garantie

  • Notstrom. Siehe Kapitel 18. „Notstromfähig“ heißt oft, dass keine Notstrom-Hardware enthalten ist.
  • Überwachung und Schnittstellen. Du willst Daten pro String und eine lokale Schnittstelle wie Modbus TCP. Reine Cloud-Überwachung ist ein Risiko: Abhängigkeit vom Hersteller und ein Problem, wenn er abschaltet. Kapitel 20 bis 22 gehen tiefer.
  • Garantie. 5 bis 10 Jahre sind Standard. Zehn Jahre mit Verlängerungsoption sind gut. Unter 5 Jahren ist ein Warnsignal. Achte auf die Bedingungen: Eine Marke gibt standardmäßig nur 2 Jahre und verlängert auf 5 Jahre, wenn du dich in ihrem Cloud-Portal registrierst. Das ist eine versteckte Bindung an die Cloud.

Prüftabelle

Wert Gut Akzeptabel Warnsignal
Typ Hybrid, wenn du Speicher willst String (nur PV, Speicher später) „Speicherfähig“ ohne DC-Weg
Kopplung DC-gekoppelt im Neubau AC-gekoppelt bei Nachrüstung Nicht genannt
Europäischer Wirkungsgrad 97,5 % oder mehr 96,5 bis 97,5 % Nur der Spitzenwert genannt
DC-zu-AC-Verhältnis 1,1 bis 1,25 1,0 bis 1,1 oder 1,25 bis 1,3 Über 1,35 oder genau 1,0
MPP-Tracker 2 oder mehr, passend zu den Dachseiten 2 1 bei Dach mit mehreren Richtungen
Notstrom Automatisch, dreiphasig Einphasig „Notstromfähig“ ohne Hardware
Garantie 10 Jahre, verlängerbar 5 bis 10 Jahre Unter 5 Jahre oder an Cloud-Konto gebunden
Schnittstellen Lokales Modbus oder API, Daten pro String App mit Cloud-Portal Nur Cloud, kein lokaler Zugriff
Aufstellort IP65 oder höher, schattig und kühl IP65 im Innenraum Niedrige Schutzart oder heiße, sonnige Wand

Frag nach

  • Welcher Wechselrichter genau? Wie viel kW AC? Wie groß darf die Anlage maximal sein?
  • Wie viele MPP-Tracker? Wie werden die Strings auf das Dach verteilt?
  • Welche Garantie gilt, und hängt eine Bedingung an einem Cloud-Konto?

Das Wichtigste

  • Für eine neue PV-Anlage mit Speicher ist ein DC-gekoppelter Hybrid-Wechselrichter die übliche Wahl.
  • Ziel: ein DC-zu-AC-Verhältnis zwischen 1,1 und 1,25, und die Grenze des Herstellers prüfen.
  • Mehrere Dachrichtungen brauchen mehrere MPP-Tracker.
  • Achte auf europäischen Wirkungsgrad, Garantiebedingungen und lokale Schnittstellen.

Kapitel 7 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Batteriespeicher

Nutzbare Kapazität, Chemie, Garantie und Aufstellort. Dazu ein ehrlicher Blick darauf, was ein Speicher bringt und was nicht.

In diesem Kapitel

  • Wofür ein Speicher wirklich da ist
  • Die wichtigen Werte: nutzbare Kapazität, Chemie, Zyklen, Garantie
  • Wie du Speicher fair vergleichst

Wofür ein Speicher da ist

In Deutschland rechnet sich ein Speicher heute selten allein durch Preishandel. Sein Wert kommt aus drei Dingen:

  1. Mehr Eigenverbrauch. Er schiebt Solarstrom vom Mittag in den Abend.
  2. Notstrom bei einem Blackout, wenn das System dafür eingerichtet ist (Kapitel 18).
  3. Schlaue Nutzung von Tarifen. Mit einem dynamischen Tarif kann der Speicher laden, wenn Strom günstig ist (Kapitel 24).

Entscheide, was dir davon wichtig ist. Es ändert die Größe, die du brauchst.

Nutzbar, nicht nominal

Verkäufer nennen gern die nominale Kapazität. Was du wirklich nutzen kannst, ist die nutzbare Kapazität: nominale Kapazität mal Entladetiefe (DoD).

Beispiel: Ein LFP-Speicher mit 10 kWh nominal und 95 % DoD liefert 9,5 kWh. Ein älterer Typ mit 80 % DoD liefert 8 kWh. Vergleiche immer den Preis pro nutzbarer kWh.

Balkendiagramm: Ein Speicher mit 10 kWh Nennkapazität liefert mit LFP bei 95 Prozent Entladetiefe 9,5 kWh nutzbar und mit einem älteren Typ bei 80 Prozent 8 kWh.010 kWh nominalLFP, 95 % nutzbar9,5 kWhälterer Typ, 80 % nutzbar8,0 kWhVergleiche den Preis pro nutzbarer kWh, nicht pro Nenn-kWh.
Abbildung: nominale und nutzbare Kapazität.

Chemie

  • LFP (Lithium-Eisenphosphat) ist heute der Standard für Heimspeicher. Es enthält kein Kobalt, ist bei Hitze viel sicherer und hält 6.000 bis 10.000 Zyklen. Es ist etwas sperriger, was im Haus egal ist.
  • NMC ist kompakter, wird aber heißer und altert schneller.
  • Blei-Säure ist alte Technik. Meide sie.

Für ein Haus ist LFP fast immer die richtige Antwort.

Entladetiefe und Gesundheitszustand

  • DoD sagt, wie viel des Speichers du nutzen darfst. LFP erlaubt 90 bis 100 %.
  • SoH (State of Health) ist die verbleibende Kapazität im Vergleich zu neu. Eine Garantie verspricht am Ende einen Mindest-SoH, zum Beispiel 70 %.

Zyklen und Garantie

Ein Zyklus ist ein volles Laden und Entladen. Bei einem Zyklus pro Tag halten 6.000 Zyklen etwa 16 Jahre. Suche 6.000 Zyklen oder mehr bis 70 oder 80 % Restkapazität.

Speichergarantien haben meist zwei Grenzen: Jahre und Energiedurchsatz. Zum Beispiel: „10 Jahre oder 20 MWh, was zuerst eintritt, bei mindestens 70 % Restkapazität.“ Welche Grenze greift bei deiner Nutzung zuerst? Eine „10-Jahre-Garantie“ mit niedrigem Durchsatz kann nach 6 Jahren enden. Frag nach Jahren, Durchsatz und Mindest-SoH.

Wirkungsgrad (Hin und zurück)

Das ist die Energie, die rauskommt, geteilt durch die, die reingeht, inklusive Wechselrichter. Jedes verlorene Prozent ist Strom, den du fürs Speichern bezahlt und nicht zurückbekommen hast. DC-gekoppelte Systeme sind hier am besten. 90 % oder mehr ist gut. Unter 85 % ist schwach.

Modular oder fest

Mit einem modularen Speicher kannst du später Kapazität ergänzen, zum Beispiel wenn du ein Auto kaufst oder die Wärmepumpenlast wächst. Frag nach der maximalen Modulzahl, dem Preis einer Erweiterung und ob Module verschiedenen Alters gemischt werden dürfen. Ein fester Speicher zwingt dich, die Endgröße jetzt zu kaufen.

Ein vernünftiger Plan: mit etwa 10 kWh starten und Platz für 15 kWh lassen.

Temperatur und Ort

Batteriezellen mögen 15 bis 30 °C. Eine ungeheizte Garage im bayerischen Winter kann das Laden blockieren oder die Lebensdauer verkürzen, wenn der Speicher nicht dafür ausgelegt ist. Ein heißer Raum lässt Zellen schneller altern. Stelle den Speicher in einen stabilen, kühlen, trockenen Raum. Vergleiche den Temperaturbereich im Datenblatt mit dem Aufstellort.

Sicherheitszertifikate

Achte auf VDE-AR-E 2510-50 (der deutsche Heimspeicher-Standard), IEC 62619 und ein eingebautes Batteriemanagement (BMS) mit Zellausgleich. Die Chemie ist die erste Sicherheitsstufe. Zertifikate und BMS sind die zweite.

Prüftabelle

Wert Gut Akzeptabel Warnsignal
Nutzbarer Anteil 90 % oder mehr der Nennkapazität 80 bis 90 % Nur Nennkapazität genannt
Chemie LFP NMC, wenn der Platz knapp ist Blei-Säure oder nicht genannt
DoD 90 bis 100 % 80 bis 90 % Unter 80 %
Zyklenfestigkeit 6.000 oder mehr bis 80 % 4.000 bis 6.000 Unter 3.000 oder kein Endpunkt
Garantie 10 Jahre, hoher Durchsatz, mind. 70 % SoH 10 Jahre Standard Nur Jahre, kein Durchsatz oder SoH
Wirkungsgrad hin und zurück 90 % oder mehr (DC-gekoppelt) 85 bis 90 % Unter 85 % oder nicht genannt
Modular Ja, kann später wachsen Fest, aber passend dimensioniert Fest und zu klein
Notstrom Integriert, automatisch Fähig, Box optional Keine Blackout-Funktion
Temperatur Weiter Bereich oder temperierter Raum Stabiler Innenraum Kalter Außenort außerhalb der Spezifikation
Zertifikate VDE 2510-50, IEC 62619, BMS IEC-zertifiziert Kein Speicher-Zertifikat

Frag nach

  • Wie viele kWh sind nutzbar? Was kostet ein zusätzliches Modul später?
  • Was sagt die Garantie zu Jahren, Durchsatz und Mindest-SoH?
  • Ist die Notstrombox enthalten? Für welchen Temperaturbereich ist der Speicher ausgelegt?

Das Wichtigste

  • Vergleiche nutzbare kWh und den Preis pro nutzbarer kWh.
  • LFP ist die richtige Chemie für ein Haus.
  • Lies die Garantie auf Jahre, Durchsatz und Mindest-SoH.
  • Ein modularer Speicher lässt dich klein anfangen und später wachsen.

Kapitel 8 / 38 · 5 Min. Lesezeit

Montage, Kabel und Sicherheitsteile

An den „langweiligen“ Teilen wird gespart. Unterkonstruktion, Dachziegel, Kabel, Überspannungsschutz, Erdung, Zählerschrank und Wallbox.

In diesem Kapitel

  • Warum die kleinen Teile die langfristige Sicherheit bestimmen
  • Unterkonstruktion, Ziegel und Kabel
  • Überspannungsschutz, Erdung, Zählerschrank, Gerüst und Wallbox

Warum die langweiligen Teile zählen

Ein Premium-Modul auf einer rostenden Schiene oder ein zu dünnes Kabel ist ein schlechter Handel. Die Teile rund um die Module entscheiden, ob die Anlage 25 Jahre sicher und zuverlässig läuft. Sie sind auch die erste Stelle, an der ein Installateur spart, damit sein Angebot günstig aussieht. Du kannst sie nach dem Bau nicht mehr sehen. Prüfe sie deshalb im Angebot.

Montage

Unterkonstruktion und Dachhaken. Aluminiumschienen mit Edelstahlschrauben (A2 oder A4) halten 25 Jahre und mehr. Die Dachhaken müssen zu deinem Dachtyp passen (Ziegel, Schiefer, Trapezblech, Flachdach) und richtig abgedichtet sein. Jedes Loch im Dach ist eine mögliche Undichtigkeit. Gemischte Metalle verursachen Korrosion.

Ersatzziegel. Auf einem Ziegeldach sitzen die Haken unter den Ziegeln. Der Ziegel darüber wird vom Haken angehoben und kann brechen. Metall-Ersatzziegel an jeder Hakenstelle vermeiden das. Manche Ziegelhersteller verweigern ohne sie ihre eigene Garantie. In echten Angeboten steht dieser Posten oft als „nicht enthalten“ oder „optional“. Bei einem größeren Dach kann er über 1.000 € kosten. Frag also nach.

Statik. Schnee- und Windlasten sind an jedem Ort anders. Verlange eine projektspezifische Lastberechnung oder bei Flachdächern den Ballastplan, keine Standardbelegung.

Elektrische Teile

DC- und AC-Kabel. Der Querschnitt muss groß genug sein, damit der Spannungsabfall auf der DC-Seite unter etwa 1 % bleibt. Draußen brauchst du UV-beständiges Solarkabel. Zu dünne Kabel verursachen einen stillen Ertragsverlust und Wärme.

Trenner, Überspannungsschutz (SPD) und FI. Sie schützen vor Brand und Blitzüberspannung. In günstigen Angeboten fehlen sie oft.

  • SPD heißt Surge Protective Device, auf Deutsch Überspannungsschutz (ÜSS). Achte auf Typ 1 plus 2 auf der AC-Seite und Typ 2 auf der DC-Seite. Ein Gewitter in der Nähe kann eine Spannungsspitze durch die Kabel schicken.
  • Viele Wechselrichter haben einen Lichtbogenschutz (AFCI). Das ist gut, aber nicht dasselbe wie Überspannungsschutz.
  • Der FI muss zum Wechselrichter passen.

Erdung und Potentialausgleich. Die Metallteile der Anlage müssen mit der Erde verbunden sein. Frag, ob Erdspieß oder Fundamenterder und das Kabel bis zum Zählerschrank enthalten sind.

Zählerschrank. Ein alter Schrank (zum Beispiel von 1972) erfüllt oft die heutigen Regeln (VDE-AR-N 4100) nicht. Der Netzbetreiber kann die Inbetriebnahme verweigern, wenn der Schrank nicht erneuert ist. Die Erneuerung kann von etwa 1.300 € bis über 4.000 € kosten, je nachdem ob du einen oder zwei Schränke hast und was zu tun ist. Viele Angebote schließen sie aus, manchmal mit einem kleinen Hinweis. Frag schriftlich, wer es macht und wer es zahlt.

Hauptsicherung (SLS). Der selektive Hauptleitungsschutzschalter schützt den Hausanschluss. Seine Größe begrenzt, wie viel Leistung du gleichzeitig beziehen und liefern kannst. Eine neue Wärmepumpe, eine Wallbox und das Netzladen des Speichers zusammen brauchen vielleicht mehr, als ein alter Anschluss hergibt. Lass den Installateur Anschluss und SLS prüfen (Kapitel 19).

Smart Meter und Energiezähler. Um den Eigenverbrauch zu optimieren, braucht das System einen Zähler am Netzanschlusspunkt. Für dynamische Tarife brauchst du ein intelligentes Messsystem (iMSys). Prüfe, was enthalten ist und wo gemessen wird.

Energiemanagement und Schnittstellen. Das verbindet PV, Speicher, Wärmepumpe und Auto (Teil 4). Offene Protokolle (Modbus, EEBus, SG-Ready) vermeiden Abhängigkeit.

Schema: von den Modulen über DC-Seite, Wechselrichter, AC-Seite und Zählerschrank zum Netz, mit Erdung an jedem Teil.ModuleGestell, Haken,ZiegelDC-SeiteKabel, Trenner,ÜSS Typ 2WechselrichterMPPT, Speicher,NotstromAC-SeiteFI, ÜSS Typ 1+2,SLS-HauptsicherungZählerschrankneuer Zähler,Smart Meter→ NetzErdungfehlt oft in günstigen Angeboten: jeden Punkt prüfen
Abbildung: die Sicherheitsteile rund um den Wechselrichter. In den gelben Kästen wird am häufigsten gespart.

Gerüst

Für Dacharbeiten braucht man ein Gerüst. Manche Angebote enthalten es. Manche schreiben „falls nötig“ und berechnen 250 € oder mehr. Manche überlassen es dir. Planst du auch Dach- oder Fassadenarbeiten, teile das Gerüst zwischen den Gewerken.

Wallbox und E-Auto-Vorbereitung

Eine Wallbox hat zwei Teile: das Gerät und den Anschluss (Kabel, Leitungsschutz, FI, Netzwerkkabel). Viele Angebote enthalten den Anschluss, aber nicht das Gerät, das etwa 1.000 bis 1.500 € extra kostet. Planst du ein Auto, lege Leerrohr und elektrische Kapazität jetzt vor. Nachrüsten ist teurer. Eine 11-kW-Wallbox mit Laden aus Solarüberschuss ist ein gutes Ziel.

Teile für die Wärmepumpe

Diese gehören ins Wärmepumpen-Angebot (Kapitel 12 bis 14): Pufferspeicher, Hydraulikschema, Warmwasserspeicher, Prüfung der Heizkörper und hydraulischer Abgleich. Wir nennen sie hier, damit du das ganze Bild der „Nebenkomponenten“ siehst.

Prüftabelle

Posten Gut Akzeptabel Warnsignal
Unterkonstruktion Alu-Schienen, Edelstahl, Haken passend zum Dach Standard, zertifiziertes System Nicht genannt oder gemischte Metalle
Statik Projektspezifische Berechnung Standardbelegung für die Schnee- und Windzone Kein Lastnachweis
Ersatzziegel An jedem Haken enthalten Optional mit klarem Preis Ausgeschlossen und nicht erwähnt
Verkabelung Für unter 1 % DC-Verlust, UV-beständig Standardauslegung Keine Kabelangabe oder zu dünn
Überspannungsschutz Typ 1+2 (AC) und Typ 2 (DC) Typ 2 enthalten Nicht aufgeführt
Erdung Enthalten, mit Kabel zum Schrank Enthalten, knapp beschrieben Nicht erwähnt
Zählerschrank Erneuerung enthalten und bepreist Klar ausgeschlossen, mit Preis Nicht erwähnt oder „bauseits“ ohne Kosten
Messung Zähler am Netzpunkt, EMS-fähig Einfacher Zähler Kein Messkonzept
Wallbox Gerät und Anschluss, Laden aus Solarüberschuss Anschluss vorbereitet Keine Vorbereitung
Gerüst Enthalten Bepreiste Option Offen gelassen

Frag nach

  • Sind Metall-Ersatzziegel an jedem Haken enthalten? Wenn nicht, was kosten sie?
  • Ist Überspannungsschutz (SPD Typ 1+2 auf AC und Typ 2 auf DC) enthalten?
  • Wird der Zählerschrank erneuert? Ist die Erdung enthalten? Wird die Hauptsicherung geprüft?
  • Ist das Gerüst enthalten? Enthält der Wallbox-Preis das Gerät?

Das Wichtigste

  • Die kleinen Teile bestimmen Sicherheit und Lebensdauer, und hier unterscheiden sich Angebote am meisten.
  • Prüfe Ersatzziegel, ÜSS, Erdung, Zählerschrank, Gerüst und das Wallbox-Gerät.
  • Alles „Ausgeschlossene“ muss bepreist werden, damit Angebote vergleichbar sind (Teil 5).

Kapitel 9 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Wie groß soll deine Anlage sein?

Eine einfache Methode, PV- und Speichergröße aus dem eigenen Verbrauch plus Wärmepumpe und Auto abzuschätzen. Und warum man das Dach oft voll belegt.

In diesem Kapitel

  • Eine Vier-Schritte-Methode für PV- und Speichergröße
  • Warum eine größere Anlage oft sinnvoll ist
  • Was du bei späterer Erweiterung beachtest

Schritt 1: Zukünftigen Verbrauch addieren

Beginne mit dem, was du heute verbrauchst, und addiere, was kommt.

Posten Typischer Jahresverbrauch
Haushalt heute etwa 4.000 kWh
Wärmepumpe nach der Sanierung 3.000 bis 4.000 kWh
Elektroauto 2.000 bis 3.000 kWh
Summe 9.000 bis 11.000 kWh

Nimm für die erste Zeile deine eigenen Rechnungen. Für die Wärmepumpe warte auf die Heizlastberechnung aus Kapitel 13.

Balkendiagramm: Ein Haushalt mit Wärmepumpe und Auto verbraucht etwa 10.000 kWh im Jahr, eine Anlage mit 17,6 kWp erzeugt etwa 18.700 kWh.05.00010.00015.00020.000 kWhVerbrauchpro JahrHaushalt4.000Wärmepumpe3.500Auto2.500PV-Ertrag17,6 kWp18.700 kWhSommerüberschuss, Winterlücke: Speicher und Netz gleichen aus.
Abbildung: das Rechenbeispiel aus diesem Kapitel (Jahreswerte).

Schritt 2: PV-Größe wählen

Süddeutschland bringt etwa 1.000 bis 1.100 kWh pro kWp und Jahr. Um den Jahresverbrauch ungefähr zu decken, bräuchtest du etwa 9 bis 10 kWp. Aber Solarstrom entsteht im Sommer, während eine Wärmepumpe im Winter Strom braucht. Viele Häuser mit Wärmepumpe wählen deshalb eine größere Anlage, oft 14 bis 16 kWp, um in den dunklen Monaten sowie im Frühling und Herbst mehr Strom zu haben.

Module sind im Vergleich zum Rest der Anlage günstig. Gerüst, Wechselrichter, Zählerschrank und Arbeitszeit sind für eine kleine und eine größere Anlage fast gleich. Von 10 auf 15 kWp zu gehen, erhöht den Preis oft um deutlich weniger als 50 %. Frag immer nach dem Preis der zusätzlichen Module.

Prüfe zuerst das Dach. Wie viele Module passen? Ein Dach, das 17 kWp trägt, wird verschenkt, wenn das Angebot nur 10 kWp belegt. Mehrere Angebote im echten Projekt boten 9 bis 10 kWp auf einem Dach an, das etwa 17,6 kWp fasste. Frag jeden Installateur nach der maximal sinnvollen Belegung.

Wenn du später Module ergänzen könntest, bedenke die Kosten: noch ein Gerüst, mehr Elektroarbeit, eine neue Netzanmeldung und vielleicht ein zweiter Einspeisevergütungs-Block. Lass den Installateur beides bepreisen: jetzt voll belegen oder später erweitern. Die Antwort ist oft „jetzt voll belegen“.

Schritt 3: Speichergröße wählen

Eine Faustregel für ein Haus mit 4.000 bis 10.000 kWh Verbrauch: 10 bis 15 kWh nutzbar. Größer ist nicht immer besser. Ein 25-kWh-Speicher für ein Haus mit 4.000 kWh Verbrauch füllt sich vielleicht nie. Im echten Projekt kam ein Angebot mit 25,6 kWh. Das war viel zu groß für das genannte Ziel von 10 bis 12 kWh.

Bevorzuge einen modularen Speicher. Starte bei etwa 10 kWh und ergänze später, wenn Auto oder Wärmepumpenlast wachsen.

Prüfe auch die Leistung des Speichers (kW), nicht nur die Größe (kWh). Ein Speicher mit 5 kW Entladeleistung kann bei einem Stromausfall nicht Wärmepumpe, Backofen und Autolader gleichzeitig versorgen.

Schritt 4: Wechselrichter und den Rest prüfen

  • Wechselrichter: 12 bis 15 kW AC für eine 17-kWp-Anlage passt zum DC-zu-AC-Verhältnis aus Kapitel 6.
  • Wärmepumpe: nach der Heizlast dimensioniert, nicht nach der PV (Kapitel 13).
  • Anschluss: Prüfe, ob Hausanschluss und Hauptsicherung die gemeinsame Spitzenlast tragen (Kapitel 19).

Typische Preise

Für Süddeutschland lagen 2026 komplette PV-Anlagen mit Speicher und einigen Extras meist zwischen 1.500 und 1.800 € pro kWp. Die günstigsten ehrlichen Anlagen im echten Projekt lagen bei etwa 1.300 bis 1.400 € pro kWp. Die teuersten Angebote erreichten 2.000 bis 2.500 € pro kWp. Preise ändern sich. Nutze die Spanne nur, um Angebote zu erkennen, die weit außerhalb liegen, und frag nach dem Grund.

Denk auch daran: PV und Speicher auf einem privaten Haus haben zum Zeitpunkt des Schreibens 0 % Mehrwertsteuer. Wärmepumpen haben 19 %. Prüfe immer, ob ein Angebot netto oder brutto ist.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Ein Haus verbraucht jetzt 4.000 kWh. Eine Wärmepumpe kommt mit 3.500 kWh dazu, ein Elektroauto mit 2.500 kWh. Summe etwa 10.000 kWh. Das Dach fasst 41 Module mit je 430 W, also etwa 17,6 kWp. Der erwartete Ertrag ist 17,6 × 1.060 = etwa 18.700 kWh im Jahr. Ein Speicher mit 12 bis 15 kWh nutzbar passt. Ein Wechselrichter mit 15 kW AC ergibt ein Verhältnis von 1,17.

Das Wichtigste

  • Rechne Wärmepumpe und Auto in den künftigen Verbrauch ein, bevor du dimensionierst.
  • 14 bis 16 kWp und 10 bis 15 kWh nutzbar ist ein üblicher Bereich für ein Haus mit Wärmepumpe und Auto.
  • Belege das Dach voll, wenn die zusätzlichen Module günstig sind. Frag nach beiden Preisen.
  • Bevorzuge einen modularen Speicher. Prüfe die Speicherleistung genauso wie die Größe.

Teil 3

Die Wärmepumpe

Wie sie arbeitet, warum die Vorlauftemperatur so wichtig ist und worauf du bei Gerät, Lärm und Betrieb achtest.

Kapitel 10 / 38 · 4 Min. Lesezeit

So funktioniert eine Wärmepumpe

Ein Kühlschrank in umgekehrter Richtung. Warum aus einer kWh Strom drei bis fünf kWh Wärme werden können und was das begrenzt.

In diesem Kapitel

  • Die Idee hinter der Wärmepumpe in einfachen Worten
  • Was COP bedeutet
  • Die eine Regel, die entscheidet, wie gut sie arbeitet

Ein Kühlschrank in umgekehrter Richtung

Ein Kühlschrank bringt Wärme aus dem Inneren in den Raum dahinter. Darum fühlt sich seine Rückseite warm an. Eine Wärmepumpe macht dasselbe, aber mit Absicht und in großem Maßstab. Sie nimmt Wärme aus der Außenluft (oder aus Erde oder Wasser) und bringt sie in dein Heizsystem.

Sie bewegt Wärme. Sie erzeugt keine Wärme durch Verbrennen. Wärme zu bewegen braucht viel weniger Energie, als sie zu erzeugen.

Die vier Schritte

Im Inneren der Wärmepumpe läuft eine besondere Flüssigkeit, das Kältemittel, im Kreis.

  1. Verdampfer. Das kalte Kältemittel nimmt Wärme aus der Außenluft auf und wird zu Gas. Selbst Luft mit 0 °C enthält dafür viel Wärme.
  2. Verdichter (Kompressor). Er presst das Gas zusammen. Dabei wird es heiß. Dieser Schritt braucht Strom.
  3. Verflüssiger. Das heiße Gas gibt seine Wärme an das Wasser deines Heizsystems ab und wird wieder flüssig.
  4. Expansionsventil. Der Druck sinkt. Die Flüssigkeit wird wieder kalt, und der Kreislauf beginnt von vorn.
Schema: die vier Schritte des Wärmepumpen-Kreislaufs: Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil.Verdampfernimmt Wärme aus der LuftVerdichterpresst das Gas → heißVerflüssigerWärme ans HeizwasserExpansionsventilDruck fällt → kaltheißes Gaskalte Flüssigkeitkaltes Gasheiße FlüssigkeitWärme aus der Außenluft+ StromWärme zu den Heizkörpern
Abbildung: Das Kältemittel bringt Wärme von draußen ins Heizwasser. Strom treibt nur den Verdichter an.

Wie viel Wärme du bekommst

Für jede 1 kWh Strom liefert eine Wärmepumpe etwa 3 bis 5 kWh Wärme. Eine Ölheizung gibt dir weniger als 1 kWh Wärme für 1 kWh Öl. Eine Elektroheizung gibt genau 1 kWh. Darum ist die Wärmepumpe so attraktiv.

Das Verhältnis von Wärme raus zu Strom rein heißt COP (Coefficient of Performance, Leistungszahl). Ein COP von 4 heißt: 4 kWh Wärme pro 1 kWh Strom.

Was den COP begrenzt

Die Kernregel: Je größer der Temperaturunterschied, den die Pumpe überbrücken muss, desto niedriger der COP. Dieser Unterschied heißt Temperaturhub. Er ist die Differenz zwischen der Quelle (Außenluft) und dem Wasser, das du willst (die Vorlauftemperatur zu deinen Heizkörpern).

Für den bestmöglichen Wert gibt es sogar eine einfache Formel, mit Temperaturen in Kelvin (°C plus 273):

COP maximal = warme Seite / (warme Seite minus kalte Seite)

Beispiel: Außenluft mit 0 °C sind 273 K. Eine Vorlauftemperatur von 35 °C sind 308 K. Das Maximum ist 308 / 35, etwa 8,8. Bei 55 °C Vorlauf (328 K) ist das Maximum 328 / 55, etwa 6,0. Echte Geräte erreichen etwa die Hälfte dieser Idealwerte, aber der Trend ist derselbe: Eine niedrigere Vorlauftemperatur ergibt einen deutlich besseren COP.

Jede 5 °C, die du von der Vorlauftemperatur wegnehmen kannst, bringen eine spürbare Verbesserung. Darum hat die Vorlauftemperatur ein eigenes Kapitel (Kapitel 12), und darum sind alte Heizkörper die Hauptsorge bei einer Sanierung.

Liniendiagramm: Die Leistungszahl sinkt mit steigender Vorlauftemperatur, von etwa 4,4 bei 35 Grad auf etwa 3 bei 55 Grad bei einem typischen Gerät.03691225 °C35 °C45 °C55 °C65 °CVorlauftemperatur zu den Heizkörpern (Außenluft 0 °C)COP≈ 4,4≈ 3,0ideal (Carnot-Grenze)typisches reales Gerät (etwa die Hälfte)
Abbildung: niedrigere Vorlauftemperatur, besserer COP. Die ideale Linie nutzt die Formel aus diesem Kapitel; die reale Linie ist eine Veranschaulichung bei der Hälfte davon.

Arten der Wärmequelle

  • Luft-Wasser ist am häufigsten. Sie ist in der Installation günstiger. Ihre Effizienz sinkt an sehr kalten Tagen.
  • Erdwärme (mit Sonden oder Kollektoren) nutzt die stabile Erdtemperatur. Sie ist effizienter, kostet aber mehr und braucht Bohrung oder Fläche.
  • Wasser-Wasser nutzt Grundwasser. Sie braucht eine Genehmigung und gutes Wasser.

Die meisten Häuser nutzen Luft-Wasser, und das tut auch der Rest dieses Buchs.

Was eine Wärmepumpe von deinem Haus braucht

  • Ein Heizsystem, das mit mäßiger Wassertemperatur arbeitet.
  • Die richtige Größe für den Wärmebedarf deines Hauses (Kapitel 13).
  • Einen Platz draußen mit genug Platz für die Luft und wenig Lärm für die Nachbarn (Kapitel 15).

Das Wichtigste

  • Eine Wärmepumpe bewegt Wärme. Sie liefert 3 bis 5 kWh Wärme pro kWh Strom.
  • COP ist Wärme raus geteilt durch Strom rein.
  • Je kleiner der Temperaturhub, desto besser der COP. Niedrige Vorlauftemperatur ist der Schlüssel.
  • Die meisten Häuser nutzen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Kapitel 11 / 38 · 2 Min. Lesezeit

Effizienz: COP, SCOP und JAZ

Drei ähnlich aussehende Zahlen, und warum nur eine davon deine Betriebskosten verrät.

In diesem Kapitel

  • Der Unterschied zwischen COP, SCOP und JAZ
  • Wie Verkäufer die schmeichelhafte Zahl nutzen
  • Wonach du im Angebot fragst

Drei Zahlen

Alle drei sagen, wie viel Wärme du pro Einheit Strom bekommst. Sie unterscheiden sich darin, wann und wo gemessen wird.

Name Was es ist Ehrliche Nutzung
COP Eine einzelne Messung bei einer Testbedingung Nur ein Momentwert. Leicht zu beschönigen.
SCOP Ein genormter Saisonwert, berechnet für ein typisches Klima Gut, um Geräte zu vergleichen
JAZ (Jahresarbeitszahl) Der echte Durchschnitt über ein Jahr in deinem Haus Die Zahl, die deine Betriebskosten bestimmt

Die schmeichelhafte Zahl

Anbieter nennen gern den COP bei A7/W35. Das bedeutet Außenluft mit 7 °C und 35 °C Vorlauftemperatur. Das ist ein milder Tag und eine niedrige Vorlauftemperatur. Es ist die leichteste Bedingung für das Gerät. Sie lässt das Gerät großartig aussehen.

Ein kalter Tag zählt mehr, denn dann brauchst du am meisten Wärme. Frag deshalb auch nach dem COP bei A-7/W35 (Außenluft bei minus 7 °C) und nach dem COP bei der Vorlauftemperatur, die du wirklich brauchst.

SCOP35 und SCOP55

Der SCOP wird für zwei Vorlauftemperaturen angegeben:

  • SCOP35 gilt für niedrige Vorlauftemperatur (35 °C), typisch für Fußbodenheizung.
  • SCOP55 gilt für 55 °C, typisch für alte Heizkörper.

Hat dein Haus alte Heizkörper, ist der SCOP55 die Zahl, auf die du schaust, nicht der SCOP35. Der SCOP55 ist immer niedriger. Manche Angebote zeigen nur die 35-°C-Zahl, weil sie besser aussieht.

Was die JAZ wert ist

Die JAZ wird über ein echtes Jahr mit echtem Wetter, Warmwasser, Abtauzyklen und deinen Heizkörpern gemessen. Sie ist die ehrliche Zahl. Eine JAZ von 3 oder mehr ist eine grobe Schwelle für vernünftige Betriebskosten, und manche Förderregeln knüpfen daran an. 4 oder mehr ist ausgezeichnet.

Deine JAZ kennst du erst, wenn das Gerät läuft. Ein guter Installateur kann aber eine erwartete JAZ für deine Auslegungs-Vorlauftemperatur berechnen. Frag danach.

Warum der echte Wert unter dem Prospekt liegt

  • Abtauzyklen bei kaltem, feuchtem Wetter kosten Energie.
  • Warmwasser mit 55 bis 60 °C braucht mehr Hub als Heizen.
  • Taktbetrieb (ein Gerät, das zu groß fürs Haus ist) verschwendet Energie.
  • Eine hohe Vorlauftemperatur, erzwungen durch kleine Heizkörper, senkt den COP.
  • Elektrische Heizstäbe verbrauchen direkt Strom.

Auf das meiste davon hast du Einfluss. Die nächsten Kapitel zeigen, wie.

Frag nach

  • Wie hoch sind SCOP und die berechnete JAZ bei meiner Auslegungs-Vorlauftemperatur?
  • Wie hoch ist der COP bei A-7/W35, nicht nur bei A7/W35?
  • Welche Daten sind gemessen, welche nur geschätzt?

Prüftabelle

Wert Gut Akzeptabel Warnsignal
Jahreseffizienz JAZ oder SCOP von 4,0 oder mehr 3,0 bis 4,0 Nur COP bei A7/W35 genannt oder JAZ unter 3
Daten bei Kälte Starker COP bei A-7/W35 Ausreichend Nur Daten für mildes Wetter

Das Wichtigste

  • COP ist ein einzelner Punkt. SCOP ist ein Saisonwert. JAZ ist dein echtes Ergebnis.
  • Bei einem Haus mit alten Heizkörpern schau auf den SCOP55, nicht auf den SCOP35.
  • Frag nach dem COP bei Kälte und nach einer berechneten JAZ für deine Vorlauftemperatur.

Kapitel 12 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Vorlauftemperatur und deine Heizkörper

Der wichtigste Hebel für die Betriebskosten einer Wärmepumpe, und wie du prüfst, ob deine Heizkörper damit klarkommen.

In diesem Kapitel

  • Was die Vorlauftemperatur ist und warum niedriger besser ist
  • Wie du deine Heizkörper prüfst
  • Was du bei einer Sanierung tust, und das Einrohr-Problem

Was es ist

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Wassers, das die Wärmepumpe verlässt und zu deinen Heizkörpern oder zur Fußbodenheizung geht. Eine Wärmepumpe arbeitet am besten, wenn sie niedrig ist. Wie Kapitel 10 zeigte, kostet jedes Grad Hub Effizienz.

Eine grobe Regel: Von 50 °C auf 45 °C Vorlauf zu gehen, spart etwa 8 bis 12 % Strom.

Zwei verschiedene Fragen

Leute werfen zwei Fragen durcheinander.

  1. Kann die Wärmepumpe die Temperatur erreichen, die meine Heizkörper brauchen? Das betrifft die maximale Vorlauftemperatur des Geräts. Moderne R290-Monoblock-Wärmepumpen (Propan) erreichen 70 bis 75 °C. Im Prinzip können sie also mit alten Heizkörpern arbeiten. Prüfe immer das aktuelle Datenblatt des genauen Modells. Ältere Dokumente nennen manchmal niedrigere Werte.
  2. Welche Temperatur fahre ich tatsächlich? Das betrifft die Kosten. Du willst die niedrigste Temperatur, die das Haus warm hält. Ein Gerät, das 75 °C kann, sollte dort nicht laufen.

Warum alte Häuser das Problem sind

Heizkörper aus den 1970er und 1980er Jahren wurden oft für 70 °C oder mehr ausgelegt, mit einem alten Kessel. Eine Wärmepumpe bei 70 °C hat einen schlechten COP. In einem sanierten Haus mit besserer Dämmung und neuen Fenstern können dieselben Heizkörper das Haus mit Wasser von 45 bis 50 °C heizen. Das liegt daran, dass das Haus viel weniger Wärme braucht, die Heizkörper also nicht so heiß sein müssen.

Vorlauftemperatur und Dämmung gehören also zusammen. Kapitel 13 zeigt, wie du die Wärme findest, die dein Haus wirklich braucht.

Wie du die Temperatur senkst

  • Dämmen und Fenster tauschen. Es wird weniger Wärme gebraucht, also reicht niedrigeres Wasser.
  • Größere oder bessere Heizkörper oder Flächenheizung (Boden, Wand, Decke). Mehr Fläche liefert dieselbe Wärme mit kühlerem Wasser.
  • Hydraulischer Abgleich. Siehe unten.
  • Gebläsekonvektoren (Heizkörper mit Ventilator) für wichtige Räume, falls nötig.

Ein gutes Ziel für eine Sanierung ist eine Auslegungs-Vorlauftemperatur von 45 °C oder weniger. In der Prüftabelle unten sind 55 °C oder mehr an kleinen vorhandenen Heizkörpern ein Warnsignal.

Hydraulischer Abgleich

In einem nicht abgeglichenen System bekommen die Heizkörper nahe der Pumpe zu viel Wasser und die entfernten zu wenig. Die übliche Reaktion ist, die Temperatur zu erhöhen. Der hydraulische Abgleich stellt den Durchfluss an jedem Heizkörper so ein, dass das System bei möglichst niedriger Temperatur arbeitet.

Die beste Methode ist Verfahren B. Das ist eine raumweise Berechnung und Einstellung. Sie ist Voraussetzung für die BEG-Förderung (Kapitel 32) und zahlt sich in niedrigeren Betriebskosten aus. Stelle sicher, dass sie im Angebot steht und nicht erst nachträglich dazukommt. Wie so eine Berechnung abläuft, beschreibt zum Beispiel das Ingenieurbüro Cedroswan: Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B.

Das Einrohr-Problem

In einem Einrohrsystem liegen die Heizkörper in einer langen Schleife hintereinander. Das Wasser kühlt ab, wenn es an jedem vorbeiströmt. Diese Bauweise braucht hohe Vorlauftemperaturen und ist der schlimmste Fall für eine Wärmepumpe.

Ein Angebot in einem echten Projekt vermerkte, dass das Haus eine Einrohrheizung hat. Der Rat: Prüfe jedes Angebot darauf, und erwäge, bei der Sanierung auf ein Zweirohrsystem umzubauen oder die Heizkörper zu erneuern, vor oder zusammen mit der Wärmepumpe. Ein Umbau ist nicht immer nötig: Was eine hydraulische Analyse bei Einrohranlagen bringen kann, zeigt der Fachbeitrag Einrohrheizung und Wärmepumpe.

Schema: Im Zweirohrsystem bekommt jeder Heizkörper gleich heißes Wasser; im Einrohrsystem kühlt das Wasser Heizkörper für Heizkörper ab.Zweirohrsystem45°45°45°45°parallel: jeder Heizkörper bekommt gleiches WasserEinrohrsystem45°41°37°33°in Reihe: Wasser kühlt Heizkörper für Heizkörper ab
Abbildung: warum Einrohrheizungen eine hohe Vorlauftemperatur brauchen (beispielhafte Temperaturen).

Die Heizflächenprüfung

Ein guter Installateur prüft Raum für Raum, ob deine vorhandenen Heizkörper die nötige Wärme bei der Auslegungs-Vorlauftemperatur liefern können. Viele Angebote überspringen das und nennen nur eine kW-Zahl. Das ist die Wurzel enttäuschender Ergebnisse nach einer Nachrüstung.

Prüftabelle

Punkt Gut Akzeptabel Warnsignal
Auslegungs-Vorlauftemperatur 40 °C oder weniger (Fußboden, große Heizkörper) 45 bis 50 °C 55 °C oder mehr an kleinen vorhandenen Heizkörpern
Heizflächenprüfung Raumweise Prüfung bei Auslegungs-Vorlauftemperatur Allgemeine Aussage zur Eignung Keine
Hydraulischer Abgleich Verfahren B enthalten Erwähnt Nicht enthalten oder unklar
Rohrsystem Zweirohr oder Umbau geplant Zweirohr Einrohr und nicht erwähnt

Frag nach

  • Wie hoch ist die Auslegungs-Vorlauftemperatur, und warum?
  • Habt ihr meine Heizkörper raumweise geprüft? Was habt ihr gefunden?
  • Ist der hydraulische Abgleich (Verfahren B) enthalten?
  • Hat mein Haus eine Einrohrheizung? Was schlagt ihr vor?

Das Wichtigste

  • Niedrigere Vorlauftemperatur heißt niedrigere Betriebskosten. Etwa 8 bis 12 % gespart von 50 auf 45 °C.
  • Maximale Vorlauftemperatur ist eine Frage der Eignung. Die gefahrene Temperatur ist eine Frage der Kosten.
  • Dämmung, größere Heizkörper und hydraulischer Abgleich senken die Temperatur.
  • Einrohrsysteme sind der schwierigste Fall. Plane dafür.

Kapitel 13 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Heizlast und die richtige Größe

Warum eine zu große Wärmepumpe der häufigste teure Fehler ist, und wie du sie nach dem Haus statt nach dem alten Kessel dimensionierst.

In diesem Kapitel

  • Was die Heizlast ist
  • Warum du für das sanierte Haus dimensionierst
  • Was passiert, wenn eine Wärmepumpe zu groß ist

Die Heizlast

Die Heizlast ist die Heizleistung, die dein Haus am kältesten Auslegungstag des Jahres braucht. Sie wird in Deutschland nach DIN EN 12831 berechnet. Diese Zahl in kW soll die Größe der Wärmepumpe bestimmen.

Ein Angebot ohne Heizlastberechnung ist geraten. Und wenn Installateure raten, raten sie meist zu groß.

Nicht nach dem alten Kessel dimensionieren

Viele denken: „Meine Ölheizung hat 25 kW, also brauche ich eine große Wärmepumpe.“ Das ist falsch. Alte Kessel sind fast immer viel zu groß. Und wenn du dämmst und Fenster tauschst, sinkt der Bedarf weiter.

Ein schneller Weg zum jährlichen Wärmebedarf: 1 Liter Heizöl enthält etwa 10 kWh. Ein Haus, das 4.000 Liter im Jahr verbraucht, braucht etwa 40.000 kWh Wärme. In einem echten Projekt zeigte eine Rechnung 39.240 kWh vor der Sanierung und 11.983 kWh danach (Dämmung von Fassade und Dach plus dreifach verglaste Fenster). Das ist weniger als ein Drittel.

Ein saniertes Haus mit etwa 200 m² braucht am Auslegungstag oft 8 bis 12 kW. Echte Angebote im Projekt kamen mit 16 kW und sogar 22 kW. Beides ist zu groß.

Frag nach dem sanierten Zustand

Wenn du dieses oder nächstes Jahr Fenster oder Dämmung planst, lass den Installateur die Heizlast für den Zustand nach den Arbeiten berechnen, nicht für heute.

Balkendiagramm: Der jährliche Wärmebedarf sank von 39.240 kWh vor der Sanierung auf 11.983 kWh danach, weniger als ein Drittel.vor der Sanierung39.240 kWhnach der Sanierung11.983 kWh040.000 kWh Wärme pro JahrAuslegung auf das sanierte Haus:etwa 8 bis 12 kWNicht die angebotenen Größen:16 bis 22 kW
Abbildung: Beispiel aus einem echten Projekt (Dämmung von Fassade und Dach, dreifach verglaste Fenster).

Warum zu groß schlecht ist

Eine zu große Wärmepumpe deckt den kleinen Wärmebedarf sehr schnell und schaltet dann ab. Nach kurzer Zeit startet sie wieder. Das ist Takten.

  • Die Effizienz (JAZ) sinkt.
  • Der Verdichter verschleißt schneller.
  • Es gibt mehr Lärmereignisse, weil das Gerät beim Start am lautesten ist.

Ein richtig dimensioniertes Gerät, das moduliert (seine Leistung hoch und runter regelt), läuft lange, leise und effizient. Es ist das Gegenteil eines Ein-Aus-Geräts.

Zwei Zeitverläufe: Eine zu große Wärmepumpe schaltet ständig ein und aus, eine richtig dimensionierte modulierende läuft gleichmäßig mit niedriger Leistung.Zu groß:TaktenRichtig:lang und sanftgestrichelt: Wärmebedarf des HausesVerdichterleistung über einige Stunden (Veranschaulichung)
Abbildung: Takten verschwendet Energie und verschleißt den Verdichter.

Warum zu klein auch nicht gut ist

Ist das Gerät zu klein, muss an kalten Tagen ein elektrischer Heizstab helfen. Der Heizstab verbraucht direkt Strom und verdirbt die Jahreseffizienz. Eine gute Größe lässt die Wärmepumpe fast alle kalten Tage ohne Heizstab abdecken. Viele Auslegungen dimensionieren für den Auslegungstag, mit dem Heizstab nur als Sicherheitsreserve.

Was eine gute Heizlastberechnung enthält

  • Eine raumweise Liste mit Flächen und U-Werten von Wänden, Dach, Fenstern und Boden.
  • Die Annahmen für Luftwechsel und die Auslegungs-Außentemperatur.
  • Das Ergebnis für das ganze Gebäude in kW.
  • Einen Warmwasserzuschlag, wenn die Wärmepumpe auch Warmwasser macht.

Oft macht das ein Energieberater, der auch den Förderantrag schreiben kann. Manche Installateure legen sie ins Angebot. Ist der Energieberater Teil des Angebots, ist das ein starkes Plus. Was eine technische Bewertung des Bestands umfasst, zeigt zum Beispiel die Seite Wärmepumpe im Bestand von Cedroswan.

Zusammenhang mit den Heizkörpern

Die kW-Zahl allein reicht nicht. Die Heizkörper müssen diese Wärme bei niedriger Vorlauftemperatur abgeben können (Kapitel 12). Beide Prüfungen gehören zusammen.

Modulation

Eine modulierende Wärmepumpe (Inverter-Verdichter) ändert ihre Leistung. Ein Bereich von 25 bis 100 % heißt, sie kann bis auf ein Viertel ihrer Volllast herunterfahren. Das passt zu einem Haus mit niedriger Teillast im größten Teil des Winters. Geräte mit nur einer Stufe (Ein/Aus) sind ein Warnsignal.

Prüftabelle

Punkt Gut Akzeptabel Warnsignal
Heizlast-Grundlage Berechnete Heizlast (DIN EN 12831) für den sanierten Zustand Eine vernünftige Schätzung, die genannt wird „10 kW“ ohne Grundlage
Größe im Verhältnis zum Haus Passt zur berechneten Last Leicht großzügig 16 kW oder mehr bei saniertem Haus mit 200 m²
Modulation Weiter Bereich (z. B. 25 bis 100 %) Modulierend, enger Bereich Nur Ein/Aus

Frag nach

  • Bitte gebt mir die Heizlastberechnung (DIN EN 12831). Gilt sie für den sanierten Zustand?
  • Warum ist diese Gerätegröße richtig? Was passiert am kältesten Tag?
  • Wie groß ist der Modulationsbereich?

Das Wichtigste

  • Dimensioniere die Wärmepumpe nach einer berechneten Heizlast, nicht nach dem alten Kessel.
  • Nimm den Zustand nach der Sanierung.
  • Zu groß heißt Takten, mehr Verschleiß und niedrigere Effizienz.
  • Bevorzuge ein modulierendes Gerät.

Kapitel 14 / 38 · 3 Min. Lesezeit

Worauf du beim Wärmepumpen-Gerät achtest

Kältemittel, Monoblock oder Split, Abtauen, Warmwasser, Pufferspeicher, Garantie und Service. Und was ein vollständiges Angebot enthält.

In diesem Kapitel

  • Kältemittel-Arten und warum R290 die zukunftssichere Wahl ist
  • Monoblock oder Split
  • Abtauen, Warmwasser, Pufferspeicher und Service

Kältemittel

Das Kältemittel ist die Arbeitsflüssigkeit im Kreislauf (Kapitel 10). Seine Art bestimmt Effizienz, Umweltwirkung und wie lange die Regeln es erlauben.

Kältemittel GWP* Was du wissen solltest
R290 (Propan) etwa 3 Sehr gute Thermodynamik, hohe Vorlauftemperaturen mit guter Effizienz. Die Richtung des Marktes und des EU-F-Gas-Ausstiegs. Leicht brennbar, daher gelten Aufstellregeln.
R32 etwa 675 Heute verbreitet und in Ordnung. Künftig strengere Regeln.
R410A etwa 2.088 Alt. Praktisch ein Auslaufmodell.

*GWP ist das Treibhauspotenzial. Niedriger ist besser.

R290 ist die zukunftssichere Wahl. In manchen Förderregeln bringt es außerdem einen Effizienzbonus (Kapitel 32).

Monoblock oder Split

  • Monoblock: Das ganze Kältemittel bleibt in einem Außengerät. Nur Wasserleitungen führen ins Haus. Es gibt keine Kältemittelarbeiten im Haus, es ist einfach und passt gut zu R290.
  • Split: ein Außen- und ein Innengerät, verbunden durch Kältemittelleitungen. Das erfordert zertifizierten Umgang mit Kältemittel. Es kann helfen, wenn wenig Platz oder lange Leitungswege da sind.

Für die meisten Häuser mit R290 ist ein Monoblock die einfachere Wahl.

Modulation

Ein weiter Modulationsbereich (zum Beispiel 25 bis 100 %) lässt das Gerät lang und sanft laufen (Kapitel 13). Geräte mit einer Stufe takten und sind weniger effizient und lauter.

Abtauen und Verhalten bei Kälte

Bei etwa 0 °C und hoher Luftfeuchtigkeit vereist das Außengerät. Es muss abtauen, indem es kurz den Kreislauf umkehrt. Das kostet Energie. Gute Geräte tauen bedarfsgesteuert ab, per Sensor und nicht nach einem einfachen Zeitplan. Prüfe die Heizleistung und den COP bei A-7/W35. Das ist die Zahl für den kalten Tag, und an einem kalten Tag brauchst du die Wärme am meisten.

Warmwasser und Legionellen

Wenn die Wärmepumpe auch Warmwasser macht, zählen drei Punkte.

  • Speichergröße und Aufheizzeit. Der Speicher soll zur Familie passen und genug Wärmetauscherfläche haben.
  • Legionellenschutz. Das Wasser im Speicher wird von Zeit zu Zeit auf etwa 60 °C erhitzt, um Bakterien abzutöten. Wenn der Verdichter allein 60 °C schafft, bleibt die Effizienz gut. Wenn oft ein Elektro-Heizstab das übernimmt, leidet die Effizienz stark. Prüfe, was der Fall ist.
  • Zirkulation. Wenn dein Warmwasser in einer Schleife durchs Haus zirkuliert (wie in vielen älteren Häusern), sind die Energieverluste groß. Frag, wie die Planung damit umgeht.

Pufferspeicher und Hydraulik

Ein richtig dimensionierter Pufferspeicher verhindert, dass die Wärmepumpe zu oft taktet, und gibt ihr einen Ort für ihre Wärme (Kapitel 16). Ein Hydraulikschema im Angebot zeigt, wie alle Teile verbunden sind. Zu große und zu kleine Puffer- und Warmwasserspeicher verringern die Effizienz. Fehlt das Schema im Angebot, frag danach.

Garantie und Service

  • Verdichter- und Gerätegarantie können verschieden sein. Frag nach beiden in Jahren.
  • Eine Wärmepumpe soll 15 bis 20 Jahre halten. Ein Servicepartner vor Ort zählt.
  • Prüfe, ob ein Wartungsvertrag nötig ist, damit die Garantie bleibt.

Was ein vollständiges Wärmepumpen-Angebot enthält

Vergleiche diese Punkte über die Angebote (siehe auch Kapitel 26):

  • Genaues Modell, Leistung in kW, Kältemittel, Monoblock oder Split.
  • Heizlastberechnung und die Auslegungs-Vorlauftemperatur.
  • SCOP und eine berechnete JAZ, plus der COP bei A-7/W35.
  • Lärmdaten und der geplante Aufstellort (Kapitel 15).
  • Größe von Warmwasserspeicher und Puffer, Hydraulikschema.
  • Heizkörperprüfung und hydraulischer Abgleich (Verfahren B).
  • Ausbau der alten Heizung und des Öltanks (oft ausgeschlossen und kostet extra).
  • Elektroarbeiten und der neue Stromkreis.
  • Der Förderantrag: Wer macht ihn, und ist der Energieberater enthalten?
  • Zahlungsplan, Garantie, Wartung, Servicepartner.

Prüftabelle

Punkt Gut Akzeptabel Warnsignal
Kältemittel R290 R32 R410A oder nicht genannt
Bauart Monoblock, besonders mit R290 Split bei knappem Platz Bauart oder Kältemittelhandhabung unklar
Abtauen Bedarfsgesteuert, starker A-7-COP Ausreichende Kälteleistung Nur Daten für mildes Wetter
Warmwasser Erreicht 60 °C mit dem Verdichter Gelegentlich elektrische Unterstützung Verlässt sich auf den Heizstab
Garantie und Service Lange Garantie, Service vor Ort 5 Jahre plus Service Kein Service vor Ort, unklare Bedingungen

Frag nach

  • Welches Kältemittel? Monoblock oder Split?
  • Schafft der Verdichter 60 °C für den Warmwasserzyklus, oder hilft ein Heizstab?
  • Sind Pufferspeicher und Hydraulikschema enthalten?
  • Sind Ausbau von alter Heizung und Öltank enthalten?
  • Wer wartet das Gerät in Jahr 8, und braucht die Garantie einen Wartungsvertrag?

Das Wichtigste

  • R290-Monoblock-Geräte sind für die meisten Häuser die aktuell beste Wahl.
  • Prüfe Daten bei Kälte, Abtauverfahren und Warmwasserverhalten.
  • Pufferspeicher und Hydraulikschema gehören ins Angebot.
  • Frag, wer das Gerät in Jahr 8 wartet.

Kapitel 15 / 38 · 3 Min. Lesezeit

Lärm und der richtige Standort

Zwei Arten von dB, die deutschen TA-Lärm-Grenzen und wie du Streit mit dem Nachbarn vermeidest.

In diesem Kapitel

  • Schallleistung und Schalldruck
  • Was die deutschen Lärmregeln sagen
  • Wie du das Gerät aufstellst

Zwei Zahlen, die gleich aussehen

Lärmdaten gibt es in zwei Formen. Sie lassen sich leicht verwechseln.

  • Der Schallleistungspegel (Lw) sagt, wie laut das Gerät an der Quelle ist. Er hängt nicht von der Entfernung ab.
  • Der Schalldruckpegel (Lp) sagt, wie laut es in einer bestimmten Entfernung ist, zum Beispiel in 3 m oder am Fenster deines Nachbarn.

Beide werden in dB(A) angegeben. Der Schalldruck am Nachbarfenster ist das, was das Gesetz interessiert. Er hängt von der Schallleistung, der Entfernung und dem ab, was dazwischen liegt (Wände, Hecken, freie Fläche).

Ein Gerät mit 55 dB(A) Schallleistung kann in 5 m Entfernung im Freien bei etwa 33 dB(A) liegen, weiter weg noch leiser. Eine Wand in der Nähe, die den Schall zurückwirft, macht es lauter.

Liniendiagramm: Der Schalldruck sinkt mit dem Abstand. Ein Gerät mit 55 dB(A) Schallleistung liegt im Freien ab etwa 4 Metern unter 35 dB(A).203040501 m5 m10 m15 m20 mAbstand zum GerätdB(A)Nachtgrenze, reines Wohngebiet: 35 dB(A)≈ 33 dB(A) bei 5 mBeispiel: Schallleistung 55 dB(A), freie Fläche
Abbildung: vereinfachte Rechnung für freie Fläche. Wände, die Schall zurückwerfen, machen es lauter. Lass dir eine echte Berechnung geben.

Die deutsche Regel: TA Lärm

Die TA Lärm begrenzt den Lärm am nächstgelegenen Fenster des Nachbarn. In einem reinen Wohngebiet liegt die Grenze nachts zum Beispiel bei etwa 35 dB(A). In anderen Gebietsarten sind die Grenzen höher. Nacht heißt 22:00 bis 06:00 Uhr. Dein Bauamt kann dir sagen, welche Gebietsart gilt.

Auf einem engen Grundstück, zum Beispiel in München, können die Lärmregeln entscheiden, wo das Gerät stehen darf, und sogar, welches Gerät du wählen kannst.

Wonach du fragst

  • Die Schallleistung Lw des Geräts.
  • Den Schalldruck in einer genannten Entfernung.
  • Den Wert im Nachtmodus. Viele Geräte können nachts langsamer und leiser laufen.
  • Eine Aussage, dass der geplante Standort TA Lärm am Nachbarfenster einhält.

Manche Installateure bieten eine Schallberechnung an. Sie lohnt sich bei kleinem Grundstück.

Tipps zur Aufstellung

  • Halte Abstand zur Grundstücksgrenze und zu Schlafzimmerfenstern, deinen und denen des Nachbarn.
  • Meide Ecken und enge Spalten zwischen Wänden, die den Schall zurückwerfen und verstärken.
  • Lass vor und hinter dem Gerät Platz für die Luft. Prüfe das Datenblatt.
  • Denke an Schnee, herabfallendes Eis und das Kondensat vom Abtauen. Das Kondensat muss abfließen und darf auf einem Weg nicht gefrieren.
  • Halte die Leitungen zwischen Gerät und Haus kurz. Lange Leitungen verlieren Wärme.
  • Bei R290 gelten Aufstellregeln, zum Beispiel für Abstände zu Öffnungen und Kellerfenstern. Befolge die Hinweise von Installateur und Hersteller.

Prüftabelle

Punkt Gut Akzeptabel Warnsignal
Lärmdaten Lw und Lp in genannter Entfernung, plus Nachtmodus Nur Lw Keine Lärmdaten
Aufstellung Abseits von Grenze und Schlafräumen, TA Lärm bestätigt Vernünftige Aufstellung Nah an der Grenze, keine Berechnung
Nachtmodus Wirksamer Nachtmodus Einfach Keiner

Frag nach

  • Wie hoch sind Schallleistung und Schalldruck in 5 m? Wie hoch ist der Wert im Nachtmodus?
  • Wo wollt ihr das Gerät aufstellen, und wie weit ist es vom Fenster des Nachbarn entfernt?
  • Könnt ihr schriftlich bestätigen, dass TA Lärm eingehalten wird?

Das Wichtigste

  • Schallleistung ist die Quelle. Schalldruck ist das, was du in der Entfernung hörst.
  • Die Regel zählt den Lärm am Nachbarfenster, nachts am strengsten.
  • Frag nach Daten zum Nachtmodus und nach einem Standort, der TA Lärm einhält.

Kapitel 16 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Wärmepumpe betreiben: nicht wie eine Ölheizung

Alte Gewohnheiten, die bei Öl funktionieren, können einer Wärmepumpe schaden. Die Heizkurve, die sicheren Einstellungen und die eine Regel, die du nie brichst.

In diesem Kapitel

  • Warum eine Wärmepumpe andere Gewohnheiten braucht
  • Heizkurve, Raumsollwert und Betriebsarten
  • Was du in Ruhe lässt

Einer Ölheizung ist es egal

Ein Ölbrenner macht heißes Wasser nach Bedarf. Es ist egal, ob der Vorlauf 50 oder 70 °C hat, ob wenige oder viele Heizkörper offen sind oder ob er oft ein- und ausschaltet. Seine Effizienz ändert sich kaum. Du kannst ihn grob steuern.

Eine Wärmepumpe ist anders. Sie hat zwei harte Regeln.

Regel 1: lang und sanft laufen, nicht heiß und kurz

Eine Wärmepumpe ist am effizientesten, wenn sie lange Zeit mit der niedrigsten Vorlauftemperatur läuft, die das Haus warm hält (Kapitel 12). Von 50 °C auf 45 °C zu gehen, spart etwa 8 bis 12 % Strom. Das Ziel ist also nicht „50 °C einstellen und vergessen“. Das Ziel ist, so kühl zu fahren, wie der Komfort es zulässt. Das machst du mit der Heizkurve.

Regel 2: den Durchfluss nie drosseln

Wenn der Verdichter läuft, braucht die Wärmepumpe einen minimalen Wasserdurchfluss, um die Wärme abzutransportieren. Schließt du die meisten Heizkörperventile, hat die Wärme keinen Platz. Das Gerät taktet dann schnell ein und aus, und das verschleißt den Verdichter.

Eine Gewohnheit bei Ölheizungen ist, Ventile zu schließen und die Zirkulation zu drosseln, um zu sparen. Bei einer Wärmepumpe ist das riskant. Ein Pufferspeicher im System gibt einen Sicherheitspuffer, macht Drosseln aber nicht zu einer guten Idee.

Die Heizkurve

Die Heizkurve sagt der Wärmepumpe, welche Vorlauftemperatur sie bei welcher Außentemperatur machen soll. Draußen kalt heißt höherer Vorlauf. Draußen mild heißt niedrigerer Vorlauf. Ein Außenfühler misst die Temperatur, und das Gerät regelt sich ständig selbst.

Was du bei einer Ölheizung im Frühling und Herbst von Hand machst, nämlich bei mildem Wetter herunterdrehen, macht die Kurve automatisch und sanfter.

So stellst du sie ein:

  1. Fang niedrig an. Wähle bei der Inbetriebnahme eine niedrige Kurve.
  2. Warte auf einen kalten Tag. Erhöhe die Kurve in kleinen Schritten nur, wenn einzelne Räume zu kühl bleiben.
  3. Finde die niedrigste Kurve, bei der es angenehm bleibt. Jedes Grad weniger spart Geld.

Regler zeigen das als Fußpunkt und Endpunkt oder als Grafik mit einem Komfortfaktor. Läuft die Anlage trotzdem mit hohen Temperaturen, hilft eine Heizungsoptimierung im Bestand durch einen Fachplaner.

Liniendiagramm: Eine Heizkurve legt die Vorlauftemperatur für jede Außentemperatur fest. Eine niedrige Kurve spart Strom; erhöhe sie nur in kleinen Schritten, wenn nötig.20 °C30 °C40 °C50 °C60 °C20 °C10 °C0 °C-10 °CAußentemperatur (warm → kalt)Vorlaufniedrige Kurve: hier startenhohe Kurve: kostet mehrnur erhöhen, wennRäume kalt bleiben
Abbildung: die Heizkurve. Beispielwerte; dein Regler zeigt seine eigene Skala.

Der Raumsollwert

Bei einer wetterabhängig geregelten Wärmepumpe verschiebt eine Änderung der Raum-Solltemperatur in der App die ganze Heizkurve parallel nach oben oder unten. Es ist kein Thermostat, das deinen Raum misst. Höherer Sollwert heißt höherer Vorlauf heißt höhere Kosten. Es ist eine bequeme Feineinstellung, aber sie hat einen Preis.

Betriebsarten

  • Programm oder Automatik: folgt einem Zeitplan mit Komfort- und Eco-Phasen. Das ist die empfohlene Grundeinstellung.
  • Dauerhaft Komfort oder Eco: hält eine Stufe, zum Beispiel Eco, wenn du weg bist.
  • Standby oder nur Warmwasser (Sommer): Heizung aus, nur Frostschutz.

Eine kleine Nachtabsenkung von 2 bis 3 °C ist in Ordnung. Eine tiefe Absenkung lohnt sich nicht: Das Aufheizen am Morgen kostet mehr, als die Nacht spart.

Heizkörperventile

Du kannst Thermostatventile behalten, aber die Regel ändert sich. Lass die Heizkörper in den Referenzräumen voll geöffnet. Sie sichern den Mindestdurchfluss. Nutze die Ventile nur, um einen zu warmen Raum zurückzunehmen. Schließe nicht große Teile des Systems.

Willst du weniger Wärme, senke die Kurve oder den Sollwert. Senke nicht den Durchfluss.

Tun und Lassen

Tun Lassen
Heizkurve einstellen, niedrig anfangen Einen festen hohen Vorlauf von 50 °C fahren
Sollwert und Betriebsart in der App nutzen Die meisten Heizkörperventile schließen
Kleine Nachtabsenkung (2 bis 3 °C) Die Zirkulation zum Sparen abschalten
Referenzräume offen lassen Das ganze System jeden Tag ein- und ausschalten

Warmwasser im Sommer

Im Sommer macht die Wärmepumpe nur Warmwasser. Mach das möglichst in den sonnigen Stunden (Kapitel 24). Ein kleiner Schub bei Solarüberschuss speichert Wärme kostenlos.

Wenn deine Wärmepumpe eine offene Schnittstelle hat

Hat sie eine Schnittstelle wie Modbus (Kapitel 21), kannst du die sicheren Stellgrößen, Betriebsart und Sollwert, aus einem Hausautomationssystem setzen. Viele Hersteller schützen die rohe Einstellung „maximaler Vorlauf“, aber Betriebsart und Sollwert bewirken fast dasselbe.

Das Wichtigste

  • Die Heizkurve ist dein wichtigstes Werkzeug. Niedrig anfangen und nur wenn nötig erhöhen.
  • Der Raumsollwert verschiebt die ganze Kurve. Er ist kein Thermostat.
  • Den Durchfluss nie drosseln. Referenzräume offen lassen.
  • Weniger Wärme gewünscht? Kurve oder Sollwert senken.

Kapitel 17 / 38 · 2 Min. Lesezeit

Kühlen mit der Wärmepumpe

Ein ehrlicher Blick darauf, was in einem Haus mit Heizkörpern funktioniert, und was es für die Förderung bedeutet.

In diesem Kapitel

  • Warum Heizkörper kaum kühlen
  • Was funktioniert: Flächenheizung und Gebläsekonvektoren
  • Die Frage der Förderung

Warum Heizkörper kaum kühlen

Viele Wärmepumpen können umgekehrt laufen und das Haus kühlen. Ob das hilft, hängt von den Heizflächen ab.

Heizkörper kühlen kaum. Sie haben zu wenig Fläche, um einen Raum nennenswert zu kühlen. Schlimmer noch: Eine kalte Heizkörperfläche kann unter den Taupunkt fallen. Dann kondensiert Wasser daran und tropft. Das kann Feuchteschäden verursachen.

Was funktioniert

Wirksames Kühlen braucht viel Fläche.

  • Fußboden- oder Wandheizung kühlt sanft.
  • Gebläsekonvektoren haben einen eigenen Ventilator und kühlen aktiv. In einem Haus mit Heizkörpern sind sie die realistische Nachrüstung.

Taupunktschutz

Sicheres Kühlen braucht einen Taupunkt- oder Feuchtesensor, der das Kühlen stoppt, bevor Wasser kondensiert. Prüfe, ob er Teil des Angebots ist.

Was Gebläsekonvektoren kosten

Ein Gebläsekonvektor ist mehr als das Gerät. Du brauchst auch Leitungen zu jedem Gerät und eine Kondensatableitung, weil jedes Gerät Wasser erzeugt. Der Preis hängt stark von der Leitungsführung ab. Lass dir einen Preis pro Raum inklusive Leitungen und Kondensat nennen.

Die Frage der Förderung

Eine verbreitete Sorge: „Wenn ich das Kühlen einschalte, verliere ich die Förderung.“ Die übliche Auffassung bei der BEG: Die Wärmepumpe wird als Heizungsersatz gefördert. Die Kühlfunktion ist als Zusatz erlaubt, solange das Gerät hauptsächlich als Heizung dient und die Effizienzregeln erfüllt. Kühlen als Hauptzweck wird nur in Nichtwohngebäuden gefördert. Manche Installateure sagen „nie aktivieren“. Das ist übervorsichtig und nicht die tatsächliche Regel.

Die Regeln ändern sich, also bestätige die Einzelheiten mit dem Energieberater, der deinen Antrag stellt. Er trägt die Verantwortung für die Förderkonformität.

Ein sicherer Weg: Installiere die Wärmepumpe jetzt als geförderte Heizung. Ergänze die Kühlteile später auf eigene Kosten und lass Heizen die Hauptnutzung bleiben.

Das Wichtigste

  • Heizkörper kühlen schlecht und können tropfen.
  • Fußbodenheizung oder Gebläsekonvektoren plus Taupunktsensor machen Kühlen sicher.
  • Kühlen hebt die Förderung nicht automatisch auf. Bestätige mit dem Energieberater.
  • Kühlen später auf eigene Kosten nachrüsten ist der sichere Weg.

Teil 4

Ein System, das zusammenspielt

Notstrom, Netzregeln und Steuerung: wie PV, Speicher, Wärmepumpe und Auto zusammenarbeiten.

Kapitel 18 / 38 · 3 Min. Lesezeit

Notstrom und Ersatzstrom

„Notstromfähig“ und „Notstrom enthalten“ sind nicht dasselbe. Die drei Fragen, die dir sagen, was du bei einem Blackout wirklich bekommst.

In diesem Kapitel

  • Ersatzstrom und Notstrom: zwei verschiedene Dinge
  • Drei Fragen, die du zu jedem Notstrom stellst
  • Warum eine Wärmepumpe dreiphasigen Notstrom braucht

Zwei Wörter, zwei Stufen

Deutsche Angebote nutzen zwei Begriffe. Sie klingen ähnlich, meinen aber verschiedene Stufen.

  • Ersatzstrom ist eine einfache Versorgung, oft von Hand umgeschaltet. Er ist oft einphasig und deckt nur ausgewählte Steckdosen oder Stromkreise. Es kann eine kurze Unterbrechung geben.
  • Notstrom (oder USV) ist automatisch und fast unterbrechungsfrei. Im Idealfall ist er dreiphasig und deckt das ganze Haus. Deine Geräte laufen weiter, ohne den Ausfall zu bemerken.

Drei Fragen

1. Nahtlos oder mit Lücke? Eine Umschaltzeit unter etwa 20 ms bemerken Computer und Router nicht. Manche Systeme brauchen mehrere Sekunden. Einige starten langsam, bis zu einer Minute oder mehr. Nach einer Lücke starten Geräte neu. Das zählt, wenn du im Homeoffice arbeitest oder empfindliche Geräte hast.

2. Ganzes Haus oder ausgewählte Stromkreise? „Ausgewählte Stromkreise“ heißt, nur vorher gewählte Leitungen sind abgesichert. Alles andere bleibt dunkel. Frag genau, welche Stromkreise.

3. Wie viele Ampere pro Phase? Das entscheidet, welche Lasten gleichzeitig laufen können. Ein System, das auf 35 A pro Phase begrenzt ist, kann nicht, was eines mit 63 A kann.

Die versteckten Kosten

Notstrom ist fast immer eine eigene Position: eine Notstrombox oder Umschalteinrichtung plus Verdrahtung im Zählerschrank. „Notstromfähig“ heißt oft, das System könnte es. Die Hardware ist nicht im Preis. Viele Angebote beschreiben einen Speicher als „notstromfähig“ und lassen dann die Box weg. Bei einem Blackout bekommst du nichts.

Beachte auch: Manche Angebote sagen, Notstrom sei „in Kaskade nicht möglich“, also nicht mit mehreren Wechselrichtern zusammen. Frag, was die Alternative ist.

Warum 3 Phasen für eine Wärmepumpe zählen

Eine Wärmepumpe und eine große Wallbox nutzen drei Phasen. Ist dein Notstrom nur einphasig, laufen Licht, Kühlschrank und Router weiter, aber die Wärmepumpe läuft nicht. Für Ganzhaus-Notstrom brauchst du einen dreiphasig notstromfähigen Hybrid-Wechselrichter, wo nötig eine Notstrombox und die richtige Verdrahtung.

Prüfe außerdem:

  • Schieflast. Bei dreiphasigem Notstrom soll der Speicher jede Phase nach Bedarf versorgen. Manche Wechselrichter können volle Leistung auf einer Phase liefern (100 % Schieflast), andere nicht.
  • Spitzenleistung. Eine Wärmepumpe zieht beim Start einen großen Strom. Prüfe, ob der Speicher ihn liefern kann. Halte die gesamte Spitzenlast im Notstrombetrieb innerhalb der Systemgrenze (zum Beispiel 10 kW).
  • Schwarzstart. Kann das System im Blackout von selbst wieder starten, wenn der Speicher leer ist und die Sonne scheint? Manche können das („schwarzstartfähig“).

Unterschiede zwischen Marken

Marken unterscheiden sich hier stark. In einem Vergleich für das echte Projekt:

  • Manche Systeme haben eingebauten dreiphasigen Notstrom mit einer Umschaltung von etwa 10 bis 20 ms und ohne extra Box (bis etwa 10 kW).
  • Manche brauchen eine eigene Notstrombox und schalten im Bereich von Sekunden um.
  • Manche starten langsam (20 bis 90 Sekunden) und warnen dich vorher.

Die genauen Zahlen gehören zu bestimmten Modellen und ändern sich. Nutze sie als Beispiele für die Spanne und frag nach dem Wert für das Modell in deinem Angebot.

Verdrahtungsrisiko

Notstrom braucht eine korrekte Umschaltverdrahtung. Ist sie schlecht gemacht, kann ein Wechselrichterfehler das Haus lahmlegen. Frag, wer die Verdrahtung plant und prüft und ob eine Schutzeinrichtung (MCCB) enthalten ist.

Prüftabelle

Punkt Gut Akzeptabel Warnsignal
Art Automatisch, dreiphasig, ganzes Haus Einphasiger Ersatzstrom „Notstromfähig“ ohne Hardware
Umschaltung Nahtlos, unter etwa 20 ms Einige Sekunden Nicht genannt
Hardware Notstrombox und Verdrahtung im Preis Box optional, mit Preis Weder enthalten noch bepreist
Strom 63 A pro Phase oder ähnlich 35 A pro Phase Nicht genannt
Wärmepumpe Läuft im Notstrom (dreiphasig) Nur teilweise Nicht möglich, nicht erwähnt

Frag nach

  • Ist automatischer, dreiphasiger Ganzhaus-Notstrom enthalten? Welche Zusatzhardware ist nötig und was kostet sie?
  • Wie lang ist die Umschaltzeit? Ist das System schwarzstartfähig?
  • Wie viele Ampere pro Phase? Läuft meine Wärmepumpe im Notstrom?

Das Wichtigste

  • Notstrom ist automatisch und fast nahtlos. Ersatzstrom ist einfach und oft manuell.
  • „Notstromfähig“ ist kein Notstrom. Prüfe, ob die Hardware im Preis ist.
  • Eine Wärmepumpe braucht dreiphasigen Notstrom.
  • Frag nach Umschaltzeit, abgedeckten Stromkreisen und Ampere pro Phase.

Kapitel 19 / 38 · 3 Min. Lesezeit

Netzregeln, die bedrohlich klingen

EEG §9, §14a, Smart Meter, Steuerbox und Hausanschluss. Was sie für ein Haus mit Eigenverbrauch bedeuten und was du tun musst.

In diesem Kapitel

  • Die 60-%-Einspeisegrenze und der Smart Meter
  • §14a: niedrigere Netzentgelte für steuerbare Geräte
  • Der Hausanschluss und deine Pflicht zur Anmeldung

Stand 2026. Regeln und Grenzen ändern sich. Frag im Zweifel deinen Netzbetreiber.

Ein paar Regeln kommen bei PV und Wärmepumpen immer vor. Sie klingen streng. Für einen Haushalt, der meist seinen eigenen Strom nutzt, sind sie meist harmlos.

Smart Meter und die 60-%-Grenze

Ab einer bestimmten Anlagengröße (typisch über 7 kWp) brauchst du ein intelligentes Messsystem (iMSys, ein Smart Meter). Es wird vom Messstellenbetreiber eingebaut, nicht von deiner PV-Firma. Die Wartezeit kann mehrere Wochen betragen.

Bis ein Smart Meter mit Steuerbox aktiv ist, gilt oft eine vorläufige Einspeisegrenze von 60 % der Anlagenleistung (Solarspitzengesetz). Zwei Punkte nehmen die Sorge:

  • Sie begrenzt nur, was du ins Netz einspeist. Sie begrenzt nicht, was du selbst nutzt.
  • Sie fällt weg, sobald Smart-Meter-Gateway und Steuerbox in Betrieb sind.

Für eine Anlage, die auf Eigenverbrauch ausgelegt ist, mit Speicher, Wärmepumpe und Auto, spielt das kaum eine Rolle.

§14a: steuerbare Geräte

Wärmepumpen und Wallboxen über 4,2 kW gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Nach §14a EnWG bekommst du reduzierte Netzentgelte. Dafür darf der Netzbetreiber ihre Leistung in Spitzenzeiten kurz verringern. Das braucht einen dafür eingerichteten Zählerschrank. In der Praxis ist die Reduzierung selten und mild, während die Ersparnis das ganze Jahr läuft.

Manche Angebote bereiten das im Zählerschrank vor (ein freies Feld und Verdrahtung). Andere sagen, Steuerbox und Verdrahtung zur Wärmepumpe könnten „auf eigene Kosten“ dazukommen. Frag klar nach, wie Kapitel 29 es vorschlägt.

Auch das Laden des Speichers aus dem Netz über 4,2 kW kann unter §14a fallen.

Hausanschluss und Hauptsicherung

Ein Haus von 1972 hat vielleicht einen kleinen Anschluss. Eine Wärmepumpe, eine Wallbox mit 11 kW und der Speicher, der in günstigen Stunden aus dem Netz lädt, können gleichzeitig laufen. Zusammen können sie mehr verlangen, als der Anschluss hergibt.

Lass deinen Installateur prüfen:

  • die Größe der Hauptsicherung (SLS) (zum Beispiel 35, 50 oder 63 A),
  • ob der Hausanschluss groß genug ist,
  • ob das Energiemanagement die Gesamtlast begrenzen soll.

Im echten Projekt sagte der Netzbetreiber, dass er bei der PV-Anmeldung den Anschluss prüft und ihn auf 63 A erhöhen kann, für 0 bis 350 €. Das beantwortete eine offene Frage für alle Installateure. Frag deinen eigenen Netzbetreiber.

Was du tun musst

Du musst nicht viel tun:

  • Stelle sicher, dass dein Installateur die Netzanmeldung und die Abstimmung mit dem Messstellenbetreiber übernimmt. Die meisten tun das.
  • Wisse, dass moderne Wechselrichter für eine Fernreduzierung der Leistung bereit sind.
  • Melde deine Anlage im Marktstammdatenregister (MaStR) an, innerhalb von etwa einem Monat nach Inbetriebnahme. Du machst das selbst. Es ist kostenlos und online. Kapitel 36 behandelt es.

Die positive Seite

Die Steuerbarkeit, die diese Regeln verlangen, ist dieselbe, die du selbst willst. Sie ist die Grundlage für dynamische Tarife und für die Optimierung des Eigenverbrauchs. Regelkonformität und dein eigener Plan nutzen dieselbe Technik.

Das Wichtigste

  • Die 60-%-Grenze gilt nur für die Einspeisung und endet mit Smart Meter und Steuerbox.
  • §14a gibt reduzierte Netzentgelte für eine Wärmepumpe oder Wallbox, die kurz gedrosselt werden darf.
  • Prüfe Hausanschluss und Hauptsicherung für die gemeinsame Spitzenlast.
  • Du musst die Anlage selbst im MaStR anmelden.

Kapitel 20 / 38 · 3 Min. Lesezeit

Warum lokale Steuerung zählt

Cloud-Abhängigkeit, Abos und Ausfälle. Was du gewinnst, wenn dein System auch ohne die Server des Herstellers läuft.

In diesem Kapitel

  • Was „lokale Steuerung“ und „Cloud-Abhängigkeit“ bedeuten
  • Vier Risiken eines reinen Cloud-Systems
  • Warum das bei der Markenwahl zählen sollte

Zwei Arten, ein System zu steuern

Cloud-Steuerung. Du nutzt die App des Herstellers. Die App spricht mit den Servern des Herstellers, und die Server sprechen mit deinem Wechselrichter oder deiner Wärmepumpe. Alles läuft über das Internet und über die Firma.

Lokale Steuerung. Deine eigenen Geräte sprechen direkt mit dem Wechselrichter oder der Wärmepumpe, in deinem Heimnetz. Das Internet ist nicht nötig. Du kannst auch die Hersteller-App nutzen, bist aber nicht von ihr abhängig.

Beides funktioniert an einem guten Tag. Der Unterschied zeigt sich, wenn sich etwas ändert.

Schema: Cloud-Steuerung läuft komplett über die Server des Herstellers; lokale Steuerung spricht direkt über dein Heimnetz.Cloud-SteuerungLokale SteuerungWechselrichterDein HandyServer desHerstellersInternet oder Server aus = keine SteuerungHome Assistant / evccdein Heimnetz (LAN-Kabel)Wechselrichter+ SpeicherWärme-pumpeWallboxFunktioniert auch ohne Internet
Abbildung: zwei Wege, ein System zu steuern.

Vier Risiken bei reiner Cloud

  1. Änderungen. Der Hersteller kann die App ändern, eine Funktion entfernen oder den Support für alte Modelle beenden.
  2. Abos. Eine Funktion, die heute kostenlos ist, kann hinter eine Zahlung wandern. Ein Beispiel: Ein Hersteller bietet automatisches Laden nach dynamischem Tarif nur in einem kostenpflichtigen Cloud-Tarif von etwa 36 € im Jahr an. Das ist keine große Summe. Es zeigt das Prinzip, denn eine Funktion, die du gekauft zu haben glaubtest, kann zur Miete werden.
  3. Garantie an die Cloud gebunden. Manche Hersteller geben eine längere Garantie nur, wenn du dein System in ihrem Portal registrierst. Das macht das Portal zur Voraussetzung.
  4. Ausfälle und Abschaltung. Fallen die Server aus oder verschwindet die Firma, verliert ein reines Cloud-System seine smarten Funktionen. Fällt dein Internet aus, fällt auch deine Steuerung aus.

Dazu kommt der Datenschutz: Deine Verbrauchsdaten gehen an eine Firma, die du nicht gut kennst.

Was du mit lokaler Steuerung gewinnst

  • Eigene Regeln. Lade den Speicher, wenn Strom günstig ist. Leite Solarüberschuss in Wärmepumpe oder Auto. Kein Abo.
  • Unabhängigkeit. Es läuft weiter, wenn die Cloud verschwindet.
  • Integration. Ein System, zum Beispiel Home Assistant oder evcc, kann Wechselrichter, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox gemeinsam steuern, auch von verschiedenen Herstellern.
  • Längere Nutzungsdauer. Ein Wechselrichter oder eine Wärmepumpe bleibt nützlich, nachdem ihre Cloud eingestellt wurde.

Brauchst du das?

Nicht jeder braucht es. Willst du ein einfaches System, das „einfach läuft“, und bist mit der Hersteller-App zufrieden, ist ein Cloud-System in Ordnung. Trifft aber eines davon zu, sollte lokale Steuerung ein Auswahlkriterium sein:

  • Du willst einen dynamischen Tarif mit eigener Logik nutzen.
  • Du willst PV, Speicher, Wärmepumpe und Auto verschiedener Hersteller verbinden.
  • Du willst nicht von einem Abo oder davon abhängen, dass die Firma 20 Jahre lang bestehen bleibt.
  • Du bastelst gern an einem Hausautomationssystem.

Ein ehrlicher Hinweis

Lokale Steuerung ist nicht umsonst. Du oder ein Helfer müsst sie einrichten. Du wirst verantwortlich für Regeln, die den Speicher steuern. Fällt dein Regler aus, muss das System in einen sicheren Modus zurückfallen (Kapitel 24). Ein gutes lokales Setup ist auch ein Hobby. Spricht dich das nicht an, wähle ein System mit guter Hersteller-App und stelle sicher, dass die Grundfunktionen ohne Cloud laufen.

Mach es zum Teil deiner Entscheidung

Behandle die Steuerungsfrage wie die Garantie. Sie ist vor dem Kauf leicht zu prüfen und danach schwer zu beheben. Die nächsten Kapitel geben dir das Vokabular (Kapitel 21) und das Markenbild (Kapitel 22 und 23). In Teil 5 wird die Steuerungsprüfung eine Zeile in deinem Angebotsvergleich.

Das Wichtigste

  • Lokale Steuerung heißt, deine Geräte sprechen ohne die Server des Herstellers miteinander.
  • Reine Cloud bringt Risiken: Änderungen, Abos, Garantiebindung und Ausfälle.
  • Lokale Steuerung gibt dir eigene Regeln, Unabhängigkeit und Integration.
  • Sie ist ein echtes Auswahlkriterium für Wechselrichter und Wärmepumpe.

Kapitel 21 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Die Sprachen der Geräte

Modbus, EEBus, SG-Ready, MQTT und REST. Was jede kann und was nicht, und welche Werkzeuge sie nutzen.

In diesem Kapitel

  • Lesen und Schreiben
  • Modbus, SG-Ready, EEBus und lokale Schnittstellen
  • Home Assistant und evcc, in je zwei Sätzen

Lesen und Schreiben

Hinter „lokaler Steuerung“ stecken zwei verschiedene Dinge.

  • Lesen heißt, du siehst Daten: PV-Leistung, Batteriestand, Netzfluss. Fast jedes Gerät erlaubt das.
  • Schreiben heißt, du gibst Befehle: „lade jetzt den Speicher“, „setze dieses Limit“. Hier unterscheiden sich Marken stark.

Wenn du ein System prüfst, frag immer getrennt: Kann ich lokal lesen? Kann ich lokal schreiben?

Modbus

Modbus ist ein altes, einfaches, offenes Protokoll aus der Industrie. Ein Gerät in deinem Heimnetz (ein kleiner Computer oder Home Assistant) fragt den Wechselrichter nach Werten oder setzt Werte. Modbus TCP läuft über das Netzwerkkabel. Modbus RTU läuft über eine serielle Leitung (RS485).

Hat ein Wechselrichter dokumentiertes lokales Modbus TCP mit Lesen und Schreiben, kannst du fast alles tun: PV-, Speicher- und Netzdaten lesen, Lade- und Entladeleistung setzen, die Einspeisung begrenzen. Es ist der Goldstandard für Hausautomation.

Was du prüfst:

  • Manche Hersteller müssen Modbus bei der Inbetriebnahme freischalten. Der Installateur braucht dafür vielleicht ein Konto.
  • Manche brauchen den richtigen Dongle oder Netzwerk-Stick. Ein Stick, der passend aussieht, unterstützt vielleicht kein Modbus.
  • Eine Netzwerkverbindung per Kabel (LAN) ist zuverlässiger als WLAN. Plane ein Kabel zu Wechselrichter, Wärmepumpe und Wallbox, solange die Wände offen sind.
  • Die Nutzung von Modbus darf die Garantie nicht erlöschen lassen. Frag schriftlich.

SG-Ready

SG-Ready ist ein sehr einfaches Signal für Wärmepumpen. Es sind zwei Kontakte (Klemmen), die den Zustand von zwei Schaltern lesen. Vier Kombinationen ergeben vier Modi.

Zustand Modus Was die Wärmepumpe tut
1:0 Sperre Kurz abgeschaltet (EVU-Sperre, max. 2 Stunden)
0:0 Normal Läuft wie üblich
0:1 Einschaltempfehlung Ein sanfter Anstoß, etwas mehr zu heizen
1:1 Einschaltbefehl Eine starke Aufforderung zum Aufheizen

Die Wärmepumpe liest die Kontakte nur. Etwas anderes muss sie schließen:

  • dein PV-Wechselrichter, wenn er Überschuss sieht,
  • ein Hausautomationssystem (mit einem Relais),
  • der Netzbetreiber (§14a).

SG-Ready ist universell und günstig, aber grob. Es kann nicht sagen „mach 43 °C“ oder „lade den Speicher auf 52 °C“. Was „Boost“ bedeutet, entscheidet der Regler der Wärmepumpe. Prüfe auch, wer die Kontakte verdrahtet. Die Arbeit fällt oft zwischen Heizung und Elektro.

EEBus

EEBus ist ein neuerer europäischer Standard für die Kommunikation zwischen Geräten (Wärmepumpe, Wallbox) und einem Energiemanager. Er ist detaillierter als SG-Ready. Langfristig ist er der moderne Nachfolger.

Erwarte heute nicht zu viel:

  • Viele EEBus-Verbindungen liefern Leistungsgrenzen und Messwerte, keine Sollwerte wie Temperaturen.
  • Der offene Referenzcode lässt sich nicht einfach in Home Assistant nutzen.
  • Er ist großartig, wenn beide Geräte ihn sprechen und ein Manager sie steuert (zum Beispiel aus derselben Produktfamilie). Er ist nicht dasselbe wie steuerbar aus deiner eigenen Hausautomation.

Weitere lokale Schnittstellen

  • REST / HTTP-API: eine dokumentierte Webschnittstelle am Gerät. Gut zum Lesen, manchmal zum Schreiben.
  • MQTT: ein leichtes Nachrichtensystem, das viele Bastel-Werkzeuge nutzen. Manche Geräte oder Zusatzboxen bieten es an.
  • Proprietäre lokale APIs: zum Beispiel eine lokale Schnittstelle eines Herstellers, die nur mit seiner Partner-Software funktioniert. Offen für Partner, nicht für dich.
Schema: Home Assistant oder evcc verbindet sich mit Wechselrichter und Speicher über Modbus TCP, mit der Wärmepumpe über Modbus oder ein SG-Ready-Relais, mit Zähler und Wallbox.Home Assistant/ evccWechselrichter + SpeicherModbus TCP · lesen + schreibenWärmepumpeModbus · oder SG-Ready-RelaisSmart Meter / Netzsensorlokaler SensorWallboxlokale API / ModbusEEBus = Netzgrenzen + Messwerte,meist über den Manager des Herstellers
Abbildung: die wichtigen lokalen Schnittstellen und wofür man sie nutzt.

Werkzeuge, von denen du hören wirst

Home Assistant ist Open-Source-Software für Hausautomation. Sie läuft auf einem kleinen Computer bei dir zu Hause. Sie hat fertige Integrationen für viele Wechselrichter und Wärmepumpen, manche aus der Community (HACS-Integrationen genannt). Sie kann Geräte lokal lesen und steuern.

evcc ist Open-Source-Software, die sich auf solarbewusstes Laden von Elektroautos und Speichersteuerung konzentriert. Sie kennt viele Wechselrichter, Wallboxen und Zähler. Sie übernimmt die Logik für Eigenverbrauch, Mindestladung und Tarife, damit du nicht alles selbst programmierst.

Beide können auf demselben kleinen Computer laufen.

Offen oder geschlossen? Eine kurze Tabelle

Was du im Angebot siehst Was es für dich bedeutet
„Modbus TCP, lokal, Lesen und Schreiben, dokumentiert“ Sehr gut für lokale Steuerung
„Modbus nur lesend“ oder „braucht den Dongle des Herstellers“ Machbar, mit Grenzen
„Home Assistant: gepflegte Integration“ Gutes Zeichen
„EEBus“ bei einer Wärmepumpe Gut für Netz und Überschuss, aber nicht zwingend für deine eigene Automation
Nur „App und Cloud-Portal“ Nur Cloud, riskant
„Nur Cloud-API, Nutzungsbedingungen verbieten Abfragen“ Warnsignal

Prüftabelle

Wert Gut Akzeptabel Warnsignal
Lokales Modbus TCP/RTU Dokumentierte Registerliste, Lesen und Schreiben Nur Lesen oder über einen Dongle Kein Modbus, nur Cloud-API
Offene lokale API Lokales REST, MQTT oder Modbus, dokumentiert Lokal, aber undokumentiert Nur Cloud
Home-Assistant-Integration Ausgereift, Lesen und Schreiben Community, nur Lesen Keine oder Cloud-Abfrage
EEBus Unterstützt Auf der Roadmap Keiner

Das Wichtigste

  • Frag getrennt nach Lesen und Schreiben.
  • Modbus TCP mit Lesen und Schreiben ist der Goldstandard. Es muss eventuell bei der Inbetriebnahme freigeschaltet werden.
  • SG-Ready ist einfach und universell, aber grob. EEBus ist detaillierter, aber nicht dasselbe wie eigene Steuerung.
  • Home Assistant und evcc sind die gängigen offenen Werkzeuge.

Kapitel 22 / 38 · 6 Min. Lesezeit

Wechselrichter und Speicher steuern

Was sich zwischen Wechselrichter-Plattformen unterscheidet, eine Stufenübersicht für lokale Steuerung und die Fallen bei der Inbetriebnahme.

In diesem Kapitel

  • Die Falle bei gleichzeitigem Lesen und Schreiben
  • Eine Stufenübersicht der Wechselrichter- und Speicher-Plattformen
  • Markennotizen: Zuverlässigkeit, Offenheit, Notstrom
  • Was du bei der Inbetriebnahme tust

Das Verhalten von Marken ändert sich mit Firmware und neuen Modellen. Die folgenden Notizen stammen aus Herstellerunterlagen sowie Berichten von Besitzern und Installateuren, gesammelt 2026. Sie zeigen eine Richtung, keine Laborergebnisse. Prüfe das genaue Modell vor dem Kauf.

Die Falle bei Lesen und Schreiben

Sobald du Befehle sendest, wirst du zum Batteriemanager. Der Wechselrichter tut, was du sagst, und stellt vielleicht seine eigene Eigenverbrauchslogik ein. Dann musst du dich um drei Dinge kümmern: sinnvollen Eigenverbrauch, einen Mindestladestand und einen Ausfallmodus: Was passiert, wenn dein Regler abstürzt? Ein gutes Setup fällt auf das eigene Verhalten des Wechselrichters zurück.

Darum ist evcc eine gute Wahl. Es übernimmt die Managerrolle und regelt diese Punkte sauber.

Marken unterscheiden sich darin, wie sie Lesen und Schreiben zusammen erlauben:

  • Manche Wechselrichter erlauben einem fremden Regler, gleichzeitig über Modbus zu lesen und zu schreiben, mit sauberem Rückfall auf Eigenverbrauch im Leerlauf.
  • Eine bekannte Marke hat im Handbuch eine Grenze: Solange „Wechselrichtersteuerung über Modbus“ aktiv ist, ist gleichzeitiges Senden und Empfangen nicht möglich. Der Umweg ist, über die Web-API zu lesen und über Modbus zu schreiben, auf getrennten Kanälen.
  • Manche begrenzen die Zahl gleichzeitiger Modbus-Verbindungen oder sperren Einstellungen hinter einem Installateurkonto.
  • Manche nutzen einen Watchdog: Ein Sollwert verfällt nach zum Beispiel 60 Sekunden, dein Regler muss ihn also alle 30 Sekunden neu senden. Das ist eine Schutzfunktion, aber du musst sie einplanen.

Stufen für lokale Steuerung

Diese Liste vereinfacht. Sie beruht darauf, wie gut eine Plattform Lesen und Schreiben über eine lokale Schnittstelle erlaubt, wie ausgereift die Home-Assistant-Unterstützung ist und wie geschlossen das Cloud-Modell ist.

Stufe Bedeutung In der Recherche gesehene Plattformen
A Lokales Modbus mit Lesen und Schreiben, ausgereifte Home-Assistant-Unterstützung Sungrow, SMA, Huawei, Sigenergy, Fenecon (mit kostenpflichtiger Schreiboption), RCT, Fronius (mit der oben genannten Kanalgrenze), Victron
B Machbar, mit Grenzen oder Eigenheiten GoodWe, SolaX, Kostal, SolarEdge
C Cloud-lastig oder geschlossen EcoFlow, Felicity (nur Eigenbau), Viessmann Vitocharge, Hoymiles, Tesla Powerwall

Notizen nach Plattform

Diese Notizen geben dir den Charakter jeder Plattform. Sie sind Beispiele, keine Empfehlungen.

Sungrow (Hybrid-Wechselrichter mit eigenem Speicher). In vielen Märkten der meistinstallierte Hybrid. Lokales Modbus TCP mit Lesen und Schreiben ist dokumentiert, und das Handbuch erlaubt fremde Energiemanager. Am besten dokumentierte Home-Assistant-Integration. Eingebauter dreiphasiger Notstrom von etwa 20 ms ohne extra Box, bis grob 10 kW. Gelegentlich werden Kommunikations- oder Firmwarefehler beim Speicher berichtet. Prüfe die Notstromverdrahtung.

SMA (Sunny Tripower mit Home Storage). Deutsch, mit sehr hoher Zuverlässigkeit und besten Wirkungsgraden in unabhängigen Tests. Natives lokales Modbus und gute Home-Assistant-Unterstützung. Notstrom funktioniert mit einer Lücke von etwa 5 bis 7 Sekunden und braucht eine Notstromeinheit. Oft der höchste Preis pro kWp. Der SMA Home Manager 2.0 ist ein lokaler Energiemanager und arbeitet mit dynamischen Tarifen.

Huawei (SUN2000 mit LUNA2000). Spitzen-Wirkungsgrad, lokales Modbus TCP, starke Home-Assistant-Unterstützung. Notstrom braucht eine eigene Notstrombox. Die ältere LUNA-S0-Generation ist weniger attraktiv als S1. Manche Käufer bedenken Marken- und geopolitisches Risiko bei einem Gut für 20 Jahre.

Sigenergy (SigenStor). Modern, modular, echter dreiphasiger Notstrom mit Gateway, natives Modbus TCP, ein integrierter DC-Autolader für Vehicle-to-Home. Der Installateur muss bei der Inbetriebnahme Modbus freischalten. Eine junge Firma ohne jahrzehntelange Erfahrung und ein freiwilliges Steckverbinder-Austauschprogramm 2025.

Fronius (GEN24 / Verto mit BYD-Speicher). Hervorragende Zuverlässigkeit, aktive Lüfterkühlung (die beste an heißen Orten), offenes SunSpec-Modbus. Langsamer Start im Notstrombetrieb (20 bis 90 Sekunden). Geringe DC-Überbauung. Lies das zusammen mit der oben genannten Lese-/Schreibgrenze. Die Standardgarantie ist kurz, wenn du dich nicht im Cloud-Portal registrierst.

RCT Power. Deutsch. Community-Integration für Home Assistant. Lesen ist solide, Schreiben eingeschränkter. Ein kleineres Ökosystem.

GoodWe. Offizielle Home-Assistant-Integration. Lokales Lesen und Schreiben. Die häufige Klage betrifft den Garantieservice: Besitzer berichten von ignorierten Tickets. In Ordnung mit einem starken Installateur vor Ort, der Reklamationen übernimmt.

SolaX. Steuerbar, aber die fummeligste der brauchbaren Plattformen: eine bekannte Home-Assistant-Integration mit Eigenheiten, und sie braucht den richtigen Dongle (einen Typ, der Modbus unterstützt).

Fenecon (OpenEMS). Von der Philosophie her sehr offen. Die kostenlose App ist nur lesend. Schreibsteuerung (über Modbus oder REST) braucht eine kostenpflichtige Einmal-Lizenz. Wenn du sie in die engere Wahl nimmst, lass den Installateur die App für Schreibzugriff ins Angebot aufnehmen.

Victron. Voll lokal, MQTT und Modbus, offenes System. Nahtloser Notstrom und Inselfähigkeit. Mehr Eigenbau, geringerer Spitzenwirkungsgrad und eine AC-gekoppelte Bauweise. Eine Wahl für Tüftler.

SolarEdge. Am besten bei stark verschatteten Dächern (Modulebene). Nur eine Modbus-Verbindung gleichzeitig, und viele Speichereinstellungen sind in der Installateur-App gesperrt. Wähle es für echten Schatten, nicht für Offenheit.

Cloud-lastige Beispiele. EcoFlow, Viessmann Vitocharge, Hoymiles und Tesla Powerwall sind App und Cloud zuerst. Lokale Schreibsteuerung fehlt oder ist eingeschränkt. Felicity lässt sich per Kabel-RS485 mit Community-Werkzeugen steuern, aber das ist Eigenbau, und die Nutzergruppe ist klein. In manchen Fällen gute Hardware, aber das falsche Steuerungsmodell für ein lokales Setup.

Rangfolge nach Offenheit

Von am offensten bis am geschlossensten, als grobe Orientierung:

Victron > Sungrow, SMA, Sigenergy > Huawei, Kostal, Fronius, RCT, GoodWe > SolarEdge (gesperrte Einstellungen) > SolaX (Eigenheiten) > Fenecon (bezahltes Schreiben) >> Viessmann, EcoFlow, Felicity, Tesla (Cloud).

Nicht überoptimieren

Zwischen den besten Optionen sind die Unterschiede bei Effizienz und Zuverlässigkeit einige Prozent. Das ist weniger als der Unterschied, den ein guter Installateur, die richtige Dimensionierung und ein kühler Aufstellort machen. Wähle aus der obersten Stufe und stecke deine Energie in die Qualität des Installateurs und die Inbetriebnahme.

Was du bei der Inbetriebnahme tust

  • Bestätige, dass Modbus TCP freigeschaltet ist und du die Zugangsdaten und die Registerdokumentation bekommst.
  • Prüfe, ob der richtige Dongle verbaut ist, falls einer nötig ist.
  • Bestätige, dass die Nutzung von Modbus die Garantie nicht berührt.
  • Nutze ein Netzwerkkabel, nicht WLAN, zum Wechselrichter.
  • Teste den Ausfallmodus. Zieh mitten im Laden das Kabel deines Reglers und beobachte, ob der Wechselrichter auf seine eigene Logik zurückfällt.
  • Prüfe die evcc-Kompatibilitätsliste für dein genaues Modell.

Prüftabelle

Wert Gut Akzeptabel Warnsignal
Lokales Modbus Dokumentiert, Lesen und Schreiben Nur Lesen oder über Dongle Kein Modbus, nur Cloud
Speicher-Sollwertsteuerung Externes Lade- und Entladeziel über eine lokale Schnittstelle Nur Zeitpläne in der Hersteller-App Keine externe Steuerung
Dynamischer Tarif Funktioniert mit Tibber, aWATTar und ähnlichen und verschiebt Lasten Smart-Meter-fähig, manuell Nur statisch
Garantie und lokale Nutzung Keine Auswirkung auf die Garantie, schriftlich Unklar Lokale Nutzung beendet die Garantie

Frag nach

  • Wird Modbus TCP (Lesen und Schreiben) bei der Inbetriebnahme freigeschaltet, und bekomme ich die Registerdokumentation?
  • Beeinflusst lokale Steuerung meine Garantie? Bitte schriftlich bestätigen.
  • Gibt es eine Funktion, die einen bezahlten Cloud-Tarif braucht?
  • Welcher Dongle oder welches Zubehör ist nötig?

Das Wichtigste

  • Wenn du Befehle sendest, bist du der Batteriemanager. Plane den Ausfallmodus.
  • Die Wechselrichter-Plattform ist ein echtes Auswahlkriterium für lokale Steuerung.
  • Sungrow, SMA, Sigenergy, Huawei, Fronius, RCT und Victron sind die üblichen offenen Optionen.
  • Bei der Inbetriebnahme: Modbus freischalten, Dongle prüfen, Kabel nutzen, Ausfallmodus testen.

Kapitel 23 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Die Wärmepumpe steuern

Was EEBus wirklich bringt, welche Wärmepumpen-Plattformen einen lokalen Weg vom Hersteller haben und ein günstiger Notbehelf für fast jedes Gerät.

In diesem Kapitel

  • Was du an einer Wärmepumpe steuern kannst und was nicht
  • Warum EEBus nicht dasselbe ist wie Home-Assistant-Steuerung
  • Eine Rangfolge der Wärmepumpen-Plattformen und ein Notbehelf für jedes Gerät

Geprüft im Juli 2026. Software und Support ändern sich. Prüfe das genaue Modell vor dem Kauf.

Was du tun willst

Bei einer Wärmepumpe sind diese Steueraufgaben nützlich:

  • Daten lesen: Temperaturen, Leistung, Betriebsart.
  • Betriebsarten schalten: zum Beispiel ein Warmwasser-Boost, wenn viel Solarstrom da ist.
  • Sollwerte ändern: für eine Weile ein höheres Raum- oder Warmwasserziel.
  • Leistung begrenzen, wenn das Netz es verlangt (§14a).

Wärmepumpen sind geschlossener als Wechselrichter. Ihre Hersteller fürchten, dass falsche Befehle das Gerät beschädigen. Viele geben dir deshalb nur die sicheren Teile.

EEBus ist keine Home-Assistant-Steuerung

EEBus klingt wie die offene Antwort. Schau genauer hin.

  1. EEBus ist nicht automatisch in Home Assistant nutzbar. Die offene Referenzbibliothek sagt, sie sei eine Basis, um Unterstützung in verschiedenen Systemen zu bauen. Man kann sie nicht einfach einsetzen. Andere Systeme brauchen eine eigene Schnittstelle.
  2. EEBus liefert keine Sollwerte. In der Referenzimplementierung werden Werte wie Temperaturen und die Möglichkeit, sie zu ändern, nicht bereitgestellt. Die einzige bekannte EEBus-zu-Home-Assistant-Brücke, für einen Hersteller, kann nur Leistungsbegrenzung (im Stil von §14a) und Leistungsmessung, keine Heizungssteuerung. EEBus geht also um Netz-Dimmen und Messen, nicht um Heizen mit Sollwerten.
  3. Berichte aus der Praxis. Ein Nutzer mit einer verbreiteten Wärmepumpe und ihrem EEBus-fähigen Modul berichtete, dass mehrere Versuche mit EEBus und Modbus TCP scheiterten. In der App gab es keine Option, Modbus zu aktivieren, und die EEBus-Suche fand nichts. Eine Anfrage im evcc-Projekt für genau dieses Gerät ist noch offen.

Die tiefste Steuerung einer Wärmepumpe läuft oft über die lokale API des Herstellers. Diese API ist meist nur Partner-Energiemanagern offen, nicht Endkunden.

EEBus bleibt nützlich, wenn ein Manager und eine Wärmepumpe aus kompatiblen Familien miteinander sprechen. Ein Beispiel ist ein Hausmanager einer Marke, der EEBus mit einem Wärmepumpenmodul spricht, das ihn auch spricht. Dann funktioniert PV-Überschussheizen. Aber dann steuert dieser Manager die Wärmepumpe. Dein eigenes Home Assistant nicht. Das löst das Energieproblem. Es löst nicht deinen Wunsch, alles selbst zu steuern.

Eine Rangfolge nach Offenheit

Diese Rangfolge stammt aus einer Prüfung im Juli 2026. Sieh sie als Momentaufnahme.

  1. Stiebel Eltron und Tecalor (Stiebel-Gruppe), mit dem ISG-Gateway. Offizielles Modbus TCP und eine Home-Assistant-Core-Integration. Die einzige Plattform in der Prüfung mit einem Herstellerweg. Andere Modelle der Gruppe teilen das.
  2. Wolf (CHA, FHA). EEBus, von evcc nativ unterstützt (dimmbar, meldet Leistung). Es war nicht in den Angeboten des echten Projekts, aber gut zu wissen.
  3. Vaillant. EEBus plus eine Community-Brücke, aber nur für Leistungsbegrenzung und Messung.
  4. Buderus (Bosch). EEBus bietet das LAN-Modul seit März 2025, aber es gibt keinen bekannten Weg in Home Assistant. Ein Community-Projekt (EMS-ESP) existiert.
  5. Viessmann. Die ViCare-API ist cloudbasiert. Hausautomation läuft über die Cloud.
  6. Panasonic. Lokale Steuerung nur mit einer Community-Box (HeishaMon), ein Eigenbau.

Andere Hersteller können irgendwo auf dieser Skala liegen. Frag immer nach dem genauen Modell und prüfe.

Ein Notbehelf für jede Wärmepumpe

Fast jede Wärmepumpe hat SG-Ready-Klemmen (Kapitel 21). evcc hat einen Gerätetyp, sgready-relay, der die zwei SG-Ready-Kontakte mit einem günstigen Smart-Relay (zum Beispiel zwei Shelly-Relais) für „Boost“ und „Dim“ schließt. Ein Shelly-Energiezähler misst die Leistung. Das funktioniert lokal mit Marken, die keine offene Schnittstelle bieten, auch Buderus, Viessmann und Panasonic.

  • Kosten: grob 100 € Hardware, plus Einbau.
  • Grenze: es ist grob, nur Boost und Dim, keine Sollwerte.
  • Ergebnis: keine Wärmepumpe ist völlig unsteuerbar. Du verlierst Genauigkeit, nicht Kontrolle.

Frag deinen Installateur oder einen Elektriker, wer es verdrahtet. Die Aufgabe fällt oft zwischen die Gewerke.

Was du fragst und prüfst

  • Welche Schnittstelle hat die angebotene Wärmepumpe? Modbus, EEBus, SG-Ready oder nur Cloud?
  • Ist das Gateway oder LAN-Modul im Preis? (Bei manchen Marken ist es ein kostenpflichtiges Extra.)
  • Kann mein Hausautomationssystem sie steuern, oder nur der eigene Manager des Herstellers?
  • Sind die SG-Ready-Kontakte verdrahtet, und von wem?

Prüftabelle

Wert Gut Akzeptabel Warnsignal
SG-Ready Klemmen vorhanden und verdrahtet Vorhanden, nicht verdrahtet Nicht verfügbar
EEBus Unterstützt Roadmap Keiner
Modbus / lokale API Dokumentiert, für mich nutzbar Nur Partner oder Community Nur Cloud
Fremdsteuerung (Home Assistant) Möglich mit Lesen und Schreiben Nur Lesen oder über Notbehelf Nicht möglich
PV-Überschussheizen, jede Marke Automatisiert, markenübergreifend Nur SG-Ready ein/aus Kein Weg
Cloud-Abhängigkeit Keine Optionale Cloud Cloud erforderlich

Frag nach

  • Welche lokale Schnittstelle hat genau dieses Modell, und ist das Gateway im Preis?
  • Ist sie von einem anderen System als dem eigenen Manager des Herstellers steuerbar? Zeigt mir bitte die Dokumentation.
  • Sind die SG-Ready-Kontakte enthalten und verdrahtet?

Das Wichtigste

  • EEBus geht meist um Leistungsgrenzen und Messwerte, nicht um Sollwerte.
  • Nur manche Plattformen bieten einen lokalen Herstellerweg. Das ISG der Stiebel-Gruppe ist einer.
  • Zwei günstige Relais können fast jeder Wärmepumpe SG-Ready-Steuerung hinzufügen.
  • Prüfe immer das genaue Modell und frag, was das Gateway kostet.

Kapitel 24 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Solarüberschuss, Tarife und das Auto

Den eigenen Strom zur richtigen Zeit nutzen. Überschuss für die Wärmepumpe, dynamische Tarife und Speicher, Laden des Autos. Und die ehrlichen Grenzen.

In diesem Kapitel

  • Drei Wege, Solarüberschuss in die Wärmepumpe zu leiten
  • Dynamische Tarife und Speicher-Arbitrage
  • Die Rolle des Batteriemanagers und was du im Winter erwarten kannst

Solarüberschuss in die Wärmepumpe

Wenn die Sonne mehr liefert, als Haus und Speicher brauchen, kannst du den Überschuss in die Wärmepumpe lenken. Sie heizt Warmwasserspeicher und Puffer mit deinem eigenen Strom, statt ihn für eine kleine Vergütung einzuspeisen. Das ist eine der wertvollsten Automatisierungen.

Drei Wege

  1. SG-Ready. Die einfache, universelle Option: ein grobes Signal „jetzt mehr heizen“ (Kapitel 21). Fast jede Wärmepumpe versteht es.
  2. EEBus. Ein neuerer EU-Standard zwischen Wärmepumpe oder Wallbox und einem Energiemanager. Detaillierter als SG-Ready. Zu seinen Grenzen siehe Kapitel 23.
  3. Ein Hausenergiemanager oder Home Assistant. Er sieht PV, Speicher und Wärmepumpe zusammen und verteilt den Überschuss.

Sprechen deine Marken miteinander?

Der Wechselrichter weiß, wann Überschuss da ist. Die Wärmepumpe muss das erfahren. Über Markengrenzen hinweg ist das der Knackpunkt. Manche PV-Hersteller können direkt ein SG-Ready- oder EEBus-Signal ausgeben. Sonst übernimmt ein Manager oder Home Assistant die Brücke: Er liest den Überschuss vom Wechselrichter und sendet das Signal an die Wärmepumpe. Darum ist lokale Steuerbarkeit beider Geräte wertvoll.

Was du realistisch automatisieren kannst

  • Warmwasser bei Überschuss. Heize den Speicher bei viel PV etwas höher. Ein Warmwasserspeicher ist eine „kostenlose Batterie“ für Wärme.
  • Puffer-Boost. Fahre den Heizungspuffer bei Überschuss etwas wärmer, um später Netzstrom zu sparen.
  • Kein Totlaufen. Die Wärmepumpe braucht weiter ihren Mindestdurchfluss (Kapitel 16). Überschussheizen heißt „mehr in den Puffer“, nicht „Heizkörper zudrehen“.

Die Wirklichkeit im Winter

Im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom braucht, ist der Solarüberschuss am kleinsten. Die Kopplung glänzt im Frühling, Sommer und Herbst, besonders beim Warmwasser. Im tiefen Winter helfen Effizienz und ein dynamischer Tarif mehr.

Dynamische Tarife

Ein dynamischer Tarif (zum Beispiel von Tibber, aWATTar oder Rabot) gibt dir stündliche Preise, die dem Großhandelsmarkt folgen. Preise sind oft nachts und mittags niedrig und morgens und abends hoch.

Du brauchst:

  • ein intelligentes Messsystem (iMSys) (Kapitel 19),
  • einen Regler, der Speicherladen und Wärmepumpenlauf in günstige Stunden verschieben kann, entweder das eigene Energiemanagement des Herstellers oder ein lokales wie evcc oder Home Assistant,
  • einen Speicher, dessen Netzladen steuerbar ist. Nicht jede Marke erlaubt das gleich gut.
Balkendiagramm: Beispiel für stündliche Strompreise über einen Tag, günstig nachts und mittags, teuer morgens und abends.036912151821UhrzeitPreisgünstig: Speicher laden, WP anteuer: Speicher nutzen
Abbildung: ein dynamischer Tarif im Prinzip (beispielhafte Preise, keine echten Angebote).

Speicher-Arbitrage

Mit einem dynamischen Tarif wird der Speicher zum Preis-Puffer, nicht nur zum Solar-Puffer.

  • Günstige Stunden: den Speicher aus dem Netz laden (oder die Wärmepumpe laufen lassen).
  • Teure Stunden: vom Speicher leben.
  • Sonnige Stunden: Solarüberschuss wie üblich speichern.

Wer ist der Batteriemanager?

Standardmäßig steuert der Wechselrichter den Speicher im Eigenverbrauchsmodus. Sobald du Ladebefehle sendest, übernimmst du (Kapitel 22). Denke an:

  1. sinnvollen Eigenverbrauch, nicht nur Arbitrage,
  2. einen Mindestladestand,
  3. den Ausfallmodus: Was passiert, wenn dein Regler stoppt? Im Idealfall fällt der Wechselrichter von selbst auf Eigenverbrauch zurück.

Lohnt es sich?

Die Ersparnis hängt von der Preisspanne und deinem Verbrauch ab. In vielen Fällen sind es einige hundert Euro im Jahr. Das kann den Aufwand rechtfertigen, ist aber nicht selbstverständlich. Netzladen verschleißt den Speicher zusätzlich, ein guter Regler wägt daher die Ersparnis gegen die Zykluskosten ab.

Außerdem bündeln sich in günstigen Stunden viele Lasten: Auto, Wärmepumpe, Speicher. Prüfe den Hausanschluss (Kapitel 19) und lass das Energiemanagement die Gesamtlast begrenzen.

Das Elektroauto laden

Eine Wallbox mit Laden aus Solarüberschuss kann starten, wenn die Sonne genug Leistung gibt, und drosseln, wenn Wolken kommen. Nützliche Einstellungen:

  • Ein Solar-Minimum-Modus (nur aus Überschuss laden) für das Parken am Tag.
  • Ein Schnellmodus, wenn du das Auto bald brauchst.
  • Ein preisbasierter Modus zum Laden nachts in günstigen Stunden.

Lege Kabel, Stromkreis und Netzwerkverbindung für eine 11-kW-Wallbox jetzt vor, auch wenn das Auto später kommt (Kapitel 8). Vehicle-to-Home, bei dem das Auto das Haus versorgt, kommt. Ein System, das schon eine Wallbox steuert, ist ein Plus.

Prüftabelle

Wert Gut Akzeptabel Warnsignal
Eignung für dynamische Tarife Funktioniert mit dynamischem Tarif und verschiebt Lasten Smart-Meter-fähig, manuell Nur statische Steuerung
PV-Überschuss zur Wärmepumpe Automatisiert, markenübergreifend Nur SG-Ready ein/aus Kein Koordinationsweg
Speicher-Sollwertsteuerung Externes Lade- und Entladeziel Nur Zeitpläne der Hersteller-App Keine externe Steuerung
Smart Meter Zähler am Netzpunkt enthalten, iMSys-fähig Einfacher Zähler Kein Messkonzept
E-Auto und Wallbox Wallbox im Energiemanagement, Solarüberschuss, V2H auf der Roadmap Wallbox-fähige Verkabelung Keine Vorbereitung

Das Wichtigste

  • Überschuss zur Wärmepumpe läuft über SG-Ready, EEBus oder einen Hausenergiemanager.
  • Ein Warmwasserspeicher ist eine günstige Batterie für Wärme. Im tiefen Winter ist der Effekt klein.
  • Dynamischer Tarif plus Speicher heißt laden, wenn es günstig ist. Wenn du steuerst, bist du der Batteriemanager: plane den Ausfallmodus.
  • Bereite die Wallbox jetzt vor und achte auf die Gesamtlast an deinem Anschluss.

Teil 5

Angebote einholen und vergleichen

Schritt für Schritt: Angebote holen, fair vergleichen, Fallen erkennen, entscheiden.

Kapitel 25 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Schritt 1: Angebote einholen

Schreib einen kurzen Steckbrief, frag fünf bis acht Firmen auf dieselbe Weise, führe eine Liste und lass dich nicht von Fristen hetzen.

In diesem Kapitel

  • Was du vorbereitest, bevor du jemanden anschreibst
  • Wen du fragst und was du erwarten kannst
  • Wie du den Überblick behältst und mit Druck umgehst

Du kennst jetzt die Bauteile. Teil 5 handelt von den Angeboten. Dieses Kapitel ist der erste von sieben Schritten: Angebote bekommen, die du wirklich vergleichen kannst.

Schema: die sieben Schritte aus Teil 5 in Reihenfolge.1Einholen2Vergleichen3VersteckteKosten4Eineslesen5Fragen6Warn-signale7EntscheidenGeh die sieben Schritte der Reihe nach durch. Jeder macht den nächsten leichter.
Abbildung: vom Einholen der Angebote bis zur Entscheidung.

Schreib einen Steckbrief auf einer Seite

Installateure machen bessere Angebote, wenn sie dieselben klaren Fakten bekommen. Schreib eine Seite und schick sie an alle.

Das Haus

  • Ort, Baujahr, Wohn- und Heizfläche, Anzahl der Personen.
  • Dach: Art der Deckung (Ziegel, Schiefer, Blech), Richtung jeder Seite, Neigung, Schatten, freie Fläche. Fotos helfen.
  • Heizung heute: Öl oder Gas, Alter, Jahresverbrauch (Liter oder kWh), Warmwasser über die Heizung, Zirkulationsleitung.
  • Heizkörper oder Fußbodenheizung. Rohrsystem, wenn du es weißt (Einrohr oder Zweirohr).
  • Dämmung und Fenster, erledigt und geplant.
  • Zählerschrank und Hauptsicherung: Fotos, Alter.

Dein Verbrauch und deine Pläne

  • Jahresstromverbrauch heute (aus deiner Rechnung).
  • Geplantes Elektroauto und wann.
  • Geplante Sanierungsarbeiten: Dach, Fenster, Fassade, und die Termine.

Was du willst

  • PV-Größe (zum Beispiel 17 bis 18 kWp oder „Dach voll belegen“).
  • Speicherziel (zum Beispiel 10 bis 12 kWh nutzbar, modular).
  • Wärmepumpe: dimensioniert nach einer Heizlastberechnung für das sanierte Haus.
  • Dreiphasiger Ganzhaus-Notstrom, ja oder nein.
  • Wallbox, ja oder nein, und welche Größe.
  • Steuerung: lokale Steuerung mit Modbus, keine Cloud-Abhängigkeit, für dynamischen Tarif geeignet.
  • Förderung: Der Installateur soll beim Antrag helfen.

Das ist auch deine erste Prüfung an dir selbst. Wenn du eine Zeile nicht schreiben kannst, solltest du vielleicht ein Kapitel nochmal lesen.

Wen du fragst

  • Installateure vor Ort. Gut für den Service in Jahr 8. Frag nach Referenzen in der Nähe.
  • Stadtwerke. Sie können ein neutraler lokaler Maßstab sein.
  • Bundesweite und Online-Anbieter. Oft schnell und professionell. Ihre Angebote enthalten möglicherweise eine eigene Cloud-Plattform.
  • Unabhängige Berater und Energieberater. Nützlich als Gegenprüfung, meist nicht als Installateure.
  • Vergleichsportale und Lead-Vermittler. Sie geben deine Anfrage an Firmen weiter. Du bekommst Anrufe von Firmen, die du nicht gewählt hast. Sie bringen nichts, was du nicht selbst tun kannst.

Ziele auf fünf bis acht ernsthafte Angebote. Weniger gibt dir wenig zum Vergleichen. Mehr wird unübersichtlich. Denk daran, dass manche Firmen PV und Wärmepumpe anbieten und manche nur eines.

Verschiedene Arten von Angeboten

Du wirst mehrere Arten sehen. Wisse, welche du in der Hand hast.

Art Was es ist Was du tust
Grobschätzung (Initiativangebot, Vorabangebot) Ohne Vor-Ort-Termin erstellt Preise als Richtwert nehmen. Nach einem endgültigen Angebot fragen.
Volles Angebot nach Besichtigung Konkret, mit Leistungsumfang Die Grundlage für den Vergleich
Leasing, Miete oder PPA (zum Beispiel „Rent-to-own“) Du besitzt die Hardware nicht, monatliche Zahlungen Gesamtkosten über die Laufzeit vergleichen. Prüfen, wem was gehört und wer es steuert.
Vorlage mit leeren Zahlen Kein Angebot Ignorieren, bis sie ausgefüllt ist

Daten und alte Angebote

Angebote haben ein Gültigkeitsdatum. Viele laufen nach 2 bis 3 Wochen ab. Manche sind alt: Ein Angebot von 2023 oder 2024 ist überholt. Preise und Modelle ändern sich. Ist das Angebot einer guten Firma alt, frag nach einem neuen Angebot in deiner Zielgröße.

Der Vor-Ort-Termin

Für alles jenseits einer Grobschätzung sollte der Installateur vorbeikommen. Er prüft Dach, Zählerschrank, Keller, Heizkörper und den Platz für die Wärmepumpe. Eine Firma, die nie vorbeikommt oder alles nach Fotos macht, soll erklären, wie sie die genannten Punkte prüft.

Führe eine Liste

Sonst verlierst du den Überblick. Nutze eine einfache Tabelle. Die Arbeitsmappe zu diesem Projekt hat eine Angebotsliste mit diesen Spalten:

  • Firma und Ansprechpartner
  • Art (PV, Wärmepumpe, beides)
  • Status (Grobschätzung, Angebot erhalten, abgelaufen)
  • In meinem Vergleich? (ja oder nein)
  • Datum des letzten Kontakts
  • Nächste Aktion
  • Notizen

Schreib jedes Mal die nächste Aktion auf. Zum Beispiel „neues Angebot bei 17 kWp anfragen“, „Heizlast besorgen“, „bis Freitag antworten“.

Druck und Fristen

Zeitdruck ist ein klassisches Verkaufswerkzeug. „5 % Rabatt, wenn du in 14 Tagen bestellst.“ „Das Angebot endet morgen.“ Der Rabatt kann echt sein, aber lass dir von einer Uhr nicht aufzwingen, vor dem Vergleich mit den anderen zu unterschreiben. Eine faire Firma verlängert oder gibt dir später denselben Preis. Tut sie es nicht, ist das eine Information.

Achte auch auf hohe Anzahlungen und unklare Finanzierung. Geh langsamer vor und vergleiche Gleiches mit Gleichem.

Nächster Schritt

Wenn die Angebote eintreffen, beginnt die eigentliche Arbeit: sie fair zu vergleichen. Das ist das nächste Kapitel.

Das Wichtigste

  • Schick allen denselben Steckbrief auf einer Seite.
  • Frag fünf bis acht Firmen. Erwarte Grobschätzungen und volle Angebote. Wisse, welche du hast.
  • Frag nach neuen Angeboten, wenn Angebote alt oder abgelaufen sind.
  • Führe eine Liste mit einer nächsten Aktion für jede Firma.
  • Unterschreibe nicht unter Zeitdruck.

Kapitel 26 / 38 · 5 Min. Lesezeit

Schritt 2: Ehrlich vergleichen

Netto, brutto und nach Förderung. Eine Spalte pro Angebot. Bring jedes Angebot auf denselben Leistungsumfang, bevor du auf den Preis pro kWp schaust.

In diesem Kapitel

  • Die Vergleichstabelle: welche Zeilen du ausfüllst
  • Netto-, Brutto- und Preis nach Förderung
  • Umfangsbereinigter Preis, Gewichte und Punkte

Die Vergleichstabelle

Die Methode ist einfach. Baue eine Tabelle mit einer Spalte pro Angebot und einer Zeile pro Merkmal. Fülle jede Zelle aus dem Angebotsdokument. Wo das Angebot nichts sagt, schreib „nicht genannt“. Jedes „nicht genannt“ ist eine Frage an den Installateur.

Die Zeilen kommen in Gruppen. Das sind die Gruppen aus der Vergleichs-Arbeitsmappe dieses Projekts.

Für ein PV-Angebot

Gruppe Zeilen
Anbieter und Kaufmännisches Firma, Angebotsdatum, Angebotsnummer, Nettopreis, Bruttopreis, Preis nach Förderung, €/kWp, Zahlungsbedingungen, Anzahlung, Gültigkeit, Finanzierung oder Leasing
Anlagengröße Anlage in kWp, Anzahl Module, Jahresertrag, kWh pro kWp, Dachrichtungen und Neigung, angenommener Eigenverbrauch
Module Marke und genaues Modell, Zelltechnik, Wp, Wirkungsgrad, Temperaturkoeffizient, Leistungsgarantie, Produktgarantie, Glasart
Wechselrichter Marke und Modell, Typ, kW AC, DC-zu-AC-Verhältnis, europäischer Wirkungsgrad, Anzahl MPP-Tracker, Kopplung, Notstrom, Garantie, lokale API
Speicher Marke und Modell, Chemie, nominale und nutzbare kWh, Wirkungsgrad, Zyklen, Garantie, modular, Notstrombox
Nebenkomponenten und Umfang Unterkonstruktion, ÜSS, Zähler und EMS, Wallbox, Gerüst, Elektroanschluss, Netzanmeldung, Förderantrag, was ausgeschlossen ist
Service und Risiko Lieferzeit, Gewährleistung, ein Ansprechpartner oder Subunternehmer, Firmenalter und Referenzen, Versicherung, Warnsignale
Steuerung lokales Modbus lesen, lokales Modbus schreiben, Home-Assistant-Integration, lokale API oder nur Cloud, dynamischer Tarif, externe Speichersteuerung, Notstrom-Phasen, Smart Meter, E-Auto und Wallbox, Urteil: ohne Cloud selbst steuerbar?
Bewertung gewichtete Punktzahl, Rang, Entscheidungsnotizen

Für ein Wärmepumpen-Angebot sind die Zeilen ähnlich: Preiszeilen, Gerät (Modell, kW, Heizlast-Grundlage, SCOP und JAZ, COP bei A-7, Auslegungs-Vorlauftemperatur, Modulation, Kältemittel, Monoblock oder Split), Lärm und Aufstellung, Warmwasser und Hydraulik (Speicher, 60 °C, Puffer, Schema, Heizkörperprüfung, Abgleich), Regelung (SG-Ready, EEBus, Modbus, Cloud), Umfang und Service (Ausbau der alten Heizung, Elektroarbeiten, Förderantrag, Lieferzeit, Garantie, Wartung, Servicenetz, Ausschlüsse) und Steuerung.

Die Kapitel der Teile 2 bis 4 sagen dir, wie „gut“ bei den meisten dieser Zeilen aussieht.

Drei Preise

Jedes Angebot braucht drei Preiszeilen. Sie zu vermischen ist die häufigste Ursache schlechter Vergleiche.

  1. Nettopreis (ohne MwSt.).
  2. Bruttopreis (mit MwSt.).
  3. Preis nach Förderung (nach Zuschüssen).

Denk daran:

  • PV und Speicher auf einem privaten Haus haben in Deutschland zum Zeitpunkt des Schreibens 0 % MwSt. Netto und brutto sind dann gleich.
  • Wärmepumpen haben 19 % MwSt.
  • Ein Fördersatz ist eine Hoffnung, bis der Bescheid da ist. Die meisten Angebote berechnen dir den Betrag, egal wie es ausgeht. Plane mit dem Bruttopreis und sieh den Zuschuss als Rückzahlung, die du vielleicht bekommst (Kapitel 32).
  • In einem Beispiel zeigte ein Wärmepumpen-Angebot 35.000 € brutto und „etwa 22.000 € nach Förderung“. Die zweite Zahl nahm einen Satz an, der nicht garantiert war. Vergleiche brutto mit brutto und die Förderung getrennt.

Preis pro kWp

Berechne bei PV € pro kWp = Gesamtpreis geteilt durch Anlagengröße. Für eine komplette Anlage mit Speicher und Wallbox in Süddeutschland sind 2026 1.500 bis 1.800 € pro kWp eine typische Spanne (Kapitel 9).

Der Preis pro kWp hilft dir, Ausreißer zu finden. Er ist kein gültiger Vergleich, bis die Angebote denselben Umfang haben.

Umfangsbereinigter Preis

Hier liegt der Kern eines ehrlichen Vergleichs. Nimm ein Angebot als Basis und liste alles, was es enthält: Anlage, Speichergröße, Notstrom, Wallbox-Gerät, Ersatzziegel, Gerüst, ÜSS, Erdung, neuer Zählerschrank, Netzanmeldung. Nimm dann jedes andere Angebot und addiere den Preis dessen, was fehlt, nach Angebot oder einer fairen Schätzung. Das ergibt den umfangsbereinigten Preis.

Beispiel (Zahlen zur Veranschaulichung):

Posten Angebot A Angebot B
Schlagzeilenpreis 25.300 € 28.500 €
Erneuerung Zählerschrank nicht enthalten, +3.000 € enthalten
Ersatzziegel nicht enthalten, +1.400 € enthalten
Überspannungsschutz AC optional, +250 € enthalten
Notstrom (dreiphasig, ganzes Haus) optional, +1.000 € nur „ausgewählte Stromkreise“
Wallbox-Gerät nicht enthalten, +1.200 € nicht enthalten, +1.200 €
Umfangsbereinigte Summe etwa 32.150 € etwa 29.700 €

Angebot A wirkte 3.200 € günstiger. Nach der Angleichung des Umfangs ist es 2.450 € teurer. Das ist ein sehr häufiges Muster. Im echten Projekt wurde ein Angebot mit einem Schlagzeilenpreis von etwa 25.300 € nach Hinzufügen der fehlenden Posten zu etwa 29.000 bis 31.000 €.

Wo eine Zahl eine Schätzung ist, markiere sie. Mach dasselbe bei Wärmepumpen: Ausbau von alter Ölheizung und Tank, Pufferspeicher, Elektroarbeiten, Energieberater, Förderantrag.

Gestapelte Balken: Angebot A hat den niedrigeren Schlagzeilenpreis, wird aber nach Addition der fehlenden Posten etwa 2.450 Euro teurer als Angebot B.010.00020.00030.000Angebot A32.150 €Angebot B29.700 €Schlagzeile: A wirkt 3.200 € günstiger. Umfangsbereinigt: A ist 2.450 € teurer.SchlagzeileZählerschrankZiegelSPDNotstromWallbox-Gerät
Abbildung: der umfangsbereinigte Preis (Beispielzahlen aus Kapitel 26).

Gewichte und Punkte

Nicht alle Zeilen sind dir gleich wichtig. Gib jeder wichtigen Zeile ein Gewicht von 1 bis 5. Bewerte dann jedes Angebot für diese Zeile, zum Beispiel von 0 bis 5, und multipliziere. Zähle zu einer gewichteten Punktzahl zusammen.

Das ist optional. Viele kommen ohne zu einer klaren Antwort. Aber Punkte sind auf zwei Arten nützlich: Sie zwingen dich zu sagen, was zählt, und sie helfen dir, einem Partner eine Entscheidung zu erklären.

Typische hoch gewichtete Zeilen: Preis (umfangsbereinigt), lokale Steuerung, Notstrom, Garantie, Service des Installateurs, Vollständigkeit des Umfangs.

Rechne nach

Addiere die Positionen selbst. Im echten Projekt wurde ein nachverhandeltes Angebot Zeile für Zeile geprüft, und alle Summen und der Rabatt stimmten. Prüfe trotzdem. Fehler bei Summen, MwSt. und Rabatten kommen vor.

Ein Hinweis zu „geprüft“ und „recherchiert“

Die Vergleichs-Arbeitsmappe kennzeichnet manche Steuerungszellen mit einem Hinweis: Sie wurden aus Hersteller- und Community-Quellen recherchiert, nicht dem Angebot entnommen. Mach das auch so. Halte das, was das Angebot angibt, getrennt von dem, was du gefunden hast. Lass dir die zweite Art vom Installateur schriftlich bestätigen.

Frag nach

Bei jeder Zelle, die du nicht füllen kannst: „Bitte nennt X schriftlich.“ Sammle die Antworten in deiner Tabelle. Eine Firma, die klar und schnell antwortet, arbeitet meist auch klar.

Das Wichtigste

  • Eine Spalte pro Angebot, eine Zeile pro Merkmal. „Nicht genannt“ ist eine Frage.
  • Halte Netto-, Brutto- und Preis nach Förderung immer getrennt. Plane mit brutto.
  • Der Preis pro kWp gilt erst nach Angleichung des Umfangs.
  • Gewichte und Punkte sind optional, machen aber deine Prioritäten klar.
  • Trenne, was das Angebot angibt, von dem, was du recherchiert hast.

Kapitel 27 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Schritt 3: Versteckte Kosten und Umfangsfallen

Wo der Schlagzeilenpreis Zusatzkosten versteckt: Zählerschrank, Ziegel, Gerüst, Wallbox, Zahlungspläne, Garantiebedingungen und Größengrenzen.

In diesem Kapitel

  • Die üblichen versteckten Kosten, eine nach der anderen
  • Fallen bei Zahlung und Vertrag
  • Garantie- und Technikgrenzen, die nur im Kleingedruckten stehen

Ein niedriger Schlagzeilenpreis heißt nicht, dass der Endpreis niedrig ist. Dieses Kapitel listet, wo sich Zusatzkosten meist verstecken. Nutze es als Prüfbogen für jedes Angebot.

Posten, die oft fehlen oder optional sind

Posten Worauf du achtest Typische Kosten
Zählerschrank erneuern „Zählerschrank nicht enthalten“, „bauseits“ oder eine Erwähnung ohne Preis. Alte Schränke müssen oft erneuert werden, sonst verweigert der Netzbetreiber die Inbetriebnahme. 1.300 bis 4.000 € oder mehr
Hauptsicherung (SLS) Größe und Austausch. Teil der Schrankarbeiten
Ersatzziegel „Ersatzziegel bauseits“, „optional“. 1.000 € oder mehr bei größerem Dach
Gerüst „Falls nötig“, „separat“ oder „bauseits“. Ab etwa 250 €
Überspannungsschutz Nicht aufgeführt, nur DC oder „optional“. 200 bis 500 €
Erdung Erdspieß oder Fundamenterder und Kabel. 400 bis 900 €
Notstrom „Notstromfähig“ ohne Box, nur „ausgewählte Stromkreise“ oder optionale Position. Etwa 1.000 € oder mehr
Wallbox-Gerät Anschluss enthalten, Gerät ausgeschlossen. 1.000 bis 1.500 €
Steuerbox und §14a-Vorbereitung „Platz und Verdrahtung auf Kosten des Kunden“. Unterschiedlich
Verdrahtung zur Wärmepumpe (SG-Ready) Wer verdrahtet die Kontakte? Unterschiedlich
Netzwerkkabel (LAN) zum Wechselrichter Manche Angebote berechnen einen WLAN-Zuschlag. Besser, selbst ein Kabel zu legen. Gering
Netzanmeldung, MaStR-Hilfe Wer macht den Papierkram? Meist enthalten
Förderantrag Ist ein Energieberater enthalten? Unterschiedlich
Ausbau alter Heizung und Tank (Wärmepumpe) Oft ausgeschlossen, Tankentsorgung separat. Oft 1.000 € oder mehr
Pufferspeicher (Wärmepumpe) Fehlt in manchen Angeboten. Unterschiedlich

„Bedarfsposition“ oder „Eventualposition“ in deutschen Angeboten heißt: ein Posten, der bei Bedarf dazukommen kann. Behandle ihn als Kosten, die du wahrscheinlich zahlst.

Fallen bei Vertrag und Zahlung

Vorgezogene Zahlungen. Manche Pläne verlangen 60 % nach Lieferung der Module und den Rest vor der Inbetriebnahme oder sogar 90 bis 100 % bevor die Anlage läuft. Dann hast du gezahlt, bevor alles funktioniert. Suche einen Plan wie 10 % bei Unterschrift, 60 % nach Dacharbeiten und 30 % nach Inbetriebnahme. Vermeide, 100 % vor der AC-Montage zu zahlen.

Eigentumsvorbehalt. Die Firma besitzt die Anlage bis zur letzten Zahlung. Versichere sie in der Zwischenzeit. Oft deckt deine Gebäudeversicherung das günstig ab.

Anzahlungen. Eine hohe Anzahlung ist ein Risiko, wenn die Firma ausfällt. Prüfe Firmenalter, Referenzen und wenn möglich das Handelsregister.

Widerrufsrecht. Du hast meist 14 Tage. Verzichte nicht darauf, bevor die umfangsentscheidenden Punkte schriftlich bestätigt sind (Preis, Umfang, Klauseln wie „bis zu X kWp“).

„Bis zu“-Klauseln. „Bis zu 17 kWp“ kann später 15 kWp werden. Lege die Modulzahl im Vertrag fest.

Zeitdruck. „Bestellung innerhalb von 14 Tagen für 5 % Rabatt.“ Der Rabatt kann echt sein. Unterschreibe nicht, bevor du verglichen hast (Kapitel 25).

Leasing, Miete oder PPA. Die Monatszahl versteckt die Gesamtkosten. Prüfe Laufzeit, den Preis am Ende, wem die Hardware gehört und wer sie steuert.

Subunternehmer und Garantiekette. Verkäufer, Installateur und Garantiegeber können drei verschiedene Firmen sein. Frag, wen du in Jahr 8 anrufst.

Abgelaufene und alte Angebote. Ein Angebot nach seinem Datum oder zwei Jahre alt ist kein Preis. Frag nach einem neuen.

Grobschätzungen. Ein „Vorab“- oder „Initiativangebot“ ohne Besichtigung ist kein Endpreis.

Technische Grenzen im Kleingedruckten

Generatorgrenze des Wechselrichters. Der Hersteller kann den Wechselrichter auf eine maximale Anlagengröße begrenzen. In einem echten Angebot war ein 10-kW-Wechselrichter auf 15 kWp begrenzt, das Angebot hatte aber 17,9 kWp. Ein zweiter Wechselrichter kam gegen Aufpreis dazu.

Zu kleiner Wechselrichter. Ein 8-kW-Wechselrichter an einer 15,6-kWp-Anlage schneidet viel ab.

Speicherpreis pro kWh. Ein Angebot berechnete 748 € pro kWh für einen Speicher, ein anderes etwa 415 € pro kWh. Rechne den Preis pro nutzbarer kWh.

Erweiterungsgrenzen. Manche Speicher lassen sich nur innerhalb von zwei Jahren erweitern oder nur mit dem gleichen Modultyp. Frag nach dem Preis einer Erweiterung und den Bedingungen.

Garantiebedingungen. Eine längere Garantie kann eine Registrierung im Cloud-Portal des Herstellers oder einen jährlichen Wartungsvertrag verlangen. Prüfe die Bedingungen.

Lokale Steuerung hinter einer Zahlung. Manche Funktionen (zum Beispiel Schreibzugriff oder Laden nach dynamischem Tarif) brauchen eine bezahlte Lizenz oder ein Abo. Frag, ob alles, was du brauchst, im Preis ist.

Eine andere Art Notstrom als angenommen. Siehe Kapitel 18.

Kleine Modulzahlen. Wenn dein Dach 41 Module fasst und das Angebot 32 nutzt, obwohl der Wechselrichter mehr trüge, frag nach dem Grund.

Wie du mit einem unklaren Posten umgehst

  1. Schreib ihn in deine Tabelle als „unklar“.
  2. Frag den Installateur schriftlich: enthalten? Preis? Wer macht es?
  3. Übernimm die Antwort in deinen umfangsbereinigten Preis (Kapitel 26).
  4. Gibt eine Firma keine klare Antwort, markiere es als Risiko.

Frag nach

  • Welche Posten aus dieser Liste sind nicht in eurem Preis? Bitte listet jeden mit seinen Kosten.
  • Wie sieht der Zahlungsplan aus? Wird vor dem Laufen der Anlage eine Zahlung fällig?
  • Welche Bedingungen hat jede Garantie?

Das Wichtigste

  • Zählerschrank, Ziegel, Gerüst, Überspannungsschutz, Notstrom und das Wallbox-Gerät sind die üblichen Lücken.
  • „Optionale“ und „bei Bedarf“-Posten sind Kosten, die du addierst.
  • Meide Zahlungspläne, die dich zahlen lassen, bevor die Anlage läuft.
  • Lies das Kleingedruckte auf Größengrenzen, Garantiebedingungen und Lizenzen.

Kapitel 28 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Schritt 4: Ein Angebot Zeile für Zeile lesen

Ein durchgerechnetes Beispiel. Zwei Varianten desselben Installateur-Angebots, was stimmt, was Prospektsprache ist und was du vor der Unterschrift hinterfragst.

In diesem Kapitel

  • Wie du ein echtes Angebot durchgehst
  • Geprüfte Fakten von Prospektsprache trennen
  • Eine Liste von Fragen, die sich aus dem Beispiel ergeben

Dieses Kapitel nimmt ein echtes Angebot aus dem Projekt und liest es langsam. Firmennamen bleiben weg. Es ist ein Muster dafür, wie du deine eigenen Angebote liest.

Die Lage

Ein Installateur schickte ein Angebot in zwei Varianten. Beide hatten dieselbe Anlage: 14,4 kWp Glas-Glas-Module, dieselbe Dachmontage, eine 11-kW-Wallbox, Erdung und einen neuen Zählerschrank. Sie unterschieden sich nur in Marke von Wechselrichter und Speicher.

Variante 1 Variante 2
Wechselrichter 15-kW-Hybrid, Marke X 15-kW-Hybrid, Marke Y
Speicher 14,0 kWh 15 kWh
Summe (nach 5 % Rabatt) 24.320 € 22.734 €
Preis pro kWp etwa 1.689 € etwa 1.579 €

Variante 2 ist etwa 1.586 € günstiger und hat 1 kWh mehr Speicher. Auf dem Papier wirkt die Wahl leicht. Jetzt prüfen wir.

Was stimmt

Die Module sind wirklich gut. Sie sind n-Typ TOPCon, Glas-Glas, Brandklasse A, Hagelklasse 5, mit etwa 30 Jahren Garantie auf diese Produktlinie. Die Prospektsprache von „maximaler Effizienz und Langlebigkeit“ ist ausnahmsweise weitgehend gerechtfertigt. Frag trotzdem nach dem genauen Datenblatt für den Temperaturkoeffizienten und die Garantieprozente (Kapitel 5).

Beide Speicher sind LFP. Das ist die sichere, langlebige Wahl (Kapitel 7). Der Speicher von Variante 2 ist mit etwa 6.000 Zyklen bis 70 % Gesundheit verifiziert, mit einer 15-Jahre-Garantie inklusive Arbeitszeit und Anfahrt. Das ist eine starke Garantie.

Beide Wechselrichter sind DC-gekoppelte dreiphasige Hybride mit Notstrom. Das ist eine gute Architektur für einen Neubau (Kapitel 6). Die erste Marke hat die stärkere offene und lokale Energiemanagement-Geschichte. Die zweite Marke ist eher App- und Cloud-geführt, du solltest also bestätigen lassen, dass sie lokalen Modbus-Zugriff bietet, wenn dir Integration wichtig ist (Kapitel 20 bis 22).

Was Prospektsprache ist

Bifazial auf einem Ziegeldach. Das Modul ist bifazial, aber auf einem normalen Ziegel-Schrägdach bringt die Rückseite wenig. Sieh bifazial als nettes Extra. Zahle hier nichts extra dafür (Kapitel 5).

Was du hinterfragst

Punkt Warum er zählt
Ein 15-kW-Wechselrichter an einer 14,4-kWp-Anlage Verhältnis 0,96. Nicht schädlich, aber du zahlst vielleicht für mehr Wechselrichter als nötig. Ein Hybrid mit 10 bis 12 kW würde fast nichts abschneiden und weniger kosten. Frag, warum 15 kW. (Kapitel 6)
Anzahl der MPP-Tracker nicht genannt Das Dach hat mehrere Flächen. Ein Tracker für verschiedene Richtungen verliert Ertrag. Frag nach der Trackerzahl und der Aufteilung der Strings.
Überspannungsschutz nicht aufgeführt Erdung ist enthalten, aber DC- und AC-Überspannungsschutz (Typ 1+2) wird nicht genannt. Frag nach. (Kapitel 8)
Formulierung zum Notstrom Die Wechselrichterseite nennt Notstrom „optional“, die Produktdaten zeigen integrierten Notstrom. Lass dir schriftlich bestätigen, dass Ganzhaus- oder Teilhaus-Notstromhardware zu diesem Preis enthalten ist und ob sie automatisch und dreiphasig ist. (Kapitel 18)
0 % MwSt. Richtig für PV. Der Schlagzeilenpreis ist der Endpreis. Es kommt keine MwSt. dazu und es gibt keine eigene PV-Förderung.
14-Tage-Druck Der 5-%-Rabatt braucht eine Bestellung innerhalb von 14 Tagen, und das Angebot läuft an einem festen Datum ab. Klassischer Zeitdruck. Der Rabatt kann echt sein. Lass die Uhr deinen Vergleich nicht ersetzen.

Das Fazit

Wenn du das System dieses Installateurs willst, ist Variante 2 auf dem Papier das bessere Geschäft: günstiger, mehr Speicher und eine geprüfte 15-Jahre-Speichergarantie. Der Vorteil von Variante 1 ist ihr offenes Energiemanagement und eine etablierte deutsche Speicherhistorie, was zählen kann, wenn du Hausautomation planst. Du musst entscheiden, was du höher gewichtest. Genau dafür ist die Gewichtsspalte in deiner Vergleichstabelle da (Kapitel 26).

Das Angebot liegt auch nicht außerhalb der Planungsspanne: grob 1.060 kWh pro kWp und Jahr in Süddeutschland und etwa 1.500 bis 1.800 € pro kWp insgesamt (Kapitel 3 und 9). Es wirkt vernünftig, vorbehaltlich der oben genannten Fragen.

Eine zweite Lehre: eine irreführende Schlagzeile

Im selben Projekt schickte ein anderer Installateur ein Angebot mit einer Schlagzeile von 25.316 € für 17,02 kWp. Es sah nach einem Schnäppchen aus. Beim Lesen zeigte sich:

  • die Erneuerung des Zählerschranks war nicht enthalten und nicht bepreist,
  • Erdung, AC-Überspannungsschutz, Notstrom, SG-Ready-Vorbereitung und die Wallbox waren alle „optionale Positionen“,
  • die Firma war nach einer Übernahme neu gegründet und machte keine Aussage zur lokalen Steuerung.

Nach dem Hinzufügen der fehlenden Posten lag der umfangsbereinigte Preis bei etwa 29.000 bis 31.000 €, also etwa 1.727 € pro kWp. Das war teurer als zwei andere Angebote im Vergleich. Die günstige Schlagzeile war das Ergebnis weggelassener Dinge.

Deine eigene Routine

Für jedes Angebot, das du bekommst:

  1. Lies alle Seiten, auch das Kleingedruckte und die AGB.
  2. Schreib auf, was genannt ist. Schreib auf, was fehlt.
  3. Prüfe die Werte gegen die Tabellen in Teil 2 und 3.
  4. Liste die Fragen (Kapitel 29).
  5. Addiere die Kosten fehlender Posten zu einem umfangsbereinigten Preis (Kapitel 26).
  6. Notiere Gültigkeitsdatum, Zahlungsplan und Garantiebedingungen.

Das Wichtigste

  • Trenne Geprüftes von Prospektsprache.
  • Ein größerer Wechselrichter oder ein bifaziales Modul ist nicht automatisch das bessere Geschäft.
  • Prüfe MPP-Tracker, Überspannungsschutz, Notstrom-Formulierung und Zeitdruck.
  • Eine günstige Schlagzeile bedeutet oft fehlende Posten. Addiere sie, bevor du urteilst.

Kapitel 29 / 38 · 5 Min. Lesezeit

Schritt 5: Fragen an jeden Installateur

Eine Mustersammlung für PV- und Wärmepumpen-Angebote zum Kopieren in deine E-Mail.

In diesem Kapitel

  • 18 Fragen für PV-Angebote
  • 12 Fragen für Wärmepumpen-Angebote
  • Eine Kopiervorlage für deine E-Mails

So nutzt du die Liste

Wenn du deine Vergleichstabelle gefüllt hast (Kapitel 26), hast du viele Zellen mit „nicht genannt“. Diese Liste macht daraus Fragen.

  1. Markiere für jedes Angebot die Fragen, die im Angebot nicht beantwortet sind.
  2. Schick nur diese Fragen. Frag nicht, was das Angebot schon sagt.
  3. Bitte um Antworten schriftlich, per E-Mail. Bewahre sie auf.
  4. Wird eine Frage mit einem vagen Wort beantwortet, frag nach einer Zahl.

Du kannst die Liste auch vor einem Termin mit dem Installateur als Vorprüfung nutzen.

Fragen zur PV

  • F1 Anlagengröße. Wir möchten die Dachbelegung auf die maximal sinnvolle Größe erweitern. Bitte aktualisieren Sie das Angebot. Wie viele Module und kWp passen auf unser Dach?
  • F2 Wechselrichter. Bitte bieten Sie einen 3-phasigen Hybrid-Wechselrichter mit 12 bis 15 kW AC an, passend zu 17 bis 18 kWp. Welches Modell schlagen Sie vor? Wie groß darf der Generator maximal sein?
  • F3 Speicher. 10 bis 12 kWh nutzbar, modular erweiterbar. Welche Ausbaustufen gibt es, und was kostet eine spätere Erweiterung pro Modul?
  • F4 Notstrom. Ist eine automatische, 3-phasige Ganzhaus-Notstromversorgung enthalten (bis etwa 10 kW)? Welche Zusatzhardware ist erforderlich (Umschalteinrichtung oder Backup-Box, separate Absicherung, Verdrahtung), was kostet sie? Wie lang ist die Umschaltzeit? Ist das System schwarzstartfähig?
  • F5 Eigensteuerung. Ich betreibe Home Assistant bzw. evcc und möchte Wechselrichter, Speicher, Wallbox und Einspeisung über Modbus TCP bzw. lokale API steuern (lesen und schreiben), ohne Cloud-Zwang. Bitte bestätigen Sie schriftlich: (a) Modbus TCP bzw. die lokale API wird bei der Inbetriebnahme aktiviert und dokumentiert übergeben, (b) die Nutzung beeinträchtigt die Garantie nicht, (c) ich erhalte Zugangsdaten und die Registerdokumentation.
  • F6 Dachziegel. Sind Metall-Ersatzziegel an allen Dachhaken enthalten, um Ziegelbruch zu vermeiden? Falls nicht: Aufpreis?
  • F7 Erdung. Ist ein Erder (Tiefenerder oder Fundamenterder) inklusive Verkabelung bis zum Zählerschrank und Anschluss an den Potentialausgleich enthalten? Falls nicht: Aufpreis?
  • F8 Zählerschrank. Unser Zähler- und Sicherungsschrank ist alt. Ist die Erneuerung nach DIN VDE-AR-N 4100 im Angebot enthalten? Kosten?
  • F9 Messkonzept. Wir wollen einen dynamischen Stromtarif nutzen. Bereiten Sie den Zählerplatz für ein intelligentes Messsystem (iMSys) vor und stimmen Sie sich mit dem Messstellenbetreiber ab? Genügt ein Zweirichtungszähler für Bezug und Einspeisung, und misst Ihr System den Netzpunkt zusätzlich lokal?
  • F10 Erweiterung. Falls wir zunächst nur einen Teil des Dachs belegen: Was würde eine spätere Erweiterung um 3 bis 4 kWp kosten (Gerüst, Elektrik, erneute Netzanmeldung, ggf. zweite Vergütungstranche)? Was empfehlen Sie: sofort voll belegen oder später erweitern? Bitte beide Varianten beziffern.
  • F11 Wartung. Welche jährlichen Inspektions- oder Wartungskosten fallen an bzw. empfehlen Sie? Welche weiteren laufenden Kosten sollen wir einplanen (Monitoring, Versicherung, Zählergebühren)?
  • F12 Markenwahl. Sind Sie auf die angebotenen Marken festgelegt, oder können Sie alternativ andere Wechselrichter (z. B. Sungrow, SMA, Fronius) liefern und in Betrieb nehmen? Welche Marken führen Sie regulär?
  • F13 Steuerbox. Wird für die Einspeisesteuerung (EEG §9) bzw. für §14a (netzdienliche Steuerung, z. B. Netzladen des Speichers über 4,2 kW) eine Steuerbox benötigt? Ist sie im Angebot enthalten bzw. vorbereitet?
  • F14 Service. Wer ist in 8 bis 10 Jahren mein Ansprechpartner bei Störungen: Ihr Unternehmen direkt, ein Subunternehmer oder der Hersteller? Welche Reaktionszeiten und Garantieabwicklung bieten Sie?
  • F15 MPP-Tracker. Wie viele unabhängige MPP-Tracker sind vorgesehen, und wie werden die Strings auf die Dachflächen verteilt?
  • F16 Überspannungsschutz. Ist Überspannungsschutz enthalten: SPD Typ 1+2 auf der AC-Seite und Typ 2 auf der DC-Seite? Falls nicht: Aufpreis?
  • F17 SLS-Schalter. Ist die Erneuerung des selektiven Hauptleitungsschutzschalters (SLS) im Angebot enthalten, insbesondere im Zuge der Zählerschrank-Erneuerung? Welche Nenngröße (z. B. 35, 50 oder 63 A) sehen Sie vor?
  • F18 Hausanschluss. Unser Haus ist Baujahr 1972. Bitte prüfen Sie Hausanschluss und SLS für den gleichzeitigen Betrieb von Speicher-Netzladen, Wallbox (11 kW) und künftiger Wärmepumpe. Reicht die Anschlussleistung, ist ein Lastmanagement im EMS vorzusehen, oder wäre eine Verstärkung beim Netzbetreiber nötig (Kosten, Dauer)?

Fragen zur Wärmepumpe

  • W1 Heizlast. Bitte senden Sie uns die Heizlastberechnung (DIN EN 12831) für den sanierten Zustand des Hauses.
  • W2 Größe. Warum ist diese Gerätegröße richtig? Was passiert am kältesten Tag, und welche Rolle spielt der Heizstab?
  • W3 Heizkörper. Haben Sie unsere Heizkörper raumweise bei der Auslegungs-Vorlauftemperatur geprüft? Wie hoch ist sie? Ist unsere Heizung eine Einrohrheizung?
  • W4 Abgleich. Ist der hydraulische Abgleich (Verfahren B) enthalten?
  • W5 Effizienz. Wie hoch sind SCOP und die berechnete JAZ bei unserer Vorlauftemperatur? Wie hoch ist der COP bei A-7/W35?
  • W6 Gerät. Welches Kältemittel? Monoblock oder Split? Wie groß ist der Modulationsbereich?
  • W7 Warmwasser. Welche Speichergröße? Erreicht der Verdichter 60 °C für den Legionellenschutz, oder übernimmt das ein Heizstab? Wie wird die Zirkulationsleitung behandelt?
  • W8 Hydraulik. Sind ein Pufferspeicher und ein Hydraulikschema enthalten?
  • W9 Lärm. Bitte nennen Sie Schallleistung und Schalldruck in einer genannten Entfernung inklusive Nachtmodus und bestätigen Sie schriftlich, dass der geplante Standort die TA Lärm am Nachbarfenster einhält.
  • W10 Steuerung. Welche lokale Schnittstelle hat dieses Modell (Modbus, EEBus, SG-Ready)? Ist das Gateway bzw. LAN-Modul im Preis enthalten? Sind die SG-Ready-Kontakte verdrahtet, und von wem?
  • W11 Umfang. Sind Ausbau von alter Heizung und Öltank enthalten? Elektroarbeiten und der neue Stromkreis? Ist der Energieberater für den Förderantrag enthalten?
  • W12 Service. Wie lang sind Geräte- und Verdichtergarantie? Ist ein Wartungsvertrag nötig? Wer wartet das Gerät in Jahr 8?

Fragen zu einzelnen Angeboten

Ergänze die Mustersammlung um ein bis zwei Fragen, die sich aus deiner Lektüre des jeweiligen Angebots ergeben, zum Beispiel:

  • „In Ihrem Angebot steht ein Hinweis, dass Steuerbox und Verdrahtung zur Wärmepumpe auf meine Kosten gehen können. Bitte nennen Sie einen Preis.“
  • „Bitte nehmen Sie die kostenpflichtige Schreibzugriffs-Lizenz für die lokale Steuerung ins Angebot auf und weisen Sie den Preis aus.“
  • „Das Angebot nennt für den Notstrom ‚ausgewählte Stromkreise‘. Welche genau? Ist ein Angebot für Ganzhaus-Notstrom möglich?“
  • „Das Datenblatt des Wechselrichters begrenzt die Anlage auf X kWp, Ihre Planung hat aber Y kWp. Wie lösen Sie das?“

Das Wichtigste

  • Schick nur die Fragen, die das Angebot nicht beantwortet.
  • Bitte um schriftliche Antworten und bewahre sie auf.
  • Mach aus vagen Worten Zahlen.
  • Ergänze ein bis zwei Fragen aus deiner eigenen Lektüre jedes Angebots.

Kapitel 30 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Schritt 6: Warnsignale in Angeboten

Zehn Warnzeichen, was jedes wirklich bedeutet und was du dagegen tust.

In diesem Kapitel

  • Zehn Warnsignale in deutschen PV- und Wärmepumpen-Angeboten
  • Was du jedem entgegnest
  • Ein paar Fehler, die auch Käufer machen

Ein Warnsignal ist kein Beweis für eine schlechte Firma. Es ist ein Grund zu fragen. Manche lassen sich mit einer E-Mail klären. Wenn du in einem Angebot mehrere Warnsignale sammelst, geh langsamer vor.

Die zehn Signale

1. Vage Bauteilnamen. „Premium-Module“, „hochwertiger Wechselrichter“, „leistungsstarker Speicher“ ohne Marke und genaues Modell. Ohne Modellnummer kannst du keinen einzigen Wert prüfen. Tu: Frag nach Marke, genauem Modell und Datenblatt für jedes Hauptteil.

2. Preise vor und nach Förderung vermischt. Die Zahl nach Förderung wird gezeigt, als wäre sie der Preis, oder es wird ein Fördersatz angenommen, den du vielleicht nicht bekommst. Tu: Frag nach netto, brutto und nach Förderung getrennt (Kapitel 26).

3. Die zwei Garantien vermischt. Eine „25-Jahre-Garantie“, die nur die Leistungskurve ist, mit einer kurzen Produktgarantie darunter versteckt. Tu: Frag nach beiden, in Jahren (Kapitel 5).

4. Bei der Wärmepumpe nur COP bei A7/W35. Die schmeichelhafte Zahl für mildes Wetter. Ohne SCOP, JAZ und den COP bei A-7 kannst du die Winterkosten nicht beurteilen. Tu: Frag nach SCOP, berechneter JAZ und dem COP bei Kälte (Kapitel 11).

5. Keine Heizlastberechnung und keine Heizkörperprüfung. Die Wärmepumpe ist nach Faustregel dimensioniert, und niemand hat geprüft, ob deine Heizkörper bei niedriger Vorlauftemperatur arbeiten. Das ist das klassische Rezept für eine enttäuschende, teure Nachrüstung. Tu: Frag nach der Heizlastberechnung und der Heizkörperprüfung (Kapitel 12 und 13).

6. „Notstromfähig“ ohne Notstrom-Hardware. Der Wechselrichter oder Speicher könnte Notstrom, aber Box und Verdrahtung sind nicht im Umfang. Bei einem Blackout bekommst du nichts. Tu: Frag genau, was enthalten ist (Kapitel 18).

7. Fehlende Nebenkomponenten. Kein Überspannungsschutz, keine richtige Messung, zu dünne Kabel, Standard-Unterkonstruktion. Es wird gespart, wo du es nicht siehst. Tu: Geh die Prüftabelle in Kapitel 8 durch.

8. Druck oder Preis „nur heute“. Künstliche Dringlichkeit, hohe Anzahlungen oder Finanzierungs-, Leasing- oder PPA-Bedingungen, die die Gesamtkosten verstecken. Tu: Geh langsamer vor. Vergleiche Gleiches mit Gleichem. Frag nach den Gesamtkosten über die ganze Laufzeit.

9. Untervergebene Installation mit unklarer Garantiekette. Verkäufer, Installateur und Garantiegeber sind verschiedene Firmen. In Jahr 8 weißt du vielleicht nicht, wen du anrufen sollst. Tu: Frag, wer installiert, wer wartet und wer die Garantie einhält.

10. Reines Cloud-System. Überwachung und Steuerung an die Cloud des Herstellers gebunden, ohne lokale oder offene Schnittstelle. Ein Risiko für Abhängigkeit und Ausfall und eine Hürde für Hausautomation. Tu: Frag nach lokalem Modbus oder einer dokumentierten lokalen API (Kapitel 20 bis 23).

Weitere Zeichen, auf die du achtest

  • Abgelaufene oder sehr alte Angebote. Kein Preis.
  • Ein „Vorab“- oder Grobangebot, das als endgültig behandelt wird.
  • Zahlung, bevor die Anlage läuft (Kapitel 27).
  • „Bis zu X kWp“ ohne feste Modulzahl.
  • Angebote, die den Zählerschrank nicht erwähnen, obwohl das Haus alt ist.
  • Wechselrichter, den der Hersteller auf eine kleinere Anlage begrenzt als die geplante.
  • Markenbruch, zum Beispiel großartige Module mit einem Billig-Wechselrichter und -Speicher mit unklaren Garantien und schlechter Einbindung. Gute Teile an schwache verschwendet.
  • Zahlen, die nicht zusammenpassen. Zum Beispiel ein Bericht mit 23 kWp, während das Angebot 10,8 kWp nennt. Frag, was stimmt.
  • Eine Firma, die nach einer Übernahme neu gegründet wurde, ohne prüfbare Geschichte.
  • Nur günstiger, weil Dinge weggelassen wurden.

Fehler, die Käufer machen

Es ist fair zuzugeben, dass auch Käufer Fehler machen. Einige aus dem echten Projekt:

  • Preis pro kWp vergleichen, bevor der Umfang angeglichen ist. Ein günstiges Angebot sah am besten aus, bis die fehlenden Posten addiert wurden.
  • Zu viel aus dem Prospekt übernehmen. Eine Plattform wurde als völlig offen beschrieben, dann fanden die Notizen, dass lokales Schreiben eine bezahlte Lizenz brauchte.
  • Sich auf eine alte Notiz verlassen. Die Aussage, eine Wärmepumpenmarke habe „kein offizielles lokales Protokoll“, war veraltet. Eine spätere Prüfung fand eine EEBus-Schnittstelle, die aber weiterhin keinen Weg in Home Assistant bot. Daten und Quellen zählen in deinen eigenen Notizen.
  • Nach altem Verbrauch dimensionieren. Der alte Ölverbrauch wies auf eine große Wärmepumpe. Das sanierte Haus brauchte viel weniger.

Führe ein kurzes Protokoll, was du falsch hattest und wie du es korrigiert hast. Es macht die nächste Entscheidung besser.

Das Wichtigste

  • Ein Warnsignal ist ein Grund zu fragen, kein Beweis für eine schlechte Firma.
  • Die meisten Signale lassen sich mit einer E-Mail klären, die nach einer Zahl oder einer schriftlichen Aussage fragt.
  • Mehrere Signale in einem Angebot sind ein Grund, langsamer zu werden.
  • Datiere deine eigenen Notizen und korrigiere sie, wenn du einen Fehler findest.

Kapitel 31 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Schritt 7: Entscheiden

Rangfolge deiner Prioritäten, eine engere Auswahl, letzte Fragen, Umfang verhandeln und mit klarem Kopf unterschreiben.

In diesem Kapitel

  • Wie du Prioritäten in eine Rangfolge verwandelst
  • Wie du die engere Auswahl aufbaust
  • Was du vor der Unterschrift tust

Beginne mit deinen Prioritäten

Eine gute Entscheidung beginnt mit einer kurzen Liste dessen, was dir wichtig ist, in Reihenfolge. Schreib sie auf, bevor du auf die Endpreise schaust. Hier ein echtes Beispiel, von einem Hausbesitzer mit einem Haus von 1972:

  1. Lokale Steuerung und offene Protokolle. Modbus oder EEBus, keine Cloud-Abhängigkeit.
  2. Ein abgestimmtes System. PV, Speicher, Wärmepumpe und später ein Elektroauto gemeinsam gesteuert, am liebsten mit Home Assistant.
  3. Solide Hardware und Preis-Leistung.

Deine können anders sein. Zum Beispiel: niedrigste Gesamtkosten, Ganzhaus-Notstrom, der nächste Servicepartner, die beste Garantie oder möglichst wenig Arbeit für dich. Es gibt keine falsche Liste. Es gibt nur eine Liste, die du nicht aufgeschrieben hast.

Gib dann jeder Priorität ein Gewicht (Kapitel 26). Beim Vergleich zeigen die Gewichte, welches Angebot zu deiner Liste passt.

Stufen: eine einfache Rangfolge

Die Vergleichs-Arbeitsmappe sortierte Angebote in drei Gruppen:

  • A: erfüllt die Prioritäten gut, nur kleine Fragen offen.
  • B: gut, aber mit einer klaren Lücke (Steuerung, Größe, Umfang, Preis).
  • C: passt nicht: überholt, für lokale Steuerung geschlossen, nach Umfangsangleichung viel teurer oder kein echtes Angebot.

Die Rangfolge unterscheidet nicht „gute“ und „schlechte“ Firmen. Sie sagt, wie gut etwas zu einem Haushalt passt.

Die engere Auswahl bauen

  1. Entferne Angebote, die abgelaufen sind, Grobschätzungen oder Vorlagen.
  2. Entferne Angebote, die eine Muss-Anforderung nicht erfüllen (zum Beispiel keine lokale Steuerung, wenn du sie verlangst).
  3. Gleiche den Umfang der übrigen an (Kapitel 26).
  4. Behalte zwei bis vier Angebote.
  5. Schick für jedes die offenen Fragen (Kapitel 29) und hole schriftliche Antworten.
  6. Bitte die besten zwei um ein neues, endgültiges Angebot mit allen Punkten in deiner Zielgröße.

Ein Beispiel für eine Kombination, die zu den obigen Prioritäten passt: ein PV- und Speichersystem auf einer offenen, lokal steuerbaren Plattform, dazu eine Wärmepumpe auf einer Plattform mit lokaler Herstellerschnittstelle, verbunden in Home Assistant. PV-Überschuss geht in den Speicher und dann in den Wärmepumpen-Puffer, alles über lokales Modbus und SG-Ready, mit Blick auf dynamische Tarife. Keine Hersteller-Cloud nötig. (Die Markennotizen in Kapitel 22 und 23 zeigen, welche Familien passen.)

Prüfe die praktischen Punkte

Vor der Unterschrift schaust du auf:

  • Service. Sitzt der Installateur in deiner Nähe? Wer wartet in Jahr 8 bis 10? Ein Elektrobetrieb ein paar Kilometer entfernt kann ein starkes Argument sein.
  • Vollständigkeit. Enthält das endgültige Angebot alles aus deiner umfangsbereinigten Liste?
  • Größe. Belegt die Anlage das Dach sinnvoll? Passt der Wechselrichter? (Kapitel 6 und 9)
  • Wärmepumpen-Technik. Eine echte Heizlast für den sanierten Zustand, eine Heizkörperprüfung, hydraulischer Abgleich, Auslegungs-Vorlauftemperatur, SCOP bei dieser Temperatur und der Lärm an der Grundstücksgrenze. Lehne Faustregel-Dimensionierung ab.
  • Steuerung. Schriftliche Bestätigung, dass Modbus oder die lokale API freigeschaltet wird und die Garantie nicht berührt ist.
  • Förderung. Die Reihenfolge (Kapitel 32) und wer den Antrag stellt.
  • Zahlungsplan. Keine große Zahlung, bevor die Anlage läuft.

Verhandle den Umfang, nicht nur den Preis

Statt nur um Rabatt zu bitten, bitte darum, fehlende Posten aufzunehmen. Im echten Projekt verhandelte ein Installateur nach und ging zu einer Version mit Metallziegeln, Notstrom und einem komplett neuen Zählerschrank, alles enthalten, bei 9 % Rabatt, und die Summe wurde deutlich besser als in der ersten Version. Prüfe die neue Summe Zeile für Zeile.

Sanierung parallel

Wird das Haus gleichzeitig saniert, zählt die Reihenfolge der Arbeiten. Siehe Kapitel 36: erst das Dach, Leitungen und Leerrohre solange die Wände offen sind, und ein gemeinsames Gerüst.

Nicht überoptimieren

Zwischen den besten Optionen sind die Unterschiede klein im Vergleich zur Qualität des Installateurs, der richtigen Dimensionierung und einer guten Inbetriebnahme. Ab einem Punkt lohnt weitere Recherche nicht mehr. Hast du eine engere Auswahl von Angeboten, die zu deinen Prioritäten passen und deine Fragen schriftlich beantworten, wähle die Firma, der du am meisten vertraust.

Die letzten Prüfungen

  • Lies den Vertrag und die Bedingungen, nicht nur das Angebot.
  • Prüfe, dass Modulzahl, Modelle und Preis mit dem Angebot übereinstimmen.
  • Prüfe die Gültigkeit eines Rabatts und das Widerrufsrecht.
  • Bewahre eine Kopie jedes Dokuments und jeder E-Mail auf.
  • Bei Wärmepumpen: Unterschreibe nicht, bevor die Förderreihenfolge klar ist, oder bestehe auf einer Klausel, die die Bestellung von der Förderzusage abhängig macht (Kapitel 32).

Was, wenn die Förderung unsicher ist?

Behandle den Wärmepumpen-Zuschuss als unbestätigt, bis du den Bescheid hast. Plane mit dem Bruttopreis. Die meisten Angebote berechnen dir den Betrag, egal was passiert.

Das Wichtigste

  • Schreib deine Prioritäten auf, bevor du entscheidest, und gewichte sie.
  • Sortiere Angebote nach Passung in A, B und C. Behalte zwei bis vier.
  • Bitte die besten zwei um ein endgültiges Angebot mit allem drin.
  • Verhandle den Umfang, nicht nur den Preis. Prüfe die Summe Zeile für Zeile.
  • Wähle die Firma, der du vertraust. Überoptimiere nicht.

Teil 6

Förderung und Umsetzung

KfW, Kredit, kommunale Förderung und der Weg vom Vertrag bis zur laufenden Anlage.

Kapitel 32 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Der KfW-Zuschuss für die Wärmepumpe, Schritt für Schritt

Die strenge Reihenfolge von der Bestätigung bis zur Auszahlung, die Sätze, wie wir sie 2026 verstanden haben, und die eine Falle, die viele übersehen.

In diesem Kapitel

  • Die sechs Schritte von der BzA bis zur Auszahlung
  • Warum du vor der Bestellung beantragen musst
  • Was die Höhe des Zuschusses verändert

Stand Oktober 2026. Sätze und Regeln ändern sich, und die Heizungsförderung wurde im Lauf von 2026 reformiert. Prüfe die Zahlen und Schritte bei der KfW oder deinem Fachbetrieb, bevor du beantragst.

Die KfW zahlt einen Zuschuss, wenn du ein fossiles Heizsystem durch eine Wärmepumpe ersetzt. Der Zuschuss kann bis zu etwa 70 % der förderfähigen Kosten betragen, gedeckelt. Die Reihenfolge der Schritte ist streng. Verpasst du sie, ist der Zuschuss weg.

Die sechs Schritte

  1. BzA (Bestätigung zum Antrag). Der Fachbetrieb oder ein Energieeffizienz-Experte stellt sie aus. Nur ein registrierter Betrieb kann das. Sie öffnet alles.
  2. Antrag im Portal „Meine KfW“, mit der BzA, bevor du den verbindlichen Vertrag unterschreibst.
  3. Zusage (Bewilligungsbescheid) von der KfW.
  4. Mit der Zusage zu deiner Hausbank für den KfW-Ergänzungskredit (Kapitel 33).
  5. Einbau, Schlussrechnung, und du zahlst.
  6. BnD (Bestätigung nach Durchführung) vom Betrieb nach deiner Zahlung. Damit rufst du den Zuschuss ab.

Eine kurze Merkhilfe: Die BzA bringt dich zur Zusage, die BnD bringt dich zur Auszahlung.

Zeitstrahl: BzA, Antrag, Zusage, danach Auftrag, Einbau, Zahlung, BnD und Auszahlung. Der verbindliche Vertrag darf nicht vor der Zusage unterschrieben werden.BzAAntragZusageAuftragEinbauZahlenBnDAuszahl.Den verbindlichen Vertragnicht vor dieser LinieunterschreibenVertrag, Einbau und Zahlungkommen nach der ZusageDer Bankkredit (358 / 359) kommt nach der Zusage.
Abbildung: die strenge Reihenfolge beim KfW-Verfahren.

Die Falle: vor der Bestellung beantragen

Der häufigste teure Fehler ist, erst den Vertrag zu unterschreiben und später zu beantragen. Das ist zu spät.

Die Lösung ist eine aufschiebende Bedingung im Auftrag: Der Vertrag hängt von der Förderzusage ab. Das erhält die Reihenfolge „beantragen, zusagen, dann Vertrag und Start“, obwohl du formal bestellt hast. Viele Fachbetriebe bieten diese Klausel selbst an. Bitte darum.

Beachte, dass „Vorhabenbeginn“ bei der Förderung meist Lieferung oder Einbau meint, nicht die bedingte Unterschrift. Lass dir das vom Betrieb oder Energieberater bestätigen.

Die Sätze, wie sie 2026 verstanden wurden

Der Zuschuss setzt sich aus Teilen zusammen. Die folgenden Sätze wurden 2026 im Projekt verwendet. Sie können sich ändern, also prüfe die aktuellen Zahlen.

Teil Satz
Grundförderung etwa 30 %
Effizienzbonus (zum Beispiel Kältemittel R290, Erd- oder Wasserquelle) etwa 5 %
Geschwindigkeitsbonus (Austausch einer alten fossilen Heizung, zum Beispiel älter als 20 Jahre) 20 %
Einkommensbonus (Haushaltseinkommen unter einer Grenze, etwa 40.000 € im Jahr) 30 %
Maximum 70 %

Die förderfähigen Kosten sind gedeckelt (etwa 30.000 € für die erste Wohneinheit).

Beispiel: Ein Haushalt über der Einkommensgrenze mit alter Ölheizung und einer R290-Wärmepumpe bekommt etwa 35 % Grundförderung plus 20 % Geschwindigkeitsbonus, also etwa 55 %. Bei 30.000 € förderfähigen Kosten sind das etwa 16.500 € Zuschuss. Im Projekt zeigten Angebote Beträge nach Förderung in diesem Bereich, zum Beispiel 44.995 €, die nach etwa 16.500 € Zuschuss zu einem Eigenanteil von etwa 28.495 € wurden.

Behandle den Zuschuss als unbestätigt, bis du die Zusage hast. Viele Angebote berechnen dir den vollen Preis, egal wie es ausgeht.

Gestapelte Balken: Der Fördersatz beträgt im typischen Fall etwa 55 Prozent und erreicht bei niedrigem Einkommen das Maximum von 70 Prozent.0 %20 %40 %60 %70 %Typischer Fall(über Einkommens-grenze)BasisTempo55 %NiedrigesEinkommenBasisTempo70 %Basis 30 %, Effizienzbonus 5 % (z. B. R290), Tempobonus 20 %,Einkommensbonus bis 30 % (grün, bei 70 % gekappt).Sätze, wie sie 2026 verstanden wurden. Prüfe vor dem Antrag die aktuellen Zahlen.
Abbildung: so setzt sich der KfW-Zuschuss für die Wärmepumpe zusammen (Stand 2026).

Was die Höhe verändert

  • Eine alte Öl- oder Gasheizung hilft beim Geschwindigkeitsbonus.
  • Mehrere Wohneinheiten mit Mietverträgen können die Kostengrenze erhöhen. Sag es dem Betrieb früh, damit die BzA es zeigt.
  • Der Einkommensbonus gilt unter der Grenze.
  • Eine zweite Einheit oder ein älteres System kann zählen. Melde es früh.

Was anderswo gefördert wird

  • Fenster und Dämmung werden hier nicht gefördert. Sie laufen über das BAFA (BEG EM), einen anderen Topf, der sich mit dem KfW-Heizungszuschuss kombinieren lässt.
  • PV-Module und Wechselrichter werden im Allgemeinen nicht bezuschusst. Sie bekommen stattdessen 0 % MwSt.

Hydraulischer Abgleich

Die Förderung verlangt einen hydraulischen Abgleich, meist Verfahren B, und bestimmte Effizienzbedingungen. Stelle sicher, dass das Angebot sie enthält (Kapitel 12).

Frag nach

  • Stellt ihr die BzA aus, und wann?
  • Ist der Auftrag von der Förderzusage abhängig?
  • Sind Energieberater und Antrag im Preis enthalten?
  • Welchen Fördersatz nehmt ihr an, und warum?

Das Wichtigste

  • Reihenfolge: BzA, Antrag bei „Meine KfW“ vor dem Vertrag, Zusage, Bank, Einbau, BnD, Auszahlung.
  • Eine aufschiebende Bedingung schützt die Reihenfolge.
  • Der Zuschuss kann etwa 70 % erreichen. Ein häufiger Fall sind etwa 55 %.
  • Plane mit dem Bruttopreis. Behandle den Zuschuss als unbestätigt, bis du die Zusage hast.

Kapitel 33 / 38 · 2 Min. Lesezeit

Der KfW-Kredit 358 und 359 über deine Bank

Wer den zinsgünstigen Ergänzungskredit bekommt, wie er in die Reihenfolge passt und was die Bank prüft.

In diesem Kapitel

  • Die zwei Kredit-Varianten
  • Wie der Kredit in die Zuschuss-Reihenfolge passt
  • Was deine Bank prüft

Stand 2026. Bedingungen und Einkommensgrenzen können sich ändern. Prüfe sie bei deiner Bank und der KfW.

Neben dem Zuschuss gibt es einen zinsgünstigen Ergänzungskredit, um deinen Anteil zu finanzieren. Du beantragst ihn nicht direkt bei der KfW. Du beantragst ihn über deine Hausbank.

358 und 359

  • KfW 358 hängt vom Einkommen ab. Unter einer Grenze des Haushaltseinkommens (in der Größenordnung von 90.000 € zu versteuerndes Einkommen) ist der Zinssatz besonders günstig.
  • KfW 359 ist die Standardvariante ohne Einkommensgrenze.

Beide gehen bis zu 120.000 € pro Wohneinheit und ergänzen den Zuschuss. Sie finanzieren den Teil, den der Zuschuss nicht abdeckt.

Wie er in die Reihenfolge passt

Der Kredit braucht die Förderzusage. Die Reihenfolge ist also: BzA, Antrag, KfW-Zusage, und dann mit der Zusage zu deiner Hausbank. Die Bank reicht den KfW-Kredit durch.

Tipp: Du kannst das Gespräch mit der Bank schon vor der Zusage vorbereiten, damit es schnell geht, sobald du sie hast. Frag früh, welche Unterlagen die Bank braucht.

Was die Bank prüft

  • Bonität und Einkommensnachweis, vielleicht einen Grundbuchauszug, wie bei anderen Krediten.
  • Bei 358 die Einkommensgrenze, die über den günstigeren Satz entscheidet.
  • Ob die Bank KfW-Kredite überhaupt durchreicht. Nicht jede Bank tut das aktiv. Ist deine unwillig, frag eine andere, die es tut.

Wenn die KfW nicht passt

Deckt der Ergänzungskredit nicht alles ab oder willst du mehr finanzieren, frag nach anderen Krediten. Oft kann der Rest ein normaler Kredit sein oder zu einer bestehenden Baufinanzierung hinzukommen. Frag nach Zinssatz, Laufzeit und Bedingungen und vergleiche sie.

Das Wichtigste

  • 358 ist günstiger und einkommensabhängig. 359 hat keine Einkommensgrenze.
  • Beide gehen bis 120.000 € pro Einheit und werden über deine Hausbank beantragt, nach der Förderzusage.
  • Bereite das Bankgespräch parallel vor. Nicht jede Bank reicht KfW-Kredite durch.

Kapitel 34 / 38 · 2 Min. Lesezeit

Zuschüsse deiner Gemeinde

Viele Städte zahlen zusätzlich zur KfW. Wie sie sich stapeln, die 60-%-Grenze und warum du dich nie auf einen alten Prospekt verlassen solltest.

In diesem Kapitel

  • Wie kommunale Zuschüsse aussehen
  • Die 60-%-Grenze beim Stapeln
  • Die richtige Reihenfolge der Anträge

Stand 2026. Kommunale Programme ändern sich oft, meist jährlich. Prüfe immer die aktuelle Richtlinie deiner Gemeinde.

Viele Gemeinden zahlen für eine Wärmepumpe, manchmal auch für einen Speicher, zusätzlich zur KfW. Das ist zusätzliches Geld. Aber Regeln können die Gesamtsumme deckeln.

Wie es aussieht

Ein Beispiel aus einer Gemeinde bei München, Stand Juli 2026: für eine Wärmepumpe 25 %, bis zu 2.000 €. Andere Gemeinden haben eigene Sätze. Solche Programme sind meist mit KfW und BAFA kombinierbar. Sie sind zum Stapeln gedacht.

Die Warnung: Programme ändern sich

Dasselbe Programm zahlte ein Jahr früher auch einen Speicherzuschuss (15 %, bis zu 500 €). Die Fassung von 2026 hat ihn gestrichen. Verlass dich nie auf einen alten Prospekt oder einen Blogbeitrag. Hol die aktuelle Richtlinie und die aktuellen Formulare.

Die 60-%-Grenze

Die wichtigste Regel: Die Gesamtförderung aus allen Quellen (KfW plus Gemeinde) darf oft 60 % der förderfähigen Kosten nicht überschreiten. Der KfW-Zuschuss allein kann hoch sein. Also:

  • Bei hohem KfW-Satz kann der kommunale Zuschuss gekürzt werden oder auf null fallen.
  • Frag das Klimaschutzamt deiner Gemeinde, wie sie die 60-%-Grenze bei hoher KfW-Förderung berechnen. Das entscheidet, ob der volle Betrag ankommt.

Die richtige Reihenfolge

Der kommunale Wärmepumpen-Zuschuss braucht beim Antrag meist den KfW-Zusagebescheid. Er kommt also nach der KfW-Zusage. Wie bei der KfW muss auch dieser Antrag vor Baubeginn gestellt werden. Die aufschiebende Bedingung in deinem Vertrag deckt beides ab.

Was du tust

  1. Fordere früh die aktuellen Formulare an, von der Website der Gemeinde oder dem Klimaschutzamt.
  2. Kläre die 60-%-Frage im Voraus.
  3. Stelle den Antrag nach der KfW-Zusage und vor Einbaubeginn, mit dem KfW-Bescheid und dem Angebot.
  4. Reiche nach der Arbeit die Abschlussunterlagen rechtzeitig ein. Oft sind das der KfW-Auszahlungsbescheid und die Rechnungen, innerhalb einiger Monate.

Das Wichtigste

  • Gemeinden fügen oft einen Zuschuss hinzu. Er stapelt sich mit der KfW.
  • Die Summe aus allen Quellen ist oft auf 60 % der förderfähigen Kosten gedeckelt.
  • Programme ändern sich jährlich. Nutze die aktuelle Richtlinie.
  • Beantrage nach der KfW-Zusage und vor Baubeginn.

Kapitel 35 / 38 · 2 Min. Lesezeit

Förderfallen: eine Checkliste

Die Reihenfolge-Falle, die 60-%-Grenze, Widerrufsfrist, Vorauszahlung und das Marktstammdatenregister, kurz und prüfbar.

In diesem Kapitel

  • Eine Checkliste für vor, während und nach dem Vertrag

Stand 2026. Regeln ändern sich. Frag im Zweifel bei der Förderstelle nach.

Förderung ist wertvoll, aber voller Fallen bei Reihenfolge und Fristen. Hake diese ab.

Vor der Bestellung

  • Vor der Bestellung beantragen. Unterschreibe nie den verbindlichen Vertrag vor dem Förderantrag, oder nimm die aufschiebende Bedingung in die Auftragsbestätigung auf.
  • BzA sichern. Stelle sicher, dass der Betrieb sie ausstellt und du weißt, was er von dir braucht.
  • Eine zweite Wohneinheit oder eine alte Ölheizung früh melden. Sie können die Höhe verändern.

Wenn du Zuschüsse stapelst

  • Die 60-%-Gesamtgrenze beachten. KfW und Gemeinde zusammen dürfen oft bis zu 60 % der förderfähigen Kosten ausmachen. Bei hoher KfW-Förderung kann der kommunale Zuschuss schrumpfen.
  • Die Reihenfolge einhalten. Der kommunale Antrag kommt meist nach der KfW-Zusage und vor Baubeginn.

Beim Vertrag

  • Widerrufsrecht. Verzichte nicht auf dein 14-Tage-Recht, bevor Preis, Umfang und Klauseln wie „bis zu X kWp“ schriftlich bestätigt sind.
  • Zahlungsplan. Pläne sind oft vorgezogen: zum Beispiel 60 % nach Lieferung und 40 % vor Inbetriebnahme. Du zahlst, bevor alles läuft. Zusammen mit Eigentumsvorbehalt gehört die Anlage der Firma bis zur letzten Zahlung. Versichere die Anlage in der Zwischenzeit.

Nach dem Einbau

  • Die BnD holen vom Betrieb, nachdem du bezahlt hast. Damit rufst du den Zuschuss ab.
  • Im Marktstammdatenregister (MaStR) anmelden, innerhalb von etwa einem Monat nach Inbetriebnahme, selbst. Es ist kostenlos und online.
  • Kommunale Abschlussunterlagen. Reiche sie rechtzeitig ein. Oft sind das der KfW-Auszahlungsbescheid und die Rechnungen.

In einer Zeile

(1) Vor der Bestellung beantragen oder eine Bedingung einbauen. (2) BzA sichern. (3) 60-%-Grenze prüfen. (4) Auf Widerruf erst verzichten, wenn der Umfang bestätigt ist. (5) An Vorauszahlung und Eigentumsvorbehalt denken. (6) BnD holen. (7) Die Anlage selbst anmelden.

Das Wichtigste

  • Reihenfolge, Grenze, Widerrufsfrist, Vorauszahlung, BnD, MaStR: das sind die sieben Prüfungen.
  • Wenn du unsicher bist, frag die Förderstelle oder den Energieberater. Sie kennen die aktuellen Regeln.

Kapitel 36 / 38 · 3 Min. Lesezeit

Vom unterschriebenen Angebot zur laufenden Anlage

Die Schritte nach der Unterschrift, was du vorbereitest, solange das Haus offen ist, und wie du die Inbetriebnahme so führst, dass die Steuerung vom ersten Tag an klappt.

In diesem Kapitel

  • Der übliche Ablauf bei PV und bei der Wärmepumpe
  • Tipps zur Sanierung: Leitungen, Dach zuerst, Gerüst
  • Eine Checkliste für die Inbetriebnahme

Zwischen „Angebot angenommen“ und „Anlage läuft“ liegen mehrere Schritte, oft parallel für PV und Wärmepumpe. Die Reihenfolge zu kennen hilft dir, Termine zu planen und Überraschungen zu vermeiden.

Der PV-Ablauf

  1. Planung (Projektierung). Die Firma erstellt den detaillierten Plan: Stringaufbau, Komponenten, Zählerschrank. Du bekommst ihn zur Freigabe.
  2. Deine Freigabe. Ein wichtiger Prüfpunkt. Prüfe, dass Modulzahl, Speicher, Notstrom und Klauseln wie „bis zu X kWp“ zum Angebot passen, bevor das verbindlich wird.
  3. Auftragsbestätigung auf Basis des endgültigen Plans.
  4. Netzanmeldung beim Netzbetreiber und gleichzeitig Bestellung der Hardware.
  5. Lieferung und Montage. Meist zuerst die Dachmontage (wetterabhängig), dann der Anschluss ans Haus.
  6. Fertigmeldung an den Netzbetreiber. Der Versorger prüft und baut einen neuen Zähler ein. Das kann Wochen dauern.
  7. Du meldest die Anlage im Marktstammdatenregister innerhalb von etwa einem Monat an.
Zeitstrahl: Planung, deine Freigabe, Auftrag, Netzanmeldung, Montage, Prüfung und Zähler sowie Anmeldung im Marktstammdatenregister.PlanungDeineFreigabeAuftragNetzanm. +HardwareMontagePrüfung+ ZählerMaStRletzte günstige Stelle für Korrekturen
Abbildung: der PV-Ablauf vom unterschriebenen Angebot zur laufenden Anlage.

Der Wärmepumpen-Ablauf

Bei einer geförderten Wärmepumpe: Auftragsbestätigung mit aufschiebender Bedingung und die BzA, dann stellst du den KfW-Antrag, dann die Zusage, dann der Einbau (oft im Herbst), dann Schlussrechnung, du zahlst, BnD und du rufst den Zuschuss ab (Kapitel 32). Der kommunale Zuschuss reiht sich nach der KfW-Zusage ein (Kapitel 34).

Wenn du gleichzeitig saniert

Ist das Haus ohnehin offen, sparen ein paar kleine Dinge jetzt später viel.

  • Dach zuerst. Gehört das Dach zur Sanierung, mache Eindeckung und Dämmung bevor die PV-Halter montiert werden. Stimme die Arbeiten ab, damit das Gerüst zwischen Dacharbeiten und PV geteilt wird. Mehrere PV-Angebote schließen das Gerüst aus oder berechnen es.
  • Netzwerkkabel jetzt verlegen. Lege LAN-Kabel zu Wechselrichter, Wärmepumpe und Wallbox. Lokale Steuerung hängt davon ab. Verlass dich nicht auf WLAN. Angebote berechnen manchmal einen Zuschlag, wenn kein Kabel da ist.
  • Wallbox vorbereiten. Lege Leerrohr und einen 3-phasigen Stromkreis für eine spätere Wallbox und denke über einen größeren Zählerschrank nach.
  • Überspannungsschutz ergänzen. Bei offenen Wänden und neuem Schrank ist kompletter AC- und DC-Schutz jetzt günstig und später schmerzhaft.
  • Vorlauftemperatur. Ziele auf die niedrigste Auslegungs-Vorlauftemperatur, die die Sanierung zulässt. Dämme, und wo es geht, vergrößere oder tausche Heizkörper oder ergänze Fußboden- oder Wandheizung (Kapitel 12).
  • Rohrsystem. Hast du eine Einrohrheizung, baue auf Zweirohr um oder erneuere die Heizkörper vor oder mit der Wärmepumpe.

Was du vorbereitest

  • Internet am Wechselrichter und an der Wärmepumpe, per Kabel.
  • Freier Platz für Wechselrichter und Speicher, kühl und trocken (Kapitel 6 und 7).
  • Leite alle Schreiben des Netzbetreibers an deinen Installateur weiter. Versorger informieren die Firma nicht immer.

Achte auf die Zahlungen

Rechne mit vorgezogenen Raten. Denk an den Eigentumsvorbehalt und versichere die Anlage während des Baus. Oft deckt deine Gebäudeversicherung das günstig ab (Kapitel 35).

Checkliste für die Inbetriebnahme

Geh bei der Inbetriebnahme Folgendes mit dem Installateur durch.

  • Die Anlage läuft wie gebaut. Prüfe jeden String, den Speicher und die Anzeige des Wechselrichters.
  • Modbus TCP oder die lokale API ist freigeschaltet. Du hast die Zugangsdaten und die Dokumentation (Kapitel 22).
  • Der richtige Dongle ist verbaut, falls nötig, und die Verbindung ist per Kabel verlegt.
  • Der Ausfallmodus funktioniert. Trenne deinen Regler und prüfe, ob der Wechselrichter auf seine eigene Logik zurückfällt.
  • Notstrom: Teste mit dem Installateur einen echten Stromausfall und prüfe, welche Stromkreise an bleiben. Läuft die Wärmepumpe (Kapitel 18)?
  • Wärmepumpe: Heizkurve niedrig eingestellt, Vorlauftemperatur an einem kalten Tag geprüft, hydraulischer Abgleich dokumentiert, SG-Ready-Kontakte funktionieren.
  • Überspannungsschutz, Erdung und Zählerschrank sind wie im Angebot ausgeführt.
  • Unterlagen: Datenblätter, Garantiepapiere, Inbetriebnahmeprotokoll, Schaltplan, Hydraulikschema, Förderunterlagen.
  • Du hast dich im MaStR angemeldet, und der Netzbetreiber hat den neuen Zähler eingebaut.

Das Wichtigste

  • Planung, deine Freigabe, Auftrag, Netzanmeldung, Montage, Prüfung und Zähler, MaStR.
  • Deine Freigabe der Planung ist die letzte günstige Stelle, um Fehler zu korrigieren.
  • Nutze eine Sanierung, um Kabel, Leerrohre und Schutz zu verlegen und das Gerüst zu teilen.
  • Die Inbetriebnahme ist der Moment, lokale Steuerung freizuschalten und Ausfallmodus und Notstrom zu testen.

Teil 7

Nachschlagen

Glossar und Checklisten zum Ausdrucken.

Kapitel 37 / 38 · 4 Min. Lesezeit

Glossar

Die Begriffe dieses Buchs in einfachen Worten, mit den englischen Wörtern, die du in Datenblättern findest.

So nutzt du es

Die Begriffe sind nach Themen gruppiert. Die Kapitelnummer zeigt, wo der Begriff erklärt wird.

Einheiten und Grundlagen

Begriff Bedeutung Kap.
kW Leistung: wie schnell Energie gerade fließt 3
kWh Energie: eine Menge. In kWh werden Rechnung und Speicher gemessen 3
kWp (Kilowatt Peak) Größenschild einer PV-Anlage unter Laborbedingungen 3
STC Standard-Testbedingungen: die Laborbedingung hinter dem Wp-Wert 3
NOCT Nominale Betriebstemperatur der Zelle: näher am echten Leben 3
Ertrag (Yield) Energie, die eine PV-Anlage erzeugt, pro Jahr oder pro kWp 4

Solar und Speicher

Begriff Bedeutung Kap.
String Module in Reihe geschaltet 4
MPPT Maximum Power Point Tracking. Der Wechselrichter findet den besten Arbeitspunkt 4, 6
Wechselrichter (Inverter) Macht aus DC AC. Ein Hybrid-Wechselrichter steuert auch einen Speicher 6
Hybrid-Wechselrichter Wechselrichter mit eingebauter Speichersteuerung und Notstrom 6
DC-gekoppelt / AC-gekoppelt Der Speicher hängt auf der DC-Seite (effizienter) oder auf der AC-Seite mit eigenem Wechselrichter 6
Clipping Der Wechselrichter kappt die Spitze, wenn die Anlage größer ist als er 6
Derating Der Wechselrichter reduziert die Leistung, wenn er zu heiß wird 6
TOPCon, HJT, PERC Zelltechnologien. TOPCon und HJT sind die aktuelle Generation 5
Temperaturkoeffizient Prozent Leistungsverlust pro °C über 25 °C 5
Bifazial Ein Modul, das auch auf der Rückseite Licht sammelt 5
Produktgarantie / Leistungsgarantie Deckung für Mängel / Deckung für die Leistung über die Zeit 5
Tier-1 Eine Bloomberg-Liste von Herstellern, denen Banken vertrauen. Keine Qualitätsnote 5
LFP / NMC Batteriechemien. LFP ist sicherer und hält länger 7
Nutzbare Kapazität Nennkapazität mal Entladetiefe 7
DoD Depth of Discharge: wie viel des Speichers du nutzen darfst 7
SoH State of Health: Restkapazität im Vergleich zu neu 7
Zyklus Ein volles Laden und Entladen 7
Überspannungsschutz (ÜSS, SPD) Schutz gegen Blitz und Überspannung 8
Erdung Verbindung der Anlage mit der Erde 8
Zählerschrank Der Schrank mit Zählern und Sicherungen 8
SLS Selektiver Hauptleitungsschutzschalter: die Hauptsicherung des Hauses 8, 19
Wallbox Ladestation für ein Elektroauto 8

Wärmepumpe

Begriff Bedeutung Kap.
Wärmepumpe Maschine, die Wärme von draußen in deine Heizung bringt 10
COP Wärme raus geteilt durch Strom rein, an einem Punkt 10, 11
SCOP Genormter saisonaler COP 11
JAZ (Jahresarbeitszahl) Deine echte durchschnittliche Jahreseffizienz 11
A7/W35, A-7/W35 Testpunkte: Außenluft 7 °C oder -7 °C, Vorlauftemperatur 35 °C 11
Vorlauftemperatur Temperatur des Wassers zu den Heizkörpern 12
Heizlast (DIN EN 12831) Heizleistung, die das Haus am kältesten Auslegungstag braucht 13
Modulation Das Gerät regelt seine Leistung hoch und runter 13
Takten Häufiges Ein und Aus. Verschleißt das Gerät und senkt die Effizienz 13, 16
R290, R32, R410A Kältemittel. R290 (Propan) ist die zukunftssichere Wahl 14
GWP Treibhauspotenzial eines Kältemittels 14
Monoblock / Split Alles Kältemittel in einem Außengerät / Außen- und Innengerät mit Kältemittelleitungen 14
Abtauen Das Außengerät schmilzt Eis. Kostet etwas Energie 14
Legionellen Bakterien in warmem Wasser. Der Warmwasserspeicher wird auf etwa 60 °C erhitzt, um sie abzutöten 14
Pufferspeicher Wassertank, der Wärmepumpe und Heizkreis entkoppelt 14
Hydraulischer Abgleich (Verfahren B) Durchfluss an jedem Heizkörper einstellen. Voraussetzung für die Förderung 12
Einrohrheizung Heizkörper in einer Schleife. Braucht hohe Vorlauftemperatur 12
Lw / Lp, dB(A) Schallleistung an der Quelle / Schalldruck in einer Entfernung 15
TA Lärm Deutsche Lärmregeln, gemessen am Nachbarfenster 15
Heizkurve Legt die Vorlauftemperatur für jede Außentemperatur fest 16

Notstrom, Netz und Steuerung

Begriff Bedeutung Kap.
Ersatzstrom Einfache, oft manuelle und einphasige Notversorgung 18
Notstrom / USV Automatische, fast unterbrechungsfreie Versorgung, am besten dreiphasig 18
Schwarzstart Wiederanlauf im Blackout mit leerem Speicher 18
iMSys Intelligentes Messsystem (Smart Meter) 19
Steuerbox Gerät, mit dem der Netzbetreiber die Leistung verringern kann 19
§9 EEG, 60-%-Grenze Vorläufige Einspeisegrenze, bis der Smart Meter läuft 19
§14a EnWG Reduzierte Netzentgelte für steuerbare Geräte 19
MaStR (Marktstammdatenregister) Offizielles Register, in das du deine Anlage eintragen musst 19, 36
Lokale Steuerung Geräte sprechen in deinem Netz ohne die Cloud des Herstellers miteinander 20
Modbus TCP / RTU Offenes Industrieprotokoll zum Lesen und Schreiben von Werten 21
SG-Ready Zwei Kontakte, die einer Wärmepumpe vier grobe Betriebsarten geben 21
EEBus EU-Standard zwischen Geräten und Energiemanager 21, 23
Home Assistant, evcc Open-Source-Werkzeuge für Hausautomation und Solar-Laden 21
HACS Community-Erweiterungsladen für Home Assistant 21
Dynamischer Tarif Strompreis, der sich stündlich ändert 24
Arbitrage Laden, wenn es günstig ist, nutzen, wenn es teuer ist 24
Ausfallmodus (Failsafe) Was das System tut, wenn dein Regler ausfällt 22, 24

Angebote und Geld

Begriff Bedeutung Kap.
Netto / brutto Preis ohne / mit MwSt. 26
Leistungsumfang (Scope) Was ein Angebot wirklich enthält 26, 27
Bedarfsposition Optionaler Posten, der später dazukommen kann 27
Umfangsbereinigter Preis Preis nach Addition dessen, was fehlt 26
Widerruf Dein 14-Tage-Recht zum Rücktritt 27, 35
Eigentumsvorbehalt Die Firma besitzt die Anlage bis zur letzten Zahlung 27
BEG Bundesförderung für effiziente Gebäude 32
KfW Staatsbank, die Zuschuss und Kredit zahlt 32, 33
BzA Bestätigung zum Antrag. Du brauchst sie zum Beantragen 32
BnD Bestätigung nach Durchführung. Du brauchst sie für die Auszahlung 32
Energieberater Experte, der die Heizlast berechnet und den Förderantrag stellen kann 13, 32
Projektierung / Freigabe Detailplanung / deine Zustimmung dazu 36

Kapitel 38 / 38 · 3 Min. Lesezeit

Checklisten und die leere Arbeitsmappe

Vier Checklisten zum Ausdrucken und eine kostenlose leere Vergleichs-Arbeitsmappe mit den Kriterien aus diesem Buch.

In diesem Kapitel

  • Checklisten für vor der Anfrage, vor der Unterschrift, die Inbetriebnahme und die Steuerung
  • Eine leere Vergleichs-Arbeitsmappe zum Herunterladen

Die leere Arbeitsmappe

Die Vergleichsmethode aus Teil 5 funktioniert am besten in einer Tabelle. Wir haben eine leere Arbeitsmappe mit derselben Struktur wie die im Projekt genutzte gebaut. Sie enthält keine Preise und keine Firmennamen. Die Arbeitsmappe ist auf Englisch, die Begriffe stehen im Glossar (Kapitel 37).

Leere Arbeitsmappe herunterladen (.xlsx)

Sie enthält diese Blätter:

  • Start here: Anleitung mit Farbschlüssel.
  • PV offers und Heat pump offers: eine Spalte pro Angebot, eine Zeile pro Merkmal, eine Gewichtsspalte und ein Bewertungsblock.
  • Lernblätter: Module, Wechselrichter, Speicher, Wärmepumpe, Montage und Nebenkomponenten, Steuerung und Hausautomation. Jede Zeile sagt, warum der Wert zählt und wie gut, akzeptabel und Warnsignal aussehen.
  • Glossar und Warnsignale.
  • Offer tracker: eine leere Liste für alle Firmen.

Fülle die orangefarbenen Zellen. Halte Netto-, Brutto- und Preis nach Förderung getrennt.

Checkliste 1: bevor du Angebote anfragst

  • Ich habe einen Steckbrief auf einer Seite geschrieben (Haus, Dach, Heizung, Verbrauch, Pläne, Wünsche).
  • Ich habe Fotos von Dach, Zählerschrank und Heizungsraum.
  • Ich kenne meinen Jahresstromverbrauch und meinen Öl- oder Gasverbrauch.
  • Ich habe meine drei wichtigsten Prioritäten festgelegt.
  • Ich habe eine Angebotsliste angelegt.
  • Ich weiß, welche Sanierungsarbeiten wann geplant sind.

Checkliste 2: bevor ich unterschreibe

  • Das Angebot ist endgültig und gültig, keine Grobschätzung.
  • Marke, genaues Modell und Datenblatt sind für Module, Wechselrichter, Speicher und Wärmepumpe genannt.
  • Ich habe Netto-, Brutto- und Preis nach Förderung und plane mit dem Bruttopreis.
  • Zählerschrank, Ziegel, Gerüst, Überspannungsschutz, Erdung, Notstrom und Wallbox-Gerät sind enthalten oder bepreist.
  • Der umfangsbereinigte Preis ist berechnet und verglichen.
  • Heizlastberechnung für den sanierten Zustand, Heizkörperprüfung und hydraulischer Abgleich stehen im Wärmepumpen-Angebot.
  • Ich habe die schriftlichen Antworten auf meine offenen Fragen.
  • Der Zahlungsplan lässt mich nicht zahlen, bevor die Anlage läuft.
  • Ich weiß, wer die Anlage in Jahr 8 wartet.
  • Zur Förderung: Die BzA ist geregelt und der Auftrag hat eine aufschiebende Bedingung.
  • Ich habe Vertrag und Bedingungen gelesen.

Checkliste 3: Inbetriebnahme

  • Die Anlage läuft wie gebaut, alle Strings und der Speicher sind online.
  • Modbus TCP oder die lokale API ist freigeschaltet. Ich habe Zugangsdaten und Dokumentation.
  • Die Netzwerkverbindung läuft per Kabel.
  • Der Ausfallmodus funktioniert.
  • Ein echter Stromausfall-Test wurde gemacht. Ich weiß, welche Stromkreise abgesichert sind.
  • Die Heizkurve ist niedrig eingestellt. Der hydraulische Abgleich ist dokumentiert.
  • SG-Ready-Kontakte sind verdrahtet und getestet.
  • Ich habe alle Unterlagen: Datenblätter, Garantiepapiere, Berichte, Pläne.
  • Ich habe mich im MaStR angemeldet. Der neue Zähler ist eingebaut.
  • Ich habe die BnD angefordert.

Checkliste 4: Eignung zur Steuerung

Nutze sie für jeden Wechselrichter, Speicher oder jede Wärmepumpe, die du erwägst.

Frage Antwort
Kann ich Daten lokal lesen (Modbus, REST, MQTT)?
Kann ich Werte lokal schreiben?
Ist die Schnittstelle dokumentiert und kostenlos?
Unterstützt der Hersteller eine Home-Assistant- oder evcc-Integration?
Lässt lokale Nutzung die Garantie unberührt? (schriftlich)
Steckt eine Funktion hinter einem Abo oder einer Lizenz?
Läuft das System, wenn die Cloud des Herstellers weg ist?
Braucht es einen Dongle oder ein Gateway? Ist er enthalten?
Akzeptiert der Speicher ein externes Lade- oder Entladeziel?
Reagiert es auf einen dynamischen Tarif?
Was tut der Wechselrichter, wenn mein Regler ausfällt?
Hat die Wärmepumpe SG-Ready-Klemmen? Wer verdrahtet sie?

Das Wichtigste

  • Drucke die Checklisten aus. Hake sie vor dem Installateur ab.
  • Nutze die leere Arbeitsmappe für den Vergleich.
  • Bewahre jede schriftliche Antwort bei ihrem Angebot auf.

Geschafft.

Mit den Checklisten im letzten Kapitel gehst du gut vorbereitet in die Gespräche mit Installateuren.

Nach dem Einbau: Verbrauch im Blick behalten

Mit PV und Wärmepumpe lohnt es sich, Zählerstände und Rechnungen regelmäßig zu notieren. So siehst du früh, ob die Anlage hält, was im Angebot stand. UtilityControl von QLines erfasst Zählerstände per Kamera oder von Hand, zeigt Verbrauch und Kosten im Verlauf und meldet auffällige Sprünge. Es gibt einen kostenlosen Tarif.

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Wenn du Fragen zum Buch oder zu deinem Vorhaben hast, oder einen Beratungstermin vereinbaren möchtest, schreib dem QLines-Team über das Kontaktformular. Nenne kurz dein Thema, wir melden uns.

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